Neuhardenberg 2025
: Was wird geboten und warum ist der Kunstpreis nicht dabei?

Wie immer lockt das Programm der Stiftung Schloss Neuhardenberg mit großen Namen. Doch ein Event fehlt 2025 schmerzlich.
Von
Christina Tilmann
Neuhardenberg
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Startet in die Saison: die Stiftung Schloss Neuhardenberg mit ihrem Frühjahrsprogramm. Der Vorverkauf beginnt am 27. Februar.

Startet in die Saison 2025: die Stiftung Schloss Neuhardenberg mit ihrem Frühjahrsprogramm.

Fotokraftwerk
  • Neuhardenberg 2025: Stiftung Schloss Neuhardenberg startet Saison mit Bill Murray am 8. Juli.
  • Robert Stadlober präsentiert Kurt Tucholsky-Album am 9. Juni in der Schinkelkirche.
  • Ausstellung "Aufbruch 1800" ab 29. März und Fotografien zum Kriegsende 1945 ab 5. April.
  • Brandenburgischer Kunstpreis 2025 wegen Regierungswechsel ausgesetzt.
  • Sommerprogramm: Konzerte von Clueso, Curtis Stigers, Till Brönner und Lesungen u.a. von Charly Hübner und Corinna Harfouch.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wer Hollywoodstar Bill Murray einmal nicht in Filmen von Wes Anderson oder Jim Jarmusch erleben will, sondern als Sänger, sollte sich den 8. Juli vormerken. Da tritt der Mime mit dem Knautschgesicht gemeinsam mit dem Cellisten Jan Vogler auf der Schlosswiese in Neuhardenberg auf.

Die beiden hatten schon 2017 das Album „New Worlds“ veröffentlicht. Nun kommen sie gemeinsam mit ihren „friends“ Vanessa Perez am Klavier und Mira Wang an der Violine nach Brandenburg. Und, so orakelt die Stiftung Schloss Neuhardenberg in ihrer Ankündigung, es ist nur „das intime Präludium zu einer großen Wiederkehr im nächsten Jahr in Berlin, von der zu gegebener Zeit noch zu reden sein wird“.

Es ist nicht der einzige Schauspieler, der gerne mit Musik einen Nebenweg einschlägt. Auch Robert Stadlober, bekannt durch Filme wie „Sonnenallee“, „Crazy“ oder „Und der Zukunft zugewandt“, hat sich nach Stefan Heym nun Kurt Tucholsky zugewandt und ihm im vergangenen Jahr das Album „Wenn wir einmal nicht grausam sind, dann glauben wir gleich, wir seien gut“ gewidmet.

Am Pfingstmontag (9.6.) präsentiert er das Programm in der Schinkelkirche in Neuhardenberg, begleitet von Daniel Moheit am Akkordeon.

Neuhardenberg 2025: Ausstellung über Berliner Klassik

Auftakt des Jahresprogramms ist am 28. März eine musikalische Lesung mit Etta Scollo und Maria Schrader zum 50. Todestag der Dichterin Mascha Kaléko (1907-1975), die die NS-Verfolgung im Exil überlebt hat. Das Ausstellungprogramm eröffnet am Tag darauf (29.3.) mit der Schau „Aufbruch 1800“ über die Zeit der Berliner Klassik, in der die junge Residenzstadt eine regelrechte kulturelle und geistige Explosion erlebte.

Künstler, Denker und Wissenschaftler machten sich in einer Atmosphäre des Neuanfangs und des offenen Austauschs daran, bis heute prägende Spuren in die Moderne zu legen. Das hat niemand so gut geschildert wie Günter de Bruyn, weshalb sich Johanna Wokalek und Sylvester Groth am 17.5. in einer Lesung in der Schinkelkirche mit seinen Texten beschäftigen.

Valery Faminsky, Auf eigenen Beinen zum Verbandswechsel und zurück zur Truppe. In der Nähe der Seelower Höhen, April 1945, © Valery Faminsky / Privatsammlung Arthur Bondar Courtesy Buchkunst Berlin

Auf eigenen Beinen zum Verbandswechsel und zurück zur Truppe. In der Nähe der Seelower Höhen, April 1945, © Valery Faminsky / Privatsammlung Arthur Bondar Courtesy Buchkunst Berlin

Valery Faminsky

Der zweite Schwerpunkt liegt auf dem 80. Jahrestag des Kriegsendes 1945. Ab 22.3. sind in der Orangerie Fotografien von den letzten Kriegstagen 1945 im Oderland und in Berlin zu sehen, die der sowjetische Fotograf Valery Faminsky (1914–1993) für das Medizinische Korps der Roten Armee anfertigte und die der ukrainische Fotograf Arthur Bondar nach Jahrzehnten 2016 in Russland wiederentdeckte und nun präsentiert.

Passend dazu liest Jutta Hoffmann am 5.4. Erlebnisberichte von Soldaten und Zivilisten aus den letzten Kriegstagen an den Seelower Höhen.

Neuhardenberg 2025: Wie weiter mit dem Kunstpreis?

Was fehlt, ist der Brandenburgische Kunstpreis, dessen Verleihung samt Ausstellung sonst immer einer der Höhepunkte im Sommer in Neuhardenberg gewesen war. Nachdem das Land Brandenburg die Trägerschaft 2024 von der Märkischen Oderzeitung übernommen hatte, war schon im Herbst angekündigt worden, dass die Verleihung 2025 wegen des Regierungswechsels samt noch nicht beschlossenem Haushalt ausgesetzt werden würde.

Dafür gibt es im Sommerprogramm „Ins Freie“ auf der Kastanienwiese wie immer jede Menge Musik: Konzerte aktueller Stars wie Clueso (22.6.), Curtis Stigers (29.6.) bis Max Prosa (14.9.) und feinen Jazz von Till Brönner (23.6.) über Kurt Elling (6.7.) bis zu Nils Landgren (12.7.). Auch das beliebte Format „Lieder, Sänger und Poeten“ unter der Leitung von Klaus Hoffmann kehrt zurück, diesmal unter anderem mit Lisa Bassenge, Klaus Lage und Anna Loos (5.7.).  Dieter Kosslick präsentiert in Kino und Kulinarik diesmal den Film „Julie & Julia“ mit Meryl Streep.

Nicht zu vergessen in der Schinkelkirche die Urgesteine Ulrich Gumpert und Günter Baby Sommer, die gemeinsam ihr Album „La Paloma“ (18.5.) präsentieren, und das legendäre Ukulele Orchstra of Great Britain, das am 25.5. zu Gast in Neuhardenberg ist.

Lesungen mit Stars von Charly Hübner bis Corinna Harfouch

Die Neuhardenberger Rede, die sich aktuellen politischen Ereignissen widmet, wird in diesem politisch entscheidenden Wahljahr zweigeteilt: Am 11. Mai spricht der Soziologe Steffen Mau, der im vergangenen Jahr mit seinem Essaybuch „Ungleich vereint - warum der Osten anders bleibt“ für Diskussionen gesorgt hatte, zum Thema „Wie gespalten ist Deutschland?“.

Und am 12. Oktober hält Stephan Grünewald, der „Psychologe der Nation“, einen Vortrag zum Thema „Demokratiebewahrung und Umsturzphantasien“.

Literarisch unternimmt Martin Brambach einen musikalischen Streifzug durch Erich Kästners „Fabian“ (29.3.), Martin Wuttke liest Stanislaw Lem (24.5.), Charly Hübner widmet sich Jörg Fausers Briefen an seine Eltern (1.6.), Klaus Maria Brandauer liest, begleitet von Arno Waschk, Texte von Jean Paul (25.6.), Dominique Horwitz singt Jacques Brel (24.7.), Claudia Michelsen beschäftigt sich mit Michael Endes „Momo“ (13.9.). Corinna Harfouch ist mit der Lautten Compagney unterwegs (28.9.), Angela Winkler mit Shakespeare und dem Delian Quartett (24.10.) und Sophie Rois beschäftigt sich mit Ingeborg Bachmann (5.10.).

Tickets für die Veranstaltungen im Schloss Neuhardenberg

Der Vorverkauf beginnt am Donnerstag, dem 27. Februar, um 10 Uhr. Ticketservice unter 033476 600750 (täglich 10 - 18 Uhr) oder unter schlossneuhardenberg.de