Theater in Schwedt: Oderhähne feiern Premiere – wenn der Urlaub zum Albtraum wird

Wenn der All-Inclusive-Urlaub zum Desaster wird: die Oderhähne aus Frankfurt (Oder) begeistern mit dem Stück Club Las Piranjas in Schwedt das Publikum.
Udo Krause- Theaterstück "Club Las Piranjas" feiert Premiere in Schwedt.
- Stück basiert auf TV-Komödie von 1995 mit Hape Kerkeling.
- Eckdaten: 9.3. um 15 Uhr, 21.3., 22.3., 2. und 3.5. um 19:30 Uhr.
- Handlung: Ehepaar erlebt Albtraum-Urlaub im Club.
- Interaktives Erlebnis für Zuschauer, viel Humor und Satire.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer kennt es nicht, die Sehnsucht nach Sommer, Sonne und Sonnenschein im kalten Winter? Während für die meisten der große Urlaub als Paar, mit der Familie oder als Alleinstehender noch bevorsteht, kann es das Brandenburger Ehepaar Hildegard (Madlen Wegner) und Karl-Heinz (Daniel Heinz) kaum erwarten, schon Anfang März bei 30 Grad in den Pool zu springen. Zumindest trifft das auf Hildegard zu.
Denn ihr Mann Karl-Heinz mit Bierbauch, Vokuhila und in Jogging-Kleidung möchte seine kostbare, freie Zeit lieber wieder ganz entspannt im heimischen Schrebergarten verbringen.
Ein Interessenskonflikt, der die beiden den gesamten Urlaub über verfolgen wird. Doch dass die Clubanlage wirklich nicht ganz koscher ist, merkt Karl-Heinz schnell.
Der „Club Las Piranjas“ in Schwedt hat Animateure
Bereits beim Einchecken kassieren die Animateure Edwin (Frank Brunet) und Biggi (Saskia Dreyer), die eigentlich für gute Laune sorgen sollen, sämtliche Wertgegenstände wie Reisepässe, Geldbeutel und Telefone ein. Im Gegenzug erhalten sie ein Säckchen der clubeigenen Währung, der Piranja-Taler, mit der im Hotel bezahlt wird. Auch das Tragen einer Piranja-Weste ist für alle Gäste Pflicht.
Zu allem Übel gehen Karl-Heinz und Hildegard hungrig ins Bett. „Wir können das Essen ja nicht ewig für euch warmhalten“, sagt die alkoholisierte Clubdirektorin Frau Dr. Wenger (Klara Gmiter) und schickt die beiden in ihre „Oase“, also aufs Zimmer.
Doch der anfängliche Schreck entpuppt sich schnell als wahrhaftige Touristenabzocke: Zum Frühstück gibt es vorgefertigte Tüten mit Brot und Ei, im Pool befindet sich kein Wasser zum Baden und Langschläfer werden mit einem nervigen Club-Song der Animateure geweckt.
Karl-Heinz, der seine Frau liebevoll Puschel nennt, hat bereits am ersten Urlaubstag die Nase gestrichen voll und macht seinen Frust deutlich. Hildegard, die über die gebuchte Misere noch positiv gestimmt hinwegschaut, ist genervt von ihrem Mann. „Mensch Karl-Heinz, du musst dich auch mal auf etwas Neues einlassen“, sagt sie. Immerhin hat Hildegard das Hotel selbst ausgesucht und sich vom großartigen Werbevideo der Animateure blenden lassen.
Theaterstück basiert auf einem Film mit Hape Kerkeling
Damit spielt das Theaterstück, welches auf der TV-Komödie „Club Las Piranjas“ mit Hape Kerkeling und Angelika Milster von 1995 basiert, teilweise auf den Urlaubsalltag vieler Touristen an, denen schon bei der Hotelrecherche falsche Dinge versprochen werden. Doch einmal im Hotel angekommen, gibt es kein Zurück mehr – oder das Geld ist weg.
Im Falle der Inszenierung „Club Las Piranjas“ der Oderhähne aus Frankfurt (Oder) bleiben Karl-Heinz und Hildegard aber nichts anderes übrig, als die anstehenden zehn Tage irgendwie rumzukriegen. Selbst ein Spaziergang außerhalb der Anlage ist nicht gestattet. Ein elektrisch geladener Zaun soll jegliche Cluburlauber davon abhalten, das Gelände zu verlassen.
Das Inszenierungsteam von „Club Las Piranjas“ am Theater in Schwedt
Regie: Reinhard Simon
Ausstattung: Frauke Bischinger
Musikalische Leitung: Tilmann Hintze
Choreografie: Patrick Stauf
Damit Karl-Heinz und seine Puschel den Urlaub nicht alleine verbringen müssen, schlüpfen Daniel Heinz, künstlerischer Leiter der Oderhähne, Madlen Wegner, Geschäftsführerin des Frankfurter Kabarettvereins, und Schauspielerin Klara Gmiter in weitere Rollen. Oma Herta (Madlen Wegner) kommt aus Warnemünde, trägt eine Strickjacke und kann durch ihre Rückenprobleme nur noch schlecht laufen. Der Alleinstehende Kurt (Daniel Heinz) symbolisiert mit Tennissocken in Sandalen den klischeebehafteten deutschen Touristen und Margot (Klara Gmiter) reist in kurzem Partykleid und Gucci-Tasche an.
Warum sich das Stück „Club Las Piranjas“ in Schwedt lohnt
Trotz der grausamen Urlaubssituation im Club, in der sich viele Streitigkeiten und Affären entwickeln, schaffen es die Schauspieler mit Charme, Talent und Satire, ihr Publikum zum Lachen zu bringen. Darüber hinaus glänzen die Oderhähne im Stück mit Tanz und Gesang und scheuen nicht davor, mit selbstironischen und albernen Szenen ihren Zuschauern ein Lächeln zu schenken. So imitiert Saskia Dreyer als Animateurin bei einer griechischen Nacht mit Lippenlauten und Handbewegungen eine Gitarre und verzieht dabei ein urkomisches Gesicht.
Um das Publikum noch mehr in das Clubleben einzuspannen, sind interaktive, lustige Szenen keine Seltenheit. Und so werden die Theaterbesucher selbst zu Hotelgästen und müssen mitanpacken. Neugierig geworden, wie es den Urlaubern nach zehn Tagen im Club Las Piranjas beziehungsweise im Hochsicherheitstrakt ergeht? Dann lohnt es sich, den Kalender zu zücken, denn für die uckermärkischen Bühnen in Schwedt sind noch einige Termine geplant: 9.3. um 15 Uhr, 21.3. um 19:30 Uhr, 22.3. um 19:30 Uhr sowie der 2. und 3. Mai, ebenfalls um 19:30 Uhr.
Und wer nach dem Abend nicht weiß, dass „bienvenido“ Willkommen heißt, hat während der Show geschlafen.


