Die im Februar startende Streamingserie über das Leben der Berliner Fixerin Christiane F. verherrliche die Sucht allerdings nicht. Die Erzählung der Geschichte sei „wie eine Welle, die sich bewegt von einer Neugierde zu einer Euphorie zu einem Glück zu einem Absturz - und zum Tod führt“. Dieses Bild ergebe sich über die acht Folgen als Gesamtwerk.
„Natürlich gibt es Sequenzen drin, die eine euphorisierende und glückliche Wirkung von Drogen zeigen“, sagte Berben. „Und natürlich gibt es Szenen, die das komplette Elend, den Tod, den Niedergang zeigen. Nur wenn beides zusammenkommt, kriegen Sie ein überzeugendes Bild davon gemacht.“ Das Zentrale sei, dass man die Zuschauer mit der Erzählung emotional packe: „Dass Du merkst: Vielleicht denke ich doch noch einmal darüber nach, ob das die richtige Entscheidung ist.“

Serie startet am 19. Februar bei Amazon Prime Video

„Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ startet am 19. Februar bei Amazon Prime Video. Hauptdarstellerin Jana McKinnon ist wie die meisten Schauspieler bisher kaum in Erscheinung getreten. Die Macher hätten „ungesehene Gesichter“ gesucht, „die frisch und neu sind“, sagte Philip Pratt, bei Amazon für deutsche Serien zuständig. „Es sind in der Serie insgesamt 297 Sprechrollen vorhanden“, ergänzte Berben. Er und Pratt hätten die Devise ausgegeben: „Wir möchten gern Vorschläge für das Casting haben - und wir möchten niemanden davon kennen.“
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Während die Außenaufnahmen vom Bahnhof Zoo am Computer bearbeitet wurden, um die Geschichte von Ende der 1970er Jahre realistisch zu erzählen, wurde das Innere des Bahnhofs in einem Industriekomplex im tschechischen Prag als originalgetreue Kulisse nachgebaut.

Dreh überwiegend in Prag

„Wir haben überwiegend in Prag gedreht“, sagte die federführende Autorin Annette Hess. „Beim Bahnhof Zoo war uns wichtig, weil er so ikonografisch war, nah am Original zu bleiben.“ Die andere wichtige Location, die Disco „Sound“, sei hingegen recht frei gestaltet worden. Hess beschreibt das Spannungsfeld der Gefühle, die die Serie erzeugen will, als gegensätzlich: „Dass man danach sofort drogenabhängig werden will - und aber auch auf keinen Fall.“ Sie betonte: „Wenn man so einen Stoff anfasst, darf man nicht im Mittelmaß herumeiern. Denn dann braucht man es nicht zu machen.“
Bewusst habe man sich dagegen entschieden, den Stoff in die Gegenwart zu holen, so Hess. „Was die Geschichte so besonders macht, ist, dass die Jugendlichen damals ganz anders kommuniziert haben, weil es keine Handys gab. Sie mussten sich immer suchen.“

Lebensbeichte der Fixerin Christiane F. aus Berlin als Serie im Magazin „Stern“

Die Lebensbeichte der jungen Berliner Fixerin Christiane F. war 1978 zunächst als Serie im Magazin „Stern“ erschienen. Was Christiane F. über das Nachtleben der Mauerstadt, über Heroin und den Drogenstrich zu erzählen hatte, erschütterte damals Westdeutschland. Das Buch dazu wurde Ende der 70er Jahre ein Bestseller, Uli Edels Verfilmung in den 80ern ein Kinohit.