Peter Buske ist tot
: Langjähriger Musikkritiker der MOZ verstorben – ein Nachruf

Jahrzehnte war er als Musikkritiker tätig, auch für die Märkische Oderzeitung. Nun ist Peter Buske mit 86 Jahren gestorben. Ein Nachruf auf den Mann, der mit Worten Musik malte.
Von
Uwe Stiehler
Berlin
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Peter Buske (1939 - 2025)

Immer unterwegs für die Musik: der Autor und Musikkritiker Peter Buske (1939 - 2025) war auch für die MOZ tätig. Er verstarb kürzlich im Alter von 86 Jahren.

Volker Klehm
  • Peter Buske, Musikkritiker, starb mit 86 Jahren.
  • Er schrieb für viele Medien, u.a. die Märkische Oderzeitung.
  • Buske war bekannt für seinen unverwechselbaren Stil.
  • Er lobte enthusiastisch und tadelte pointiert.
  • Sein Vater besaß einen Verlag, Buske studierte zuerst Naturwissenschaften.
  • Er entschied sich später für die Kunst und Gesang.
  • Buske starb am 15. April in Berlin.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Peter Buske wusste, dass er der letzte seiner Art ist. Und deshalb war unermüdlich im Einsatz für die Sache der Musik. Kein Ensemble, kein Konzertsaal, der ihm in Brandenburg oder Berlin nicht bekannt gewesen wäre. Um darüber zu schreiben, wer was wann wo und vor allem wie gespielt hat, reiste er von Cottbus bis Prenzlau und von Frankfurt (Oder) bis nach Rheinsberg oder Neuruppin.

Er schrieb regelmäßig über die Aufführungen des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt, des Staatstheaters Cottbus, über die Märkischen Musiktage in Seelow, Kammermusiken in Strausberg, den Choriner Musikersommer und Konzerte im Nikolaisaal Potsdam. Fragt man die gestandenen Musikerinnen und Musikern der großen Orchester Brandenburgs nach Peter Buske, hört man oft: „Dieser Mann begleitet mich schon mein ganzes Berufsleben.“

Peter Buske: Freier Musik- und Theaterkritiker in der DDR

Peter Buske schrieb vor und nach 1989 für zahlreiche Medien. Er war einer der Wenigen, die zu DDR freiberuflich als Musik- und Theaterkritiker arbeiteten. Seine Artikel erschienen unter anderem in „Theater der Zeit“, im Journal „Das Orchester“, im „Tagesspiegel“, den „Potsdamer Neuesten Nachrichten“, in der „Märkischen Oderzeitung“ und der „Lausitzer Rundschau“.

Sein Stil: unverwechselbar. Einen Buske-Text erkennt man sofort an der Musik, die aus ihm klingt, erkennt man daran, wie Trompetenglanz und Trommelwirbel mit Worten ausgemalt werden, um den Leserinnen und Lesern die Musik nahezubringen. Wie enthusiastisch und wie überzeugt von der Materie muss man sein, wenn man mit Worten Begeisterung und Neugier für etwas so Flüchtiges wie Musik entfachen will? Peter Buske war ein großer Verfechter für das durch nichts zu ersetzende Live-Erlebnis von Opern und Sinfoniekonzerten.

Peter Buske: Überschwängliches Lob und knapper Tadel

Mit großem Sachverstand hat er dabei die Orchester, Chöre und Theater in Brandenburg und Berlin begleitet. Und so überschwänglich und blumig wie er loben konnte, so knapp und pointiert brachte er auch sein Missfallen zu Papier. „Buffoneskes Treiben“ mochte er, bei „metronomgleichen Taktschlägerein“ von Dirigenten verfinsterte sich seine Kritikerstirn.

Ein bisschen war ihm seine Berufung in die Wiege gelegt. Buskes Vater war ein literarisch hochgebildeter Mann und besaß bis 1939 einen Verlag in Leipzig. Sein Sohn allerdings war zunächst mehr an Naturwissenschaften interessiert, studierte Chemie und Biologie auf Lehramt. Er unterrichtete einige Jahre und entschied sich dann doch für die Kunst und ein Gesangsstudium. Helene Weigel entdeckte ihn und holte ihn ans Berliner Ensemble.

Er tauschte den Platz auf der Bühne bald mit dem des kritischen Beobachters. Sein Berufsleben als Journalist erstreckte sich über Jahrzehnte. Er war einer der letzten, sich ausschließlich der klassischen Musik widmenden Kritiker in Berlin und Brandenburg. Am 15. April starb Peter Buske im Alter von 86 Jahren in Berlin.