Brandenburgischer Kunstpreis 2024: Ausschreibung beginnt, Trägerschaft wechselt – wie geht es weiter?

Überblick über die Kunstszene in der Region: Blick in die Ausstellung des 20. Brandenburgischen Kunstpreises auf Schloss Neuhardenberg im Sommer 2023.
Patrick Pleul/dpaUPDATE (10.1.): Ab heute kann man sich für den Brandenburgischen Kunstpreis 2024 bewerben - die Ausschreibungsunterlagen stehen unter www.schlossneuhardenberg.de/kunstpreis sowie https://mwfk.brandenburg.de/mwfk/de/kultur/brandenburgischer-kunstpreis zur Verfügung. Einsendeschluss für die Bewerbung ist der 16. Februar 2024.
„Das Baby ist erwachsen geworden“, sagt Tilo Schelsky, Geschäftsführer des Märkischen Medienhauses GmbH. Als vor zwanzig Jahren der damalige MOZ-Kulturchef Peter Liebers und der Chefredakteur Frank Mangelsdorf 2004 den Plan fassten, den Brandenburgischen Kunstpreis in die Obhut der Märkischen Oderzeitung zu nehmen und damit sein Weiterbestehen sicherzustellen, konnte noch niemand ahnen, dass daraus eine so langjährige Erfolgsgeschichte werden würde.
Was bescheiden als Ostbrandenburgischer Kunstpreis begann, hat sich in Kooperation mit der Stiftung Schloss Neuhardenberg, die auch den alljährlichen Ausstellungsort stellt, längst zum Gütesiegel für Kunst aus Brandenburg entwickelt.
Wenn das Land Brandenburg den Preis nun ab 2024 in seine Trägerschaft nimmt, ist das ein Signal der Kontinuität und Anerkennung des langjährigen Engagements des Märkischen Medienhauses. „Der Brandenburgische Kunstpreis wird auch im Jahr 2024 stattfinden. Das ist sehr erfreulich. Nach dem Ausstieg des Märkischen Medienhauses als Kooperationspartner hat die Staatskanzlei diesen Part finanziell übernommen.“, so Regierungssprecher Florian Engels. Es sei Ministerpräsident Dietmar Woidke, der als Schirmherr und Ausrichter des Ehrenpreises des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg dem Preis schon lange verbunden ist, persönlich sehr wichtig gewesen, die Verleihung 2024 sicherzustellen.
Unter dem bewährten Juryvorsitz von Frank Mangelsdorf, dem Engels ebenso wie der Stiftung Neuhardenberg mit der Generalbevollmächtigten Heike Kramer als entscheidendem Kooperationspartner explizit dankt, wird derzeit die Juryarbeit vorbereitet. Fachlich zuständig ist innerhalb der Landesregierung künftig das Ministerium für Wissenschaft und Kultur, das bereits seit 2013 den Nachwuchsförderpreis für Bildende Kunst auslobt, heißt es von Seiten der Staatskanzlei. Die ausgewählten Künstlerinnen und Künstler erhalten für ihre Ausstellungsteilnahme erstmals ein Honorar auf der Grundlage der Leitlinie des Kulturministeriums zur Ausstellungsvergütung für professionelle Künstlerinnen und Künstler. Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) erklärt dazu: „Mit dem Brandenburgischen Kunstpreis wollen wir die Vielfalt künstlerischen Schaffens in unserem Land zeigen und die Leistungen brandenburgischer Künstlerinnen und Künstler honorieren. Der Preis soll den Ausgezeichneten Mut geben, weiterhin kreativ und frei, voller Neugier und Inspiration zu arbeiten. Ich freue mich, dass wir mit der Übernahme des Preises in Landesträgerschaft erstmals ein Ausstellungshonorar für alle ausgewählten Künstlerinnen und Künstler zahlen können. Ich bin gespannt auf die diesjährigen Bewerbungen!“
Verleihung ist am 7. Juli 2024 in Neuhardenberg
Und auch ein Datum für die Kunstpreis-Verleihung steht schon fest: der 7. Juli 2024 in Neuhardenberg. „Ministerpräsident Dietmar Woidke wird daran teilnehmen und den Ehrenpreis des Ministerpräsidenten verleihen. Kulturministerin Manja Schüle wird den Nachwuchsförderpreis für bildende Kunst der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur vergeben“, erklärt Engels.
Darauf, den Preis als feste kulturelle Institution in Brandenburg etabliert zu haben, ist das Märkische Medienhaus zu Recht stolz, so Geschäftsführer Tilo Schelsky. Nach 20 Jahren Trägerschaft sei es nun aber auch an der Zeit, dass der Preis, der ursprünglich ein Preis des Landes Brandenburg war, in die Trägerschaft des Landes zurückkehre. „Jetzt steht dieser Preis auf einem sicheren Fundament und es ist der richtige Zeitpunkt zu überlegen, wie es mit dem Preis weitergehen soll“, so Tilo Schelsky. Als Medienpartner stehe das Haus dem Preis, den es über zwanzig Jahre getragen und maßgeblich gestaltet habe, natürlich gern weiter zur Verfügung.
Trailer zum Kunstpreis auf YouTube:
Heike Kramer als Generalbevollmächtigte der Stiftung Schloss Neuhardenberg spricht von „kultureller Grundversorgung“, damit Kunstschaffende in dieser Region ihrer Arbeit nachgehen können. Fast 100 Preisträgerinnen und Preisträger und Hunderte von Ausstellungsteilnehmenden haben in diesen 20 Jahren vom Brandenburgischen Kunstpreis profitiert, den Frank Mangelsdorf gern als das „größte Klassentreffen der Brandenburgischen Kunstszene“ bezeichnet. Die Liste liest sich wie ein Who ist Who der Kunstszene, von Werner Stötzer über Wieland Förster bis Bernhard Heisig, von Erika Stürmer-Alex über Sylvia Hagen bis Christiane Wartenberg. Der Preis sei eine „Feier der Kreativität und kulturellen Vielfalt, die in unserer Region gedeiht“, so Frank Mangelsdorf. Auf dass sie noch viele Jahre weitergefeiert werde.
Der Brandenburgische Kunstpreis
Der Brandenburgische Kunstpreis wird jedes Jahr in den Kategorien Malerei, Plastik/Installation, Graphik und Fotografie verliehen, begleitet von einer Ausstellung auf Schloss Neuhardenberg und einem Katalog. Dotiert ist der Preis in jeder Kategorie mit 4000 Euro. Ebenfalls verliehen wird der Ehrenpreis des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg und der Nachwuchsförderpreis des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur.
2023 waren Christa Panzner, Kristin Rabe, Ulrich Jörke und Katja Gragert Brandenburgische Kunstpreisträger. Der Ehrenpreis des Ministerpräsidenten ging an Helge Leiberg, der Nachwuchsförderpreis an die Cottbuserin Hella Stoletzki.


