Sum 41
: Deryck Whibley wirft Ex-Manager sexuellen Missbrauch vor

Mit der „Tour of the Setting Sum“ feiern Sum 41 gerade ein letztes Live-Hurra. In seiner Autobiografie erhebt Frontmann Deryck Whibley jedoch schwere Vorwürfe.
Von
Michael Heider
Berlin
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Sänger Deryck Whibley tritt beim Musikfestival "Rock am Ring" am 03.06.2017 in Nürburg (Rheinland-Pfalz) auf der Hauptbühne mit der kanadischen Punkrock-Band "Sum 41" auf . Am Vorabend war das Festival wegen Terrorgefahr unterbrochen worden. Foto: Thomas Frey/dpa ++ +++ dpa-Bildfunk +++

Ist mit Sum 41 derzeit nicht nur auf finaler Tournee, auch sonst ist bei ihm viel los: Sänger Deryck Whibley (hier beim Festival „Rock am Ring“ im Jahr 2017)

Thomas Frey/dpa
  • Deryck Whibley von Sum 41 wirft Ex-Manager Greig Nori sexuellen Missbrauch vor.
  • Sum 41 sind auf ihrer Abschiedstour "Tour of the Setting Sum" in Deutschland unterwegs.
  • In Whibleys Autobiografie beschreibt er auch Missbrauch durch Drogen und psychischen Druck.
  • Nori bestreitet die Vorwürfe und hat rechtliche Schritte eingeleitet.
  • Sum 41s Abschiedstour umfasst Auftritte in Berlin, Hamburg, Dortmund, Leipzig und München.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das letzte Mal, dass so viel Trubel um Sum 41 herrschte, dürfte im Jahr 2001 gewesen sein. Damals veröffentlichte die kanadische Pop-Punk-Band ihr wegweisendes Album „All Killer No Filler“. Es war der Start ihrer Karriere, der direkt in weltweite Berühmtheit mündete. Heute, 23 Jahre später, stehen die Zeichen auf Abschied. Trotzdem gibt es nochmal viel zu berichten in Sachen Sum 41 – leider nicht nur Positives.

Zu den guten Nachrichten gehört, dass Frontmann Deryck Whibley und Bandkollegen derzeit auf der „Tour of the Setting Sum“, ihrer finalen Tour, noch einmal ihre Live-Qualitäten eindrücklich unter Beweis stellen. Die Abschiedstour führt die Band am 4. November auch für ein Konzert in die Berliner Uber Eats Music Hall. Weitere Auftritte sind in Hamburg (5.11.), Dortmund (6.11.), Leipzig (8.11.) und München (14.11.) geplant.

Pop Punk haben Sum 41 geprägt wie wohl sonst nur Blink 182

Und auch dass die Punk-Veteranen ihre Fans Anfang des Jahres mit dem Doppelalbum „Heaven :X: Hell“ überraschten, dürfte viele von ihnen gefreut haben. Sogar Kritiker sehen in der Platte einen musikalisch würdigen Abgang von Sum 41 – und damit einer Band, die ihr Genre fast so stark geprägt hat, wie die Pop-Punk-Megastars von Blink 182.

Weniger Grund zur Freude begleitet jedoch die jüngst von Deryck Whibley veröffentlichte Autobiografie „Walking Disaster: My Life Through Heaven and Hell“. Darin wirft der heute 44-jährige Sänger dem ersten Manager der Band, Greig Nori, vor, ihn jahrelang sexuell und verbal missbraucht zu haben.

Nori war ein früher Förderer von Sum 41, die sich 1996 in Ajax in der kanadischen Provinz Ontario als Schülerband gründeten. Der Sänger und Gitarrist, der mit den Treble Chargers selbst Teil der kanadischen Pop-Punk-Szene der 90er war, fungierte als Mentor für die jungen Musiker und war als deren Produzent und Manager wesentlich für ihre frühen Erfolge verantwortlich.

Mentor soll Band früh mit Drogen versorgt haben

Wie Whibley in seinem Buch schreibt, soll Nori ihn und seine Bandkollegen aber auch früh an Drogen und Alkohol herangeführt haben. Als er gerade 18 Jahre alt geworden war, soll der Bandmentor ihm Ecstasy angeboten und ihn während einer Party auf der Toilette geküsst haben, so Whibley. Gegen weitere sexuelle Annäherungen habe er sich gewehrt. Zudem wirft der Musiker seinem Ex-Manager vor, ihn „psychisch und verbal missbraucht“ zu haben. Der heute 61-jährige Nori soll ihn manipuliert und unter Druck gesetzt haben, um eine sexuelle Beziehung mit ihm einzugehen.

Greig Nori, der bis 2005 der Manager von Sum 41 war, weist Whibley Anschuldigungen zurück. Der kanadischen Zeitung „The Globe And Mail“ gegenüber sagte er zudem, dass er einen Verleumdungsanwalt beauftragt habe.

In den sozialen Medien reagierten Fans von Sum 41 bestürzt auf die Missbrauchsvorwürfe. Viele von ihnen zeigten solidarisch mit Whibley und sprachen dem Musiker ihr Mitgefühl aus.

Vorwürfe nicht der Grund für das Aus von Sum 41

Mit dem Ende von Sum 41 haben Whibleys Vorwürfe allerdings nichts zu tun. Dem kanadischen Radiosender CJAY 92 gegenüber sagte der Sänger und Gitarrist bereits vergangenes Jahr: „Ich bin in dieser Band, seit ich in der zehnten Klasse war. Und ich komme an einen Punkt, an dem ich denke, dass ich mich gerne auf etwas anderes konzentrieren und meine Energie in etwas anderes stecken würde.“

Wie genau es für den Musiker nach Sum 41 weitergeht, ist allerdings noch offen.

Sum 41– „Tour of the Setting Sum“ 2024

04.11.2024: Berlin, Uber Eats Music Hall

05.11.2024: Hamburg, Barclays Arena

06.11.2024: Dortmund, Westfalenhalle

08.11.2024: Leipzig, Quarterback Immobilien Arena

14.11.2024: München, Olympiahalle

Tickets für die Tour gibt es hier.