Das neue Jahr war noch kaum eine Minute alt, da mussten Fans von Karat bereits eine traurige Nachricht hinnehmen: Nach Jahren des gemeinsamen Musikmachens trennt sich die DDR-Kultband Karat von Bassist Christian Liebig und Schlagzeuger Michael Schwandt. Das gab die Band, die mit Hits wie „Über sieben Brücken musst Du geh’n“ oder „König der Welt“ berühmt wurde, in einem Post auf ihrem offiziellen Facebook-Profil bekannt.
„Das Leben wird oft bestimmt durch Veränderungen. Verschiedenste Einflüsse und vieles mehr können zur Folge haben, neue Wege suchen zu müssen und dann auch zu gehen“, hieß es darin zur Trennung von den beiden Musikern. Dass auch diese Veränderungen nicht das Ende für Karat bedeuten, wird ebenfalls betont: „In den letzten 47 Jahren ist das auch oft bei ‚Karat‘ der Fall gewesen und immer wurde die neue Herausforderung als Chance gesehen“, schreibt die Band in dem Statement. „So wird es auch ab dem Jahr 2023 der Fall sein, wenn Karat ab April wieder auf der Bühne stehen wird.“
Ebenfalls ein Lichtblick für Fans dürfte der geäußerte Wunsch der verbleibenden Bandmitglieder Claudius Dreilich, Bernd Römer und Martin Becker sein, neben dem Absolvieren von Live-Auftritten auch weiter neue Songs zu komponieren.

Gerüchte um die Gründe für die Trennung – ohne offizielle Bestätigung

In dem Facebook-Post ist auch von einer Schweigevereinbarung die Rede, die zwischen den Bandmitgliedern bis zum 31.12.2022 getroffen, allerdings nicht eingehalten wurde. Tatsächlich berichtete die BILD-Zeitung bereits am 27. Dezember über das Ausscheiden der beiden Mitglieder. Zu den Gründen für die Trennung kursieren seither viele Gerüchte. Offiziell bestätigt ist allerdings nichts; die Managerin der Band, Adele Walther, kündigte erst für das neue Jahr eine Äußerung an.
Nachfolger sind laut Band sowohl für den seit 1986 am Bass spielenden Christian Liebig als auch für Michael Schwandt, der 46 Jahre lang für Karat hinter den Drums saß, schon gefunden. Vorgestellt werden soll die neue Rhythmusabteilung von Karat allerdings erst im März. Ihren beiden nun ehemaligen Bandkollegen wünschen Dreilich, Römer und Becker in der Erklärung „alles Gute und vor allem Gesundheit“.

Einstieg von Claudius Dreilich begleitete einst ein Streit um den Bandnamen

Der Wechsel in der Besetzung ist nicht der erste für die 1975 in Ost-Berlin gegründete Band. Am prominentesten dürfte Karat-Fans wohl der Einstieg von Claudius Dreilich 2005 in Erinnerung sein – auch weil dessen Debüt mit einem Streit um den Bandnamen einherging. Der Sänger übernahm für seinen 2004 verstorbenen Vater, dem Gründungsmitglied Herbert Dreilich. Die Fortsetzung der Bandgeschichte als Karat gestaltete sich jedoch schwieriger als gedacht. Ohne seine Bandkollegen zu informieren, hatte sich Herbert Dreilich den Bandnamen bereits einige Jahre vor seinem Ableben als Marke schützen lassen. Was folgte, war eine gerichtliche Auseinandersetzung mit der Witwe von Dreilich. Sie führte dazu, dass die Gruppe unter dem provisorischen Namen „K…!“ Musik veröffentlichte und Konzerte spielte. Erst 2007 entschied das Landgericht Berlin im Namensstreit zugunsten der Band, die sich seither wieder Karat nennt.

Fans reagieren mit Bedauern, sprechen vom Ende einer Ära

Auf die aktuelle Bekanntgabe vom Ausstieg Christian Liebigs und Michael Schwandts regieren viele Karat-Fans mit Bedauern. In den Kommentaren zu dem geteilten Facebook-Post der Band ist etwa vom Ende einer Ära die Rede. „Es ist sehr schade und mich persönlich hat diese Nachricht sehr tief getroffen“, schrieb ein Fan. „Bin traurig und enttäuscht darüber“, ein anderer. Vereinzelt wird aber auch der vage Stil des Statements kritisiert: „Das verschwurbelte Deutsch dieser Erklärung klingt eher so, als käme es von Beamten als von berufenen ‚Musikbegeisterten‘“.
Den beiden, nun Ex-Karat-Mitgliedern Liebig und Schwandt wird indes unisono nur das Beste für die Zukunft gewünscht: „Christian und Micha, ihr seid ein Teil meiner Jugend im Zusammenhang mit Karat. Ich wünsche Euch von Herzen für die Zukunft alles Gute“, hieß es etwa in einem Kommentar.