Literaturnobelpreis 2025: Ungarn László Krasznahorkai erhält Preis für visionäres Werk

Der Ungar László Krasznahorkai ist mit dem Literaturnobelpreis 2025 ausgezeichnet worden.
Gyula Czimbal/MTI/epa/dpa- László Krasznahorkai aus Ungarn gewinnt 2025 den Literaturnobelpreis.
- Auszeichnung für sein visionäres Werk, das apokalyptische Themen und Kunst vereint.
- Bekanntgabe am 9. Oktober 2025 durch die Schwedische Akademie in Stockholm.
- Preisgeld: elf Millionen schwedische Kronen (rund eine Million Euro).
- Feierliche Verleihung der Nobelpreise am 10. Dezember in Stockholm.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der ungarische Schriftsteller László Krasznahorkai wird im Jahr 2025 mit dem prestigeträchtigen Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Das gab die Schwedische Akademie in der Altstadt von Stockholm am Donnerstag (9. Oktober 2025) bekannt.
Der 71-Jährige erhalte die Auszeichnung „für sein unwiderstehliches und visionäres Œuvre, das inmitten apokalyptischen Terrors die Macht der Kunst bekräftigt“, sagte der Ständige Sekretär der Akademie, Mats Malm, bei der Bekanntgabe. Er sagte, dass er den Preisträger gerade telefonisch in Frankfurt erreicht habe.
Krasznahorkai zählt seit Jahren zum engeren Favoritenkreis für den Literaturnobelpreis. Der Ungar feierte Mitte der 1980er-Jahre in seiner Heimat mit „Satanstango“ sein literarisches Debüt, nachdem er zuvor Jura, die ungarische Sprache und Literatur studiert hatte. Seine Werke werden häufig als postmodern und apokalyptisch sowie als stark beeinflusst von Literaturgrößen wie Franz Kafka und Samuel Beckett beschrieben. In Deutschland erscheint Krasznahorkai im Verlag S. Fischer.
Wichtigste literarische Auszeichnung der Welt
Der Literaturnobelpreis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung der Welt. Für ihn sind nach Auskunft der Akademie in diesem Jahr etwas mehr als 200 Nominierte im Rennen gewesen - wer darunter gewesen ist, wird von den Nobelinstitutionen traditionell 50 Jahre lang unter Verschluss gehalten.
Im vergangenen Jahr war überraschend die südkoreanische Schriftstellerin Han Kang mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden. Die Schwedische Akademie würdigte sie damit „für ihre intensive poetische Prosa, die sich historischen Traumata stellt und die Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens offenlegt“.
Mit der Auszeichnung von Krasznahorkai setzt sich ein Muster der vergangenen Jahre fort: Seit 2017 sind die Literaturnobelpreisträger immer abwechselnd Männer und Frauen gewesen. Vor Han Kang waren der Norweger Jon Fosse und die Französin Annie Ernaux, davor der tansanische Schriftsteller Abdulrazak Gurnah und die 2023 verstorbene US-Lyrikerin Louise Glück ausgezeichnet worden. Letzter deutschsprachiger Literaturnobelpreisträger ist 2019 der Österreicher Peter Handke gewesen.
Wie in den beiden Vorjahren sind die Nobelpreise erneut mit einem Preisgeld in Höhe von elf Millionen schwedischen Kronen pro Kategorie dotiert. Umgerechnet entspricht das rund einer Million Euro.
Am Freitag folgt Trumps Lieblingspreis
Der Literaturnobelpreis steht im alljährlichen Preisreigen stets als vierter der Nobelpreise an. Von Montag (6. Oktober 2025) bis Mittwoch (8. Oktober 2025) waren bereits jeweils drei Preisträger in den wissenschaftlichen Kategorien Medizin, Physik und Chemie benannt worden.
Am Freitag (10. Oktober 2025) folgt der Friedensnobelpreis, für den sich US-Präsident Donald Trump zuletzt immer wieder selbst als würdiger Preisträger ins Spiel gebracht hat. Dieser Preis wird als einziger nicht in der schwedischen Hauptstadt Stockholm, sondern in der norwegischen Hauptstadt Oslo vergeben. Am kommenden Montag steht dann zum Abschluss der diesjährigen Nobelpreis-Bekanntgaben die Verkündung in der Kategorie Wirtschaftswissenschaften an.

Die Literaturnobelpreis-Medaille, die der deutsche Schriftsteller Grass im Jahr 1999 verliehen wurde, ist in der Schau «Das ist Grass» im Günter Grass-Haus ausgestellt.
Daniel Reinhardt/dpaFeierlich überreicht werden die Nobelpreise dann traditionell am 10. Dezember - das ist der Todestag des schwedischen Dynamit-Erfinders und Preisstifters Alfred Nobel (1833 bis 1896), auf dessen Testament die Auszeichnungen zurückgehen. Die letzten deutschen Literaturnobelpreisträger sind 2009 Herta Müller und zehn Jahre davor Günter Grass (1927 bis 2015) gewesen.
