Wer wird die Schlagzeilen bestimmen im neuen Jahr? Wir stellen Ihnen acht Frauen vor, die in Musik, Fernsehen, Film und Medien gerade in den Startlöchern stehen. Für sie könnte 2022 ein großes Jahr werden:

Zendaya: Vom Disney-Star zum It-Girl der Generation Z
Zendaya bei der Premiere von "Spider-Man: No Way Home" in Los Angeles.
Zendaya bei der Premiere von „Spider-Man: No Way Home“ in Los Angeles.
© Foto: Jordan Strauss/dpa

Nach Rollen in mehreren großen Hollywood-Produktionen und riesiger Fangemeinde auf Instagram und Co. dürfte die 25-jährige Zendaya 2022 einer der gefragtesten jungen Stars der Szene sein. Fans kennen die Schauspielerin, die einst in einer Disney-Serie anfing, aus den neuen „Spider-Man“-Verfilmungen oder dem Blockbuster „Dune“. Für ihre Rolle in der Drama-Serie „Euphoria“ bekam Zendaya als bis dato jüngste Schauspielerin einen Emmy als beste Hauptdarstellerin. Doch die US-Amerikanerin ist für weit mehr bekannt. Immer wieder hat sie rassistische Diskriminierungen gegen sich selbst und andere angeprangert: Zum Beispiel auf einer Oscar-Verleihung, bei der eine Moderatorin sie wegen ihrer Dreadlocks beleidigte. Inzwischen macht Zendaya – der alleine auf Instagram 115 Millionen Menschen folgen – auch auf den Roten Teppichen als Stilikone Schlagzeilen. Und ist mit ihrer Mischung aus coolem Look und politischer Haltung zum Aushängeschild der Generation Z geworden.

Svenja Jung: Doppelrollen-Star im Mehrteiler „Der Palast“
Svenja Jung als Chris in der ZDF-Produktion "Der Palast"
Svenja Jung als Chris in der ZDF-Produktion „Der Palast“
© Foto: Julia Terjung/dpa

Spätestens seit der „Wetten, dass..?“-Revivalshow vom November, in der die 28-Jährige mit Kollege Heino Ferch die legendäre Tanz-Szene aus dem Film „Pulp Fiction“ aufs Parkett legte, kennt nicht nur Thomas Gottschalk ihren Namen: Svenja Jung. Die Schauspielerin brilliert Anfang Januar (am 3./4./5. Januar jeweils um 20.15 Uhr im ZDF) in einer Doppelrolle im Mehrteiler „Der Palast“, der vor der glamourösen Kulisse des Berliner Revuetheaters Friedrichstadt-Palast spielt. Erzählt wird eine deutsch-deutsche Familiengeschichte. Die Zwillingsschwestern Chris und Marlene treffen Ende der 80er Jahre zufällig aufeinander und versuchen zu ergründen, was zu ihrer Trennung kurz vor dem Mauerbau 1961 führte, so dass die eine im Osten und die andere im Westen aufwuchs. Schon ab 27. Dezember liegt die Produktion als sechsteilige Miniserie in der ZDF-Mediathek bereit.

Maria Schrader: Die neue deutsche Durchstarterin in Hollywood
Maria Schrader bei der Verleihung des Manfred Stelzer Preises im Rahmen des Film Festivals Cologne.
Maria Schrader bei der Verleihung des Manfred Stelzer Preises im Rahmen des Film Festivals Cologne.
© Foto: Henning Kaiser/dpa

Natürlich ist sie schon seit Jahrzehnten im deutschsprachigen Raum ein Star, wurde als Schauspielerin geliebt („Bin ich schön?“, „Aimée und Jaguar“, „Deutschland 83“ und Co.) und als Filmemacherin verehrt („Vor der Morgenröte“). Mit der vierteiligen Netflix-Miniserie „Unorthodox“ gewann sie als Regisseurin einen Emmy. Mit dem futuristischen Film „Ich bin dein Mensch“ ist sie als deutscher Beitrag in der Kategorie des besten nicht-englischsprachigen Spielfilms beim Oscar 2022 im Rennen. Ende 2022 soll ihr US-Film „She said“ herauskommen: Er basiert auf einem Buch der „New York Times“-Journalistinnen Jodi Kantor und Megan Twohey, die Harvey Weinsteins Geschichte des Missbrauchs und sexuellen Fehlverhaltens gegen Frauen aufgedeckt haben. Die Deutsche Maria Schrader darf also sozusagen Amerikas MeToo-Film machen.

Lina Beckmann: Die Neue im Rostocker „Polizeiruf“
Lina Beckmann steigt beim "Polizeiruf 110" aus Rostock ein.
Lina Beckmann steigt beim „Polizeiruf 110“ aus Rostock ein.
© Foto: Axel Heimken/dpa

Bislang war sie in erster Linie ein Bühnenstar und begeisterte am Hamburger Schauspielhaus als Theaterschauspielerin. Das ARD-Kulturmagazin „Titel, Thesen, Temperamente“ nannte sie jüngst eine „Alleskönnerin“: „Sie kann einfach alles spielen: rasend laut und ganz zart, wild und kraftvoll, herzzerreißend, Komödie, Tragödie, Mann, Frau.“ Sie sei immer großartig. Für ihre „unbedingte Hingabe und spielerische Freiheit“ erhält sie im Frühling auch einen der renommiertesten Schauspielerinnenpreise, den Gertrud-Eysoldt-Ring. Ab der übernächsten Ausgabe des „Polizeirufs 110“ aus Rostock – zunächst wird Ermittlerfigur Bukow (Charly Hübner) am 9. Januar verabschiedet – steigt sie bei den gefeierten NDR-Krimis an der Seite von Anneke Kim Sarnau ein. Privat ist Beckmann übrigens mit Hübner liiert. Der Rostocker „Polizeiruf“ bleibt also sozusagen in der Familie.

Gloria-Sophie Burkandt: Söder-Tochter zieht es ins Rampenlicht
Gloria-Sophie Burkandt auf der "Wiesn Wiesn Charity Night" in München.
Gloria-Sophie Burkandt auf der „Wiesn Wiesn Charity Night“ in München.
© Foto: Felix Hörhager/dpa

Model, Influencerin, Studentin: Gloria-Sophie Burkandt, Tochter von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, tanzt gerade auf vielen Hochzeiten und ist zunehmend öffentlich präsent. Fast 30.000 Follower hat Burkandt bei Instagram, zuletzt zierte sie das Cover des Magazins „Max“. In einem Interview der „Bunte Quarterly“ plauderte Burkandt neulich auch über ihren berühmten Papa – ihren Eltern erzähle sie alles, habe keine Geheimnisse. „Ich lese jeden Artikel, der über meinen Vater geschrieben wird“, sagte Burkandt. Derzeit absolviert sie ein duales Wirtschaftsstudium – aber liebäugelt auch mit einem Einstieg in die Politik. „Ich bin in der Jungen Union. Aber vielleicht gründe ich später auch mal meine eigene Partei“, sagte die 23-Jährige, die die Bedürfnisse ihrer Generation – wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz – vertreten will. Bei Instagram äußerte sie sich Anfang Dezember auch zu den Corona-Maßnahmen, die ihr Vater durchsetzte: Er gebe sein Bestes, um die Menschen zu schützen.

Badmómzjay: „Best German Act“ will 2022 weiter Gas geben

Die roten Haare sind ein Erkennungszeichen von Jordan Napieray alias Badmómzjay. 2002 wurde sie in Brandenburg an der Havel geboren – gut 19 Jahre später veröffentlicht sie ihr Debüt „badmómz“ und gewinnt bei den MTV Europe Music Awards 2021 als „Best German Act“. Der Track „Tu Nicht So“ schafft es auf den Soundtrack des Computerspiels „Fifa 22“. Kontakt mit ihren Fans hält die zweisprachig aufgewachsene Rapperin via Snapchat, Tiktok und Instagram. In ihren Texten geht es nicht nur um Reichtum und Respekt, sondern auch um Repräsentation. Offen geht sie etwa mit ihrer Bisexualität um. Was sie für 2022 plant? „Ich habe nicht vor, den Fuß vom Gas zu nehmen“, sagte sie kürzlich der Deutschen Presse-Agentur. „Hoffentlich können wir live spielen, aber auch wenn nicht wird es nicht langweilig werden!“

Patricia Schlesinger: Die RBB-Chefin rückt an die ARD-Spitze
Patricia Schlesinger bei der Eröffnung der 71. Berlinale.
Patricia Schlesinger bei der Eröffnung der 71. Berlinale.
© Foto: Stefanie Loos/dpa

Die ARD richtet alle Augen auf den digitalen Ausbau ihrer Angebote. Die Mediathek soll zum Beispiel mit exklusiven Dokus verstärkt werden. Die Streaming-Riesen aus den USA sind große Konkurrenz. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk will auch mehr jüngere Leute erreichen. Der Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), Patricia Schlesinger, kommt eine wichtige Rolle zu. Die 60-Jährige wird ab 2022 neue Vorsitzende der ARD und damit die Stimme und das Gesicht des Verbunds.

Olivia Rodrigo: Amerikas Teenage-Star auf Welttournee
Olivia Rodrigo tritt bei den MTV Video Music Awards auf.
Olivia Rodrigo tritt bei den MTV Video Music Awards auf.
© Foto: Charles Sykes/dpa

Olivia Rodrigo ist in den letzten Monaten zum vielleicht berühmtesten Teenager Amerikas geworden. Quasi über Nacht wurde die 18-Jährige mit ihrer Debütsingle „drivers license“ weltberühmt. Erst ein Hit auf TikTok, knackte der Song und später auch ihr Debüt-Album „Sour“ Rekorde bei den Streamingplattformen und in den Charts. Fans und Kritiker zeigen sich begeistert von Rodrigos eingängigem Songwriter-Pop und ihrer morbiden Interpretation des Teenager-Lebens zwischen High School, Liebeskummer und ganz viel Melancholie. 2022 kann die US-Amerikanerin ihre Lieder, von denen viele während der Pandemie entstanden, endlich auf einer großen Welttournee präsentieren - unter anderem in Hamburg, Berlin und Köln.