Veronika Fischer
: Warum die Sängerin ihre Abschiedstournee absagt

Veronika Fischer wollte noch einmal auf Tour gehen, alles war geplant - nun kommt überraschend die Absage. Was der Grund ist und ob es noch eine Chance gibt.
Von
Christina Tilmann
Berlin
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Veronika Fischer & Band begeisterten am Donnerstagabend in der Cottbuser Stadthalle während eines Konzertes zum 50-jährigen Bühnenjubiläum das Publikum.

Veronika Fischer & Band begeisterten am Donnerstagabend in der Cottbuser Stadthalle während eines Konertes der Konzerttournee zum 50-jährigen Bühnenjubiläum das Publikum.

Der lange Abschied: Veronika Fischer & Band begeisterten während eines Konzertes in der Cottbuser Stadthalle zum 50-jährigen Bühnenjubiläum das Publikum.

Michael Helbig
  • Veronika Fischer sagt Abschiedstournee wegen Stimmproblemen ab – keine Ersatztermine geplant.
  • Tourstart war für 5. September in Neubrandenburg vorgesehen, weitere Konzerte u. a. in Berlin.
  • Fischer bedankt sich auf Facebook für 55 Jahre Bühnenkarriere und treue Fans.
  • Bekannt durch Hits wie „Dass ich eine Schneeflocke wär“ – gefeierte Sängerin der DDR.
  • Fans reagieren emotional: „Ein Teil meiner Jugend verabschiedet sich, aber die Lieder bleiben.“

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Sie verabschiedet sich mit einer Strophe aus ihrem Lied: „Geredet eine ganze Nacht, gedroht, gefragt und nachgedacht, und oft doch nur im Kreis gerannt, am Ende ganz schön ausgebrannt, alles hat seine Zeit, war genug Lust und Streit …“ Veronika Fischer hat die Konzerte ihrer Abschiedstournee abgesagt, die „letzten großen Konzerte meines Lebens“, wie sie auf einem Post bei Facebook schreibt.

Der Grund: die Stimme. Es sei ihr immer ein Anliegen gewesen, live zu singen und nicht zu playbacken, schreibt die Sängerin. „Leider hat sich meine Stimme etwas eingefangen, der Körper zeigt mir Grenzen, ich muss es akzeptieren! So bin ich gezwungen, Euch schweren Herzens schon eher Ade zu sagen. Nach 55 Jahren Bühnenarbeit mit Band verabschiede ich mich bei Euch von den großen Bühnen, danke für die Treue über so viele Jahre und ich bin ebenfalls dankbar für so viele wunderbare Momente!“

Am 5. September hätte die Tour in Neubrandenburg starten sollen

Am Freitag (5. September 2025) hätte die Tour unter dem Titel „Woher Wohin - das Abschiedskonzert“ in Neubrandenburg starten sollen. Auf dem Plan standen auch Auftritte in Bautzen, Dresden, Freiberg, Potsdam und Berlin. Das letzte Konzert hätte am 15. November 2025 in Aue sein sollen. Nun ist vorzeitig Schluss: Die gekauften Tickets können zurückgegeben werden, hieß es in einer Mitteilung des Veranstalters Hassel-Musik. Es wird keine Ersatztermine geben. Schon in der Vergangenheit hatte Veronika Fischer immer wieder Konzerte aus Gesundheitsgründen absagen müssen.

Mit Songs wie „Dass ich eine Schneeflocke wär“, „Sommernachtsball“ oder „Auf der Wiese haben wir gelegen“ schrieb sich die Sängerin mit der warmen Altstimme in die Herzen ihrer Fans. Entsprechend emotional fällt die Resonanz auf die Ankündigung auf Facebook aus. „Mein erstes Konzert war im Bitterfelder Kulturpalast mit Phanta Rei ! Deine 1. Platte habe ich immer noch ...“, schreibt ein User, ein anderer erinnert sich an „,Weihnachten wieder daheim', gehört im Lazarett einer NVA Kaserne am 24.12.78 Eine unvergessliche Magie umgab diesen Moment den ich bis heute nicht vergessen kann.“ In einem Kommentar heißt es schließlich: „Leise verabschiedet sich eine Frau mit ihren Songs...es verabschiedet sich auch ein Teil meines Lebens, meiner Jugend, meiner Erinnerungen...aber die Lieder bleiben in meinem Herzen, voller Kraft, voller Melancholie und Liebe.“

Start mit Stern-Combo Meissen und Panta Rhei

Veronika Fischer, geboren im thüringischen Wölfis, studierte von 1968 bis 1973 an der legendären Dresdner Musikhochschule „Carl Maria von Weber“ Gesang und schloss mit dem Staatsexamen als Solistin für Chanson und Musical ab.

Den Auftritt von Panta Rhei und Veronika Fischer kann man sich auf Youtube anschauen:

Schon während des Studiums trat sie als Bandsängerin bei Stern-Combo Meissen und Panta Rhei auf. Der Schaffenszeitraum der Jazzrock-Formation Panta Rhei reichte von 1971 bis 1974. In den wenigen Jahren entstanden anspruchsvoll arrangierte Songs wie „Nachts“ – gesungen von Veronika Fischer. 1974 formierte „Vroni“ ihre erste eigene Band. Zu ihr gehörten Franz Bartzsch (Musik) und Kurt Demmler (Texte).

Ihr bekanntestes Lied – „Dass ich eine Schneeflocke wär“

Ihr erstes Solo-Album erschien 1975, als sie mit „In jener Nacht“ auch den ersten Platz der Jahreshitparade belegte. Ihre folgenden Amiga-Platten verkauften sich mehr als 1,5 Millionen Mal, so dass Fischer zur erfolgreichsten Interpretin der DDR avancierte. 1977 trennte sich die Begleitband von Fischer, um eine Solokarriere als 4 PS zu starten. Veronika Fischer formierte eine neue Band um Thomas Natschinski. Ab 1979 arbeitete sie erneut kurzfristig mit Franz Bartzsch zusammen.1979 wurde ihr Sohn Benjamin geboren. Zwei Jahre später ging die Sängerin gemeinsam mit ihrem Mann und Sohn in den Westen.

Zwischen 1992 und 1997 gab es in enger Zusammenarbeit mit der Firma „Polydor“ die Alben „Was ist dabei“, „Träumer“ und „Mehr in Sicht“. Es entstand auch ein Musical mit dem Titel „Das Kind & der Kater“. Im November 2011 erschien das Album „Zeitreise“ in Zusammenarbeit mit dem Produzententeam „Valicon“. 2013 erschien ihre Autobiografie „Das Lügenlied vom Glück“, benannt nach einem Lied von Franz Bartzsch und Gerulf Pannach. 2018 schließlich veröffentlichte sie ihr letztes Album „Woher Wohin“, das auch den Titel der Abschiedstournee bilden sollte.