Theatertreffen Berlin: Neue Leitung – Nora Hertlein-Hull übernimmt das Festival

Berlin: Nora Hertlein-Hull übernimmt ab 2024 die Leitung des Theatertreffens
Berliner FestspieleLange hat die Konstellation nicht gehalten: Noch vor der ersten Festivalausgabe im Mai 2023 hatte Marta Hewelt im März das Viererteam verlassen, das seit September 2022 die Geschicke des renommierten Berliner Theaterfestivals bestimmte.
Nun geben die veranstaltenden Berliner Festspiele bekannt, dass auch die verbliebenen drei Leiterinnen, Olena Apchel, Carolin Hochleichter und Joanna Nuckowska abgelöst werden. Den Posten übernimmt als alleinige Leiterin Nora Hertlein-Hull. Die Theater- und Festivalmacherin tritt ihre neue Position zum 1. Januar 2024 an, ihre Vorbereitungszeit beginnt im Oktober 2023.
Eine der ersten Taten von Intendant Matthias Pees
Es ist ein ziemliches Debakel, das Intendant Matthias Pees als eine seiner ersten Amtshandlungen angerichtet hat - die langjährige Leiterin Yvonne Büdenhölzer, die das Festival zehn Jahre lang geleitet hatte, hatte schon konsequent begonnen, das Festival, das jährlich die zehn bemerkenswertesten Inszenierungen deutschspachiger Theater nach Berlin holt, zu modernisieren und mit Diskursprogrammen zu erweitern. Das weibliche Viererteam war dann angetreten, das deutschsprachige Festival zu internationalisieren und in andere Sparten hin zu öffnen.
Hertlein-Hull leitet aktuell die Lessingtage am Hamburger Thalia Theater. Zuvor arbeitete sie unter anderem international als Tourneeregisseurin und Produktionsleiterin. Die Kuratorin sei vom Intendanten der Berliner Festspiele, Matthias Pees, berufen worden, hieß es weiter. „Sie steht damit für eine möglichst facettenreiche Konzentration des Theatertreffens auf sein Kernprogramm und für eine Stärkung der internationalen Vernetzung und Strahlkraft des Festivals“, sagte Pees.

Schon wieder abberufen: Das Vierer-Leitungsteam beim Theatertreffen Marta Hewelt (l-r), Joanna Nuckowska, Olena Apchel und Carolin Hochleichter
Annette Riedl/dpaDie zuletzt drei Chefinnen bedauerten die Ablösung. „Als mehrsprachiges, weibliches Leitungsteam waren wir eingeladen, das Theatertreffen zu erweitern, zu diversifizieren und es für europäische Fragen zu öffnen“, so ihr Statement in der Mitteilung. Gleichzeitig sprachen sie von der Hoffnung, „dass sich die Berliner Festspiele weiter in diese Richtung öffnen“.

