Muckis und Määäh: Der ehemalige Boxer Axel Schulz ist als Schaf in der ProSieben-Show „The Masked Dancer“ enttarnt worden. Der 53-Jährige erhielt am Donnerstagabend zu wenige Stimmen der Zuschauer – daher musste er seine Maske ablegen, unter der er lange unerkannt in der Sendung aufgetreten war. Es handelte sich um ein latent dämlich dreinblickendes Schaf mit viel Wolle auf dem Kopf und staksigen Beinen. „Das Geile ist, dass du darunter Faxen machen kannst“, fasste der aus Brandenburg stammende Schulz die Vorzüge der tollpatschigen Figur zusammen.

Moderatorin Johanna Klum: „Das letzte im Sportunterricht“

Dass die Show im Kostüm absolviert wird, war auch der ausschlagebende Grund, warum Schulz bei „The Masked Dancer“ mitgemacht hat. „Die Anfrage kam im Dezember, da habe ich erstmal ‚Nein’ gesagt, weil ich überhaupt nicht tanzen kann“, erklärte der ehemalige Profi aus Frankfurt (Oder) auf MOZ-Nachfrage. Erst als sein Management nochmals mit der Redaktion sprach und der Hinweis kam, dass die Auftritte im Schafs-Kostüm stattfänden, sagte er zu.
Tatsächlich hatte sich das Schaf eher als unterhaltsames Gesamtkunstwerk Meriten erarbeitet – und weniger mit besonders anspruchsvollen Tänzen, um die es in der Show auch geht. Das Schaf war recht tapsend unterwegs. Als Schulz noch nicht enttarnt war, waren die Urteile der Jury zu den Bewegungen daher auch zum Teil niederschmetternd. „Das Schaf sieht auf jeden Fall so aus, als wäre es beim Sportunterricht immer als letztes gewählt worden“, bemerkte Moderatorin Johanna Klum, die die Darbietung zudem „ein Tanz-Vermeidungsprogramm“ nannte. Auch Moderator Steven Gätjen stellte fest, dass das Schaf auf dem Tanz-Parkett nur „begrenzt talentiert“ sei. Das roch nach Knockout.

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Schulz nahm das mit viel Humor. „Ich hasse es ja, wenn du dich an irgendwas halten musst. Meine Tanzlehrerin, die ist glaub' ich durchgedreht“, berichtete er. Beim Tanzen müsse man ja gewisse Schritte können. „Und ich kann so eine Scheiße nicht“, sagte Schulz.

„Da war mein Kopf sozusagen ausgeboxt“

Tanzen lernen – das wollte er eigentlich auch mit der Show erreichen, doch geklappt hat das nicht. Verbessert auch nicht, resümiert er nüchtern im MOZ-Gespräch auf die Frage, ob seine Kenntnisse sich gesteigert hätten: „Da ging gar nichts nach oben.“ Auf drei bis vier Schritte verständigte er sich im Tanzunterricht. „Mehr ging nicht, da war mein Kopf sozusagen ausgeboxt“, sagte Schulz am Freitagmorgen nach dem Ausscheiden.

Auch Ute Lemper ist schon ausgeschieden

Glücklich war Schulz dennoch, denn seine eigenwillige Schaf-Show – zuletzt zum Schlager „Ich liebe das Leben“ von Vicky Leandros – hatte ihn bis in die zweite Runde gebracht. In der vergangenen Woche war bereits Sängerin Ute Lemper als Glühwürmchen ausgeschieden. „Es war trotz allem eine tolle Erfahrung. Und es ging ja vor allem um die Unterhaltung in der Show“, zog Schulz Fazit. Ob er demnächst bei anderen Formaten, bei denen mit Verkleidung aufgetreten wird, mitmachen werde, wolle er erst einmal abwarten. Ganz abgeneigt klang er zumindest nicht. Doch eine Sache sei ziemlich sicher: Im Hause Schulz wird nach der Teilnahme jetzt nicht automatisch mehr als vorher getanzt.

Es gab Indizien in der Show, die auf einen Boxer hinwiesen

Bei „The Masked Dancer“ verbergen sich Prominente unter üppiger Verkleidung. Jury und Zuschauer versuchen, anhand ihrer Tänze und mit Hilfe von Indizien die wahre Identität zu erraten. Die Sendung ist ein Ableger der erfolgreichen ProSieben-Sendung „The Masked Singer“, in der es primär um das Singen und nicht um das Tanzen geht.
Lange war auch beim Schaf niemand auf den Namen von Schulz gekommen, der auch der „weiche Riese“ genannt wurde und in den 90ern große Popularität erlangt hatte, obwohl er nie einen wichtigen internationalen Titel gewann. Unvergessen ist sein Kampf gegen den damals gealterten Box-Platzhirsch George Foreman, den er 1995 in Las Vegas bestritt. Schulz, ein stets breit berlinernder Koloss, verlor äußerst umstritten nach Punkten. Aber die Niederlage machte ihn groß.

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Dass es sich bei dem Schaf um einen Boxer handeln könnte, wurde in der Show offensichtlich, als in einem Video mit Indizien die Buchstaben „O.K.“ auftauchten und angedeutet wurde, dass man sie rückwärts lesen müsse. Also: K. o. - und im Boxen bekannt als Knockout. Während Sänger Alexander Klaws im Rateteam auf Henry Maske tippte, legte sich sein Kollege Steven Gätjen ganz zum Schluss auf Schulz fest und landete damit einen Treffer. Allerdings waren zuvor auch andere Namen ausgiebig verhandelt worden, etwa der von Fernsehmoderator Jörg Pilawa.
Noch im Wettbewerb sind bei „The Masked Dancer“ nun ein tanzender Buntstift, ein Affe, ein muskulöser Superheld mit Namen Maximum Power, eine Maus und eine Art Wischmopp, den ProSieben Zottel getauft hat. Wer in den Kostümen steckt, werden die kommenden Wochen zeigen.