Konzert in Berlin: „Mach mal lauter“ – Teil 7 der Kindermusik-Reihe „Unter meinem Bett“

Singt auf der Platte und beim „Steppt der Bär“: Sängerin Dota aus Berlin (hier mit ihrer Band)
Annika WeinthalMusik für Kinder, die Eltern auch beim zehnten Durchlauf im Auto-CD-Player nicht in den Wahnsinn treibt – das lieferte 2015 die erste „Unter meinem Bett“-CD. Offensichtlich eine Marktlücke, denn am Freitag (10.6.) erscheint bei Oetinger bereits die siebte Auflage. Am Mikro sind wie immer namhafte deutsche Singer-Songwritern und Bands: von Dota über Mine und Fatoni bis zu Francesco Wilking, Max Prosa und The Düsseldorf Düsterboys.
Themen sind: Unordnung im Kinderzimmer („Meine Sachen kriegen Beine“), Gefühle („Traurig“) oder Szenen aus dem Alltag, wie ein Streit mit dem besten Freund („Vertragen“) oder eine Busfahrt durch die Stadt im „Doppeldeckerbus“: „Türen zischen, klingt wie Schlangen/Ein Abenteuer hat angefangen.“
Warum lohnt sich die Platte?
Die zwölf Lieder bestechen durch kindgerechte, aber nicht doofe Texte; mal witzig, mal nachdenklich, immer authentisch. Und durch extrem lässige Grooves. Alberne „Geräusche“ (pupsende Monster, schmatzende Katzen) und freundlich-lustige Tiergeschichten („Das Garnelenlied“ und „Fisch“) sind genauso dabei wie eine Hymne aufs Draußen-Sein, die auch die Wut auf die vielen Einschränkungen – gerade für Kinder – während der Pandemie thematisiert („Drachenwind“).
Eine spannende Weltreise („Die Welt dreht sich“) gibt es auch, eingeschummelt ein väterlicher Stoßseufzer („Ich wünsche mir … Dass alles für euch gut wird/Die Idioten verlieren“). Einprägsam auch die großartige Maschine von Pauken & Planeten und Dota Kehr („Düsendingselgurgelot“), die am laufenden Band Erfindungen ausspuckt („Der Friedensflugmagnet/Zieht einfach alle Waffen an/Wenn man damit über Kriegsgebiete fliegt“). Einige Musiker:innen lassen (ihre) Kinder mitsingen. Ein Büchlein mit allen Texten zum Mitträllern gibt es auch.
Für Erwachsene und Kids
Viele der Songs könnten auch im Radio laufen. Als Hit für Erwachsene. Gisbert zu Knyphausen – vertreten auf der allerersten Platte (2015) – hatte es sich damals nicht nehmen lassen, seinen Rumpelstilzchen-Protestsong „Immer muss ich alles sollen“ jeden Abend auf seiner ausverkauften Tour mit der Kid-Kopphausen-Band zu spielen. Erst die Ansage „Jetzt kommt ein Kinderlied“, gefolgt von skeptischen Blicken – und dann nach dem letzten Akkord tosender Applaus.
Und als Olli Schulz in seiner Radioshow „Sanft und Sorgfältig“ ein Demo seines Songs „Kommissar Ärmchen“ spielte, quoll seine Facebookseite über vor begeisterten Kommentaren,
Das Konzert zum Mitsingen und Mittanzen
Dass Kindermusik längst ein ernstzunehmendes Genre ist, dafür ist auch das „Steppt der Bär“-Open Air ein Zeichen. Das Konzert für „handgemachte Kindermusik“ wurde 2021 pandemiebedingt verschoben und steigt nun am Sonnabend (11.6.) auf der Freilichtbühne Weißensee.
Zu hören ist dort die „Unter meinem Bett“-Liveband zusammen mit Gastsänger:innen wie Francesco Wilking und Moritz Krämer von Die Höchste Eisenbahn, Dota, Larissa Pesch und Lisa Bassenge. Präsentiert wird das „Steppt der Bär“ von dem Moderatoren- und Musiker-Duo Deniz & Ove. Es gibt noch Karten.
Service
Konzert: Sa (11.6.), 14 Uhr, Karten eventim,.de oder eventbrite.de; Infos: freilichtbuehne-weissensee.de
CD: „Unter meinem Bett 7“, Oetinger Audio, 18 Euro (ab 4), erscheint am 10.6. (auch als Vinyl erhältlich)

