Zum Ende ihrer erfolgreichen Europa-Tournee haben Rammstein und Sänger Till Lindemann neue Konzerte im kommenden Jahr in Aussicht gestellt. „Thank you Europe, see you 2023“, schrieb Lindemann (59) am Freitag auf seinem Instagram-Account. Die Berliner Band („Zeit“) blendete am Donnerstagabend beim für Europa abschließenden Konzert im belgischen Ostende die Farben von zwölf Ländern ein - jeweils mit dem Hinweis „See you in 2023!“ versehen.

Deutschland und weitere Länder geplant

Danach plant Rammstein mit seiner von Feuer, Böllern und Lichteffekten geprägten Show Konzerte in Deutschland und elf weiteren europäischen Ländern. Zu sehen waren auch die Flaggen von Polen, Frankreich, Dänemark, Portugal, Italien, Spanien, Ungarn, Belgien und Österreich sowie der Slowakei und der Schweiz.
Eine offizielle Ankündigung von Seiten der Band gab es dazu nicht.

Diskussionen um das Konzert in München

In München will Rammstein an Silvester ein Mega-Konzert mit 145 000 Zuschauern geben – doch ob die international gefragte Band dafür grünes Licht bekommt, ist fraglich. Zwar dürfte der Stadtrat am Mittwoch der Vergabe der Theresienwiese grundsätzlich zustimmen. Doch das für die Genehmigung zuständige Kreisverwaltungsreferat (KVR) hat ebenso noch gravierende Bedenken wie Polizei und andere Beteiligte.
„Der Veranstalter erwartet zirka 145.000 Zuschauer zu dem Konzert von Rammstein auf der Theresienwiese“, heißt es in der Sitzungsvorlage des Referats für Arbeit und Wirtschaft. Das Amt befürwortet die Großveranstaltung: Die Show werde „erhebliche Aufmerksamkeit für die Tourismusdestination München weit über die Grenzen der Stadt hinaus generieren“ und neben der üblichen Umsatzsteigerung für Hotellerie und Gastronomie „weltweit vor allem auch als Werbeträger für München als Kultur- und Tourismusstandort funktionieren“.

Kollision mit dem Tollwood-Festival möglich

Das KVR als genehmigende Behörde hat hingegen mehr die Organisation und vor allem die Sicherheit im Blick. „Das ist eine Großveranstaltung, die in der Art noch nicht auf der Theresienwiese stattgefunden hat“, betonte KVR-Sprecher Tobias Kapfelsberger. Da gäbe es von der Zusammenarbeit mit den in der Silvesternacht ohnehin stark belasteten Einsatzkräften von Polizei und Feuerwehr über Konzepte für Ordner, Flucht- und Rettungswege bis hin zur An- und Abreise mit Pkw und Bahn viel zu klären. Zumal auf dem Gelände zeitgleich auch noch das traditionelle Wintertollwood stattfindet. „Wir halten die parallele Durchführung eines Rammstein-Konzerts, dessen Beschallung und Sicherheitsvorkehrungen auf 145.000 Personen angelegt sind, und unserer Silvesterparty und der relativ ruhigen Silvestergala mit Zirkustheaterproduktion und Tanz zu Swing-Musik nicht für möglich.“, erklärten die Veranstalter des Tollwood-Festivals dazu. Seit 1992 findet das Tollwood Winterfestival einschließlich Silvesterparty und Gala statt. Seit 22 Jahren auf der Theresienwiese.

„Es wird auf jeden Fall eng“

Üblicherweise hätten solche erstmals an einem Ort ausgetragenen Massen-Events einen Vorlauf von bis zu einem Jahr, erläuterte Kapfelsberger. Dass auf der Theresienwiese normalerweise jährlich das Oktoberfest stattfindet, ändere daran aufgrund der ganz anderen Umstände nichts. Und gerade nach den tödlichen Vorfällen auf der Loveparade in Duisburg im Jahr 2010 prüften die Sicherheitsbehörden die Konzepte noch genauer. „Jetzt sind es noch 4,5 Monate bis dahin - das wird auf jeden Fall eng“, betonte Kapfelsberger.
Deshalb werde es wohl erst relativ kurzfristig klar sein, ob das Konzert im geplanten Rahmen genehmigt werde oder nicht. „Aber es gibt ja nicht immer nur Ja oder Nein, es kann ja auch ein Dazwischen geben.“ Wie viel Vorlauf Rammstein zwischen Genehmigung und Konzert bräuchte und ob gegebenenfalls auch ein kleinerer Rahmen oder ein anderer Tag in Frage kämen, war vom Veranstalter Leutgeb Entertainment Group zunächst nicht zu erfahren.

Zuletzt zehn Konzerte in Deutschland

Zuletzt spielte Rammstein beim zweimal coronabedingt verschobenen zweiten Teil der aktuellen Tournee allein zehn gefeierte Konzerte in Deutschland. Mit den nun in Nordamerika anstehenden Terminen stehen Lindemann, die Gitarristen Richard Kruspe (55) und Paul Landers (57), Keyboarder Christian „Flake“ Lorenz (55), Bassist Oliver Riedel (51) und Schlagzeuger Christoph Schneider (56) bei 42 Konzerten auf der Bühne. Beim ersten Teil besuchten 2019 mehr als eine Million Fans die 30 Shows, davon ebenfalls zehn Auftritte in Deutschland.