Roxette in Berlin 2025: So war das Konzert im Tempodrom (in 5 Fragen)

Bringen die Songs von Roxette zurück auf die Bühne: Gitarrist und Per Gessle und Sängerin Lena Philipsson (hier bei einem Konzert in München) machten auf ihrer Tour Halt im Tempodrom Berlin.
Felix Hörhager/dpa- Roxette kehrt sechs Jahre nach Marie Fredrikssons Tod mit neuer Sängerin Lena Philipsson zurück.
- Beim Konzert im Berliner Tempodrom spielte die Band rund 20 Hits, darunter „The Big L.“ und „Joyride“.
- Lena Philipsson ehrt Fredriksson mit „It Must Have Been Love“ und überzeugt mit klaren Pop-Vocals.
- Das Publikum feiert ausgelassen, singt laut mit und filmt Highlights wie „How Do You Do“.
- Per Gessle kuratiert das Revival als dynamischen Rückblick – ein stimmungsvoller Abend für die Fans.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Eines hat Per Gessle deutlich gemacht: „Ich gründe kein neues Duo. Marie wird immer unersetzlich bleiben.“ Gemeint ist Marie Fredriksson. Die unvergessliche Frontfrau von Roxette erlag 2019 ihrem Krebsleiden. Die gemeinsamen Songs, einige der eingängigsten Popnummer der Musikgeschichte, präsentiert der kreative Kopf der Kultband seit diesem Jahr aber wieder live. Neu an seiner Seite: Sängerin Lena Philipsson. Seit Monaten touren sie mit dem Roxette-Revival durch die Welt. Am Donnerstag (20.11.) brachten sie es ins Berliner Tempodrom.
Welche Songs spielen Roxette in Berlin?
Rund 20 Songs performen Roxette in Berlin. Und kein Hit fehlt. Los geht es mit „The Big L.“, eine energiegeladene Zeitmaschine, die ohne Umwege in die frühen 90er führt. Dass ein Klassiker wie „Sleeping in My Car“ an zweiter Stelle steht, zeigt, wie reich der Roxette-Katalog an Erfolgsnummern ist. Während Popballaden wie „Milk and Toast and Honey“ fast intime Momente kreieren, lässt feinster Poprock à la „Listen to Your Heart“ und „Joyride“ die Berlinerinnen und Berliner jubeln.
Die gefühlvolle Performance von „It Must Have Been Love“ gerät im Tempodrom zur rührenden Hommage an Marie Fredriksson. „Das ist für dich“, sagt Lena Philipsson und widmet die Ballade der verstorbenen Roxette-Sängerin. Insgesamt kuratiert Per Gessle das Revival als ausgewogenen Rückblick der größten Roxette-Hits. Mal euphorisch, mal melancholisch, aber immer dynamisch. Das vermag nur der Poprock der 90er.
Wie ist die Stimmung beim Publikum im Tempodrom?
Großartig! Ausgelassener können die Berlinerinnen und Berliner Roxette kaum feiern. Offenkundig hat sich einiges angestaut – im Tempodrom wird es sofort freigesetzt. Mit voller Emphase recken Alt wie Jung die Fäuste im Takt in die Höhe. Die wenigen freien Plätze am Rand der Tribünen nutzen sie zum Tanzen. Und sie singen. Laut, sehr laut sogar. Zeilen wie „Shaping me up for the big time, Baby“ aus „Dressed for Success“ schallt es aus tausend Kehlen Richtung Bühne.

Unvergesslich: Roxette-Sängerin Marie Fredriksson 2012 bei einem Konzert in Sydney. Sie starb 2019 an Krebs.
Tracey Nearmy/dpaAn Roxettes „Big Time“ im Tempodrom haben die Berliner Fans einen gebührenden Anteil. Höhepunkte bilden Songs wie „Fading Like a Flower“ oder „Dangerous“. Bei so viel Einsatz ist es vollkommen gerechtfertigt, dass bei Ohrwürmern wie „How Do You Do“ haufenweise Handykameras in die Höhe schnellen. Derart ausgelassene Stimmung will später noch erinnert werden.
In welcher Form zeigen sich Roxette?
„Schön, dass ihr alle da seid. Wir waren eine ganze Weile nicht hier“, begrüßt Per Gessle die Berliner Fans. Doch das bedeutet nicht, dass sich Roxette im Tempodrom rostig präsentieren. Im Gegenteil. Man hört den schwedischen Poprockern an, dass sie seit Februar Zeit hatten, sich einzugrooven. Gemeinsam mit fantastischer Live-Band und Background-Sängerin liefern sie eine gut klingende Mischung aus Emotion, Energie und Nostalgie. Einzig von Gessle gesungenen Nummern wie „Vulnerable“ offenbaren, dass seine Stimme besser im Studio funktioniert.
Die Bühnenkulisse kommt zwar schmucklos daher und besteht lediglich aus Projektionen in Bildschirmschoner-Ästhetik (darunter ein Stern und zwei Elefanten) – doch sei‘s drum! In Sachen Show glänzen die Songs. Von ihnen hätte man ruhig mehr hören können. Allerdings hatten es Roxette eilig. Mit Ausnahme der Vorstellung der Band, die mit einem „Berliner Luft“-Gitarrensolo eine Verneigung vor Paul Lincke und die Hauptstadt enthält, reiht sich Song an Song fast nahtlos aneinander. Spontane Interaktion mit dem Publikum gibt es in Berlin kaum. Am Ende dauert das Comeback der Schweden weniger als zwei Stunden.
Wie klingt Lena Philipsson im Vergleich zu Marie Fredriksson?
Dass man gerne mehr gehört hätte, liegt auch an Lena Philipsson. Stimmlich liegen durchaus Unterschiede zwischen ihre und Marie Fredriksson. Die legendäre Roxette-Frontfrau wechselte mit ihrer rauen, warmen Stimme spielerisch zwischen Kraft und emotionaler Tiefe. Lena Philipsson setzt stärker auf glatte, klare Pop-Vocals. Das funktioniert erstaunlich gut. Die Sängerin, die in Berlin im grünen Leopardenkleid und glitzerndem Gürtel die Bühne betritt, versucht Marie Fredriksson nicht zu kopieren. Zum Glück! Den Geist und die Energie von Roxette fängt sie auch auf ihre Art grandios ein.

Beim Roxette-Konzert in Berlin versucht Sängerin Lena Philipsson (hier im Juni beim Tollwood-Sommerfestival in München) ihre Vorgängerin Marie Fredriksson nicht zu kopieren. Zum Glück!
Felix Hörhager/dpaPer Gessles Urteil, dass er in Lena Philipsson „eine fantastische Stimme und eine brillante Performerin“ gefunden hat, scheinen die Fans zu unterschreiben. Schon ihre Vorstellung durch Gessle erntet lauten Applaus. „Ich liebe Berlin“, dankt es die 59-Jährige.
Lohnt sich ein Konzert der Roxette-Neuauflage?
Als mit „Queen of Rain“ das Konzert im Tempodrom endet, zeigt sich: Roxettes Musik ist zurück – und sie hat nichts an ihrer Kraft eingebüßt. Fans können sich getrost auf die Neuauflage der schwedischen Hitfabrik einlassen. Vor Ohrwürmern sei aber explizit gewarnt. Das „Na na na na na na na na na“ aus „The Look“ summt man mindestens auf dem Nachhauseweg vor sich hin.


