Tagebuch von Manfred Krug: Konzertlesung zeigt Hommage an DDR-Star in Berlin

Feierte sowohl in der DDR als auch in der Bundesrepublik große Erfolge: Schauspieler und Sänger Manfred Krug. Ludwig Blochberger bringt im Berliner Renaissance Theater seine Tagebuch-Einträge mit der Konzertlesung „Manfred Krug: Abgehauen“ auf die Bühne.
Hendrik Schmidt / dpa- Konzertlesung „Manfred Krug: Abgehauen“ am 14./15. Nov. 2025 im Renaissance Theater Berlin.
- Schauspieler Ludwig Blochberger kombiniert Krugs Tagebucheinträge mit Songs des Entertainers.
- Tagebuch „Abgehauen“ dokumentiert Krugs Erlebnisse bis zur Ausreise aus der DDR 1977.
- Krug war in der DDR ein Star, fiel nach Protest gegen Biermann-Ausbürgerung in Ungnade.
- Veranstalter versprechen einen Abend zwischen Musik, Zeitgeschichte und Selbstbehauptung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Diese Stimme, dieser Charme … In der DDR machten sie Manfred Krug zum Superstar. Erfolge feierte er nicht nur in Kino und Fernsehen. Auch musikalisch entwickelte sich der 1937 in Duisburg geborene Entertainer mit einer Mischung aus Jazz und Chansons und Songs wie „Es steht ein Haus in New Orleans“ zum Publikumsliebling. Für die Staats- und Parteiführung wurde der Liebling jedoch zum Problemfall.
Als Krug Ende 1976 das Protestschreiben gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns unterschrieb, reichte es den Funktionären. Ein offizielles Berufsverbot blieb zwar unausgesprochen, seine Karriere in der DDR war trotzdem Geschichte. Filmrollen, Angebote für Fernsehen und Bühne blieben aus. Manfred Krug wurde kaltgestellt.
Es dauerte nicht lange, da stellte der Künstler mit Haltung einen Ausreiseantrag. Der wurde auch bewilligt. Am Grenzübergang Bornholmer Straße verließ er am 20. Juni 1977 die DDR Richtung Westen. Der damals 40-Jährige haute ab.
Das Tagebuch von Manfred Krug ist eine schonungslose Chronik
Was er zwischen Einreichen bis zur Genehmigung seines Ausreiseantrags erlebte, notierte Manfred Krug, der auch in der Bundesrepublik bei Millionen beliebt war, in einem Tagebuch. Die damaligen Einträge bilden ein schonungsloses Zeitdokument, das Krug unter dem Titel „Abgehauen“ später veröffentlichte. Kein Heldenbericht, sondern die schmucklose Chronik eines Stars, den das System nicht mehr ertragen konnte.
Fast fünfzig Jahre nach der schicksalhaften Ausreise bringt Ludwig Blochberger diesen Bericht und seinen inzwischen verstorbenen Autor zurück ins Rampenlicht. Mit dem Programm „Manfred Krug: Abgehauen“ verbindet der Schauspieler („Die Manns“, „Das Leben der Anderen“) autobiografische Passagen aus Krugs Buch mit dessen Songs, interpretiert vom Goin’ Out West Quintet. Premiere feiert die Konzertlesung am 14. November 2025 im Berliner Renaissance Theater.
Blochberger ist ein denkbar geeigneter Kandidat für ein solches Unterfangen. Der gebürtige Ost-Berliner, Jahrgang 1982, sang bei den Wiener Sängerknaben, trat bereits als Jugendlicher unter der Regie von Claus Peymann im Wiener Burgtheater auf und übernimmt regelmäßig Rollen in Kino- und Fernsehfilmen – auch er besticht durch eine markante Stimme.

Bringt Manfreds Krugs Buch „Abgehauen“ auf die Bühne: Schauspieler Ludwig Blochberger
Tobias Hase / dpaIm Renaissance Theater Berlin verneigt sich Blochberger vor dem 2016 verstorbenen Manfred Krug. Die Veranstalter versprechen ein Programm, das „Hommage und Erinnerungsstück zugleich“ ist. „Ein Abend zwischen Musik, Zeitgeschichte und künstlerischer Selbstbehauptung.“ Dem so unbeugsamen wie unvergessenen Allround-Unterhalter hätte dies sicher gefallen...
„Manfred Krug: Abgehauen“: am 14. und 15. November, jeweils um 19.30 Uhr im Renaissance Theater Berlin, Tickets ab 22 Euro gibt es hier.

