Pete Doherty in Berlin: The Libertines spielen Konzert in der Columbiahalle

Ist mit neuem Album und einer Tour zurück: Mit den Libertines spielt Peter Doherty in der Columbiahalle in Berlin. (Archivbild)
Ennio Leanza/dpa- Pete Doherty tritt mit den Libertines am 5. Februar 2025 in der Berliner Columbiahalle auf.
- Die Band präsentierte im April ihr viertes Album „All Quiet on the Eastern Esplanade“.
- Früher volatile Konzerte, heute stabile und beeindruckende Shows.
- Chemie zwischen Doherty und Barât verbessert, trotz früherer Konflikte.
- Weitere Tourdaten: Wiesbaden, München, Köln im Februar 2025.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Genie und Wahnsinn lagen bei Pete Doherty stets nah beieinander. Hier das poetische Wunderkind, die lyrische Qualität gepaart mit barschen Gitarren – eine Kombi, die den Engländer Anfang der Nullerjahre in Handumdrehen an die Spitze des Britpop schickte. Dort der drogeninduzierte Irrsinn mit Hang zur Selbstzerstörung, die toxischen Beziehungen, die ihn zum Liebling des Boulevards machten.
Es mutet fast wie ein Wunder an, dass der heute 45-jährige Pete Doherty den jahrelangen Cocktail aus Erfolg, Heroin und Skandalen überlebte. Doch nicht nur das. Zusammen mit seinem Bandkollegen Carl Barât haucht er dem genialen Fundament ihrer Karriere, The Libertines, zum zweiten Mal neues Leben ein.
Das Enfant terrible des modernen Rock ist also zurück – mit neuer Musik und einer Tour. Letztere führt The Libertines am 5. Februar 2025 in die Columbiahalle nach Berlin. Doch was ist vom geläutertem Pete Doherty zu erwarten?
Mit ihrem vierten Album gehen The Libertines neue Wege
Zunächst einmal erstaunlich solide Musik. Mit „All Quiet on the Eastern Esplanade“ legte die Londoner Band im April ihr viertes Studioalbum vor. Die elf Songs versuchen erst gar nicht, an den schäbig-melodischen Sound von „Up the Bracket“ und „The Libertines“ anzuknüpfen. Mit den ersten beiden Alben huldigten Doherty und Barât Vorbildern wie The Clash und The Smiths und läuteten gleichzeitig eine neue goldene Ära britischen Indie-Rocks ein.
Vielmehr gibt es diesmal Streicher und Pathos, etwa auf dem von einem Chor begleiteten „Merry Old England“. Auf dem von Zigarettenrauch eines schummrigen Jazzclubs verhangenen „Baron’s Claw“ erklingen sogar Trompeten. Doch keine Sorge, mit Songs wie „Run, Run, Run“ oder „Oh Shit“ liefern die Libertines auch Neues vom Alten – ohne dabei oll zu klingen.
Früher waren Libertines-Konzerte eine volatile Angelegenheit
Im Studio haben Doherty und Barât zusammen mit Bassist John Hassall und Drummer Gary Powell also ganze Arbeit geleistet. Die weitaus risikobehaftete Umgebung der Libertines war aber ohnehin die Live-Bühne. Schon in der Aufstiegsphase waren ihre Konzerte, vorsichtig formuliert, eine volatile Angelegenheit.
Fans, die lediglich stundenlang auf die Band warten mussten, konnten sich noch glücklich schätzen. Immer wieder wurden Auftritte auch komplett abgesagt. Oder Doherty zertrümmerte nach der Hälfte des Sets seine Gitarre und verließ die Bühne kommentarlos – so geschehen 2004 bei einer Show in London.

Läuteten in den frühen Nullerjahren mit den Libertines eine goldene Ära britischen Indie-Rocks ein: Pete Doherty (l) und Carl Barât
Britta Pedersen/dpaTurbulenzen, die inzwischen in der Vergangenheit liegen. Ihre Herbst-Tour durch Großbritannien jedenfalls absolvierten die Libertines ohne nennenswerte Störungen. Besser noch: Sie lieferten ziemlich fantastische Shows ab. Die britischen Konzertberichte ziehen ein mehr als positives Fazit. Vom „magischen Kapitel“ und dem „Vergnügen, daran erinnert zu werden, wie sehr die Libertines den Test der Zeit bestanden haben“, ist die Rede. Sogar vom „Privileg, in die goldene Ära des Indie-Schmuddels zurückkatapultiert zu werden.“
Knapp zehn Jahre nach ihrer letzten größeren Tournee wirkt die Band, die sich formal nie wirklich aufgelöst hat, noch erstaunlich frisch. Die Setlists in Sheffield, Liverpool, Glasgow oder Cork waren ein gelungener Mix aus Klassikern und neuen Songs.
Vom Freund, zum Einbrecher, zum Freund
Auch die Chemie zwischen Doherty und Barât stimmt wieder. Und das, obwohl Doherty am Tiefpunkt seiner Drogenkarriere sogar in die Wohnung seines Bandkollegen eingebrochen war. Neben Instrumenten und einem DVD-Player stahl er damals auch einen Schinken, wie er jüngst in einem Interview verriet. Anschließend musste er für zwei Monate ins Gefängnis. Dass sie heute wieder gemeinsam in ein Mikrofon singen, ist also nicht selbstverständlich – und wohl vor allem Carl Barâts Fähigkeit zu Verzeihen zu verdanken.
Die Zeichen stehen also gut, wenn die Libertines im Frühjahr für einige Shows über den Ärmelkanal kommen. Denn vom drogenbefeuerten Wahnsinn des Pete Doherty scheint nur mehr die Kippe im Mundwinkel übriggeblieben zu sein. Gut so! Das Genie des einstigen Enfant terrible funktioniert auch ohne Drogen hervorragend.
The Libertines – Live 2025
05.02.2025: Berlin, Columbiahalle
07.02.2025: Wiesbaden, Schlachthof
08.02.2025: München, Tonhalle
09.02.2025: Köln, Carlswerk Victoria
Tickets für die Konzerte gibt es hier.


