OBOA Festival in Gorgast 2024
: Kostenlos, vegan, gegen rechts – alle Infos

Das OBOA Festival in Gorgast lädt 2024 kostenlos, vegan und vegetarisch zum Feiern ein – Infos zu Bands, Camping, Anfahrt und Programm.
Von
Nicole Buhlau
Gorgast
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Ein Auftritt auf dem OBOA-Festival Gorgast vor einigen Jahren. Das Line-up ist regional. ponlnisch und aus Berlin.

Ein Auftritt auf dem „OBOA“-Festival Gorgast vor einigen Jahren. Das Line-up ist regional, ponlnisch und aus Berlin.

Oliver Hinck

Meist muss für ein Festival viel Geld in die Hand genommen werden. Das „OBOA“ in Gorgast hingegen verspricht einen kostenlosen Eintritt. Das klingt erstmal vielversprechend, aber was wird dafür geboten? Ein Open-Air-Festival mitten im Oderbruch und Küstriner Vorland, das weit mehr bieten soll als nur Musik, versprechen die Veranstalter, der Verein Break Tribe Music e.V.

Im Jahr 1998 habe das Festival zum ersten Mal in Neuhardenberg stattgefunden. 2002 entschied man sich dann für das Fort Gorgast. Diese Spielstätte ist eigentlich eine Festung, die um 1870 entstand, seit über 20 Jahren dient sie für ein Wochenende im August als Open-Air-Location.

OBOA Festival in Gorgast: Wie komme ich hin – Bahn, Bus, Auto?

Festival-Fakten: Der Verein Break Tribe Music e.V. veranstaltet das Festival im Fort Gorgast seit 2001. Aus Berlin und dem Oderbruch versammeln sich etwa 40 Mitglieder, die das „OBOA“ organisieren – Die Abkürzung steht für Oderbruch Open-Air. Ein Gründungsmitglied sei heute noch aktiv im Verein, teilt Vorstandsmitglied Oliver Hinck mit.

„Ursprünglich aus der Region, hat es sich ein wenig diversifiziert. Wir haben ein paar polnischstämmige Leute in unseren Reihen, einige Berliner*innen und einen Quotenwessi“, scherzt er. Bunt gemischt durch alle Milieus, eint die Mitglieder die Liebe zur Musik und der Gedanke, gemeinschaftlich etwas auf die Beine zu stellen, erklärt Hinck.

Anreise: Laut der Webseite des Festivals kommt man sowohl mit der Bahn als auch mit dem Auto zum Festival, der Preis kann sich allerdings sehen lassen. Es gibt direkt am Festivalgelände einen Parkplatz. Für diesen fällt für Autos eine einmalige Gebühr von 20 Euro an und für andere kleinere Kraftfahrzeuge zehn Euro. Der Veranstaltungsverein rät deswegen aus ökologischen und nachhaltigen Gründen zu Fahrgemeinschaften oder zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel.

Für die Anreise mit der Bahn gibt es direkt neben dem Festivalgelände einen örtlichen Bahnhof – etwa sieben Minuten zu Fuß. Dort hält die Regionalbahn RB 26.

Rock, Punk, Ska, Metal und Co.: Welche Bands treten wann auf?

Auf dem „OBOA“ wird es mehrere Bühnen und Floors geben, auf denen unter anderem Rock, Punk, Ska, Metal, Dub, Drum und Bass gespielt wird. Insgesamt treten über 60 Bands, DJs und andere Acts am Wochenende auf. Unter den vielen unterschiedlichen Künstlern und Künstlerinnen sind auch einige aus der Region und aus dem Nachbarland Polen.

Am Samstag, dem 10. August, wird der Beatboxer Erik aus Frankfurt (Oder) einen Auftritt haben. Kürzlich lud er zu den Brandenburgischen Beatbox-Meisterschaften ein. Ebenfalls aus Frankfurt (Oder) kann man am Samstag an der Bühne Goldenes Rössel zu Unplugged System tanzen. Die junge Punk-Rock-Band nahm auch an dem Musik-Contest in Eisenhüttenstadt teil.

Line-up für das „OBOA“-Festival in Gorgast vom 9. bis 10. August

Freitag (9. August)

Samstag (10. August)

  • Sonnenbühne: Panika, The Stylacja, Nanofish Dippers, Pink Wonder, Zimna Wojna, Voodoo Puppets of Hell and Dooom, Dorfatzen
  • Goldenes Rössel: Contact Zone, Dieter Platte, Dreyst, Eribox, Oi! Ronie, Unplugged System

Soundsystem Yard

  • Ras Sisu, Echo Valley Sound, Duc, Moonbass Hifi, Toni Wobble, Freedom Fighter, Noblezwing, DJ Anacaona, Rádio Djan Djan, Jon Moon, J Lion, Tine Dub, Tjah, Jahminta Zulu

Beatbasar

  • DJ Wors, HIPinside Freestyle Battle, Jim Bean, Bassfieber Crew, Fridolin Frieden, Urai, Haunted Water, Dubfish, TEARZ, PC Toys, Yoru, Romain Sherflein, Hägen Daz

Pulverkammer

  • Tobstec, Tektatom 23, Schlottstep, Semptex, Pennerswagger, Not for human consumption, Hagen Daz, Slot4Motion, Ludwig Schiller, Synthex23, Mennimal, Hannai, a:tok, Rausch

Camping im Fort Gorgast – kann man übernachten?

Ob mit dem Zelt, Wohnwagen oder Bulli, wer übernachten möchte, ist herzlich willkommen, sagt Oliver Hinck – Platz sei eigentlich immer genug. Es soll einen Trinkwasseranschluss und Dixi-Toiletten geben. Duschen und Strom auf dem Campingplatz sind für das Wochenende nicht vorgesehen. Grillen und offenes Feuer sind aufgrund der unmittelbaren Nähe von Natur und Wald untersagt. Ein Gaskocher ist aber laut Verein erlaubt.

Essen und Getränke auf dem OBOA Festival in Gorgast?

Wem irgendwann zwischendurch die Lust zum Tanzen vergeht, der kann auf dem Festivalgelände selbst mitgebrachte Kleidung verschönern lassen. Mithilfe einer Siebdruckmaschine können Motive vor Ort auf die Stoffe gedruckt werden. Natürlich werden auch Essen und Getränke geboten. Vorstandsmitglied Oliver Hinck erzählt, dass eine Haupteinnahme des Festivals die Getränke seien, da der Eintritt frei ist. Auf dem Festivalgelände wird nur Barzahlung möglich sein.

Das Essen sei ausschließlich vegan oder vegetarisch – das ist ein Prinzip des Festivals. Eine Einstellung, die nicht nur aus nachhaltigen, sondern auch aus ethischen Gründen resultiert. Warum Fleischkonsum und ein friedliches, alternatives OBOA-Festival nicht zusammen passen, hält der Verein detailliert in einem Pdf-Dokument auf seiner Webseite fest. Drei Essensstände soll es geben, berichtet Hinck. Goldmund aus Alt-Tucheband mit regionalem sowie saisonalem Angebot und „auf jeden Fall sehr leckeren Pommes“, schwärmt Oliver Hinck. Außerdem bietet ein Suppenstand aus Berlin vier verschiedene Gerichte und ein Bäcker aus Polen bringt frisch gebackenes aus dem Holzofen – süß und herzhaft.

Festival gegen Frei.Wild-Fans, Sexismus, Diskriminierung

Zu den Prinzipien des Festivals gehören nicht nur die vegane beziehungsweise vegetarische Ernährung, sondern auch das kategorische Ausschließen von Hass und Hetze. So stellen die Veranstalter sich gegen rechte Gesinnung, Nationalsozialismus, Sexismus oder jegliche Form der Diskriminierung. Die Band Frei.Wild wird von dem Festival „OBOA“ in jeglicher Darstellungsform nicht toleriert. Der Verein sieht deren Texte als nationale Feindbildkonstruktionen, Intoleranz und männliche Gewaltverherrlichung.

Ein langjähriger, polnischer Fan des OBOA-Festivals in Gorgast, lässt sich hoffentlich auch dieses Jahr wieder blicken. Er nennt sich Junior.

Ein langjähriger, polnischer Fan des OBOA-Festivals in Gorgast, lässt sich hoffentlich auch dieses Jahr wieder blicken. Er nennt sich Junior.

Oliver Hinck

Die Rockband Frei.Wild aus Südtirol bezeichnet sich selbst als unpolitisch. Sie setzten in ihren Liedern jedoch auf konservative Werte. Offen ausländerfeindlich äußern sie sich nicht, dennoch singen sie Zeilen wie: „Kreuze werden aus Schulen entfernt, aus Respekt, vor den andersgläubigen Kindern“. Sänger Philipp Burger betonte mehrfach, dass er Nazis „hasse“. In einem Lied singt er „Die Liebe zur Heimat – Verspottet, ins rechte Eck gerückt“, was er nur patriotisch gemeint haben will.

Von dieser Art Musik und Einstellung distanzieren sich das Festival und der Verein. Sollten sich Menschen dennoch auf dem Open-Air-Event nicht wohlfühlen, ist ein Awarness-Team eingerichtet, welches an jeder Bar erreicht werden kann.