Xavier Naidoo in Berlin 2026: „Ihr seid schuld“ - Sänger vor Konzert in Uber Arena

Erfolgreich, aber auch geläutert? Sänger Xavier Naidoo (hier beim Auftakt seiner „Bei meiner Seele“-Tour in Köln) spielt im Januar 2026 zwei Konzerte in Berlin.
Rolf Vennenbernd/dpa- Xavier Naidoo gibt 2026 zwei Konzerte in der Berliner Uber Arena, nach ausverkauftem Tourauftakt in Köln.
- Der Sänger war wegen Nähe zu Verschwörungstheorien und rechtsextremen Milieus stark umstritten.
- 2022 distanzierte er sich öffentlich von Nationalismus, Antisemitismus und Verschwörungsideologien.
- Kritiker zweifeln an seiner Aufrichtigkeit, während Fans sein Comeback begeistert feiern.
- Naidoo äußert sich auf der Bühne nicht zu seiner Vergangenheit, lobt jedoch die Unterstützung seiner Fans.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Gänsehaut!“, „Das war einfach nur der Wahnsinn“, „Eine Legende ist zurück“ - zahlreiche Kommentare wie diese finden sich unter dem Instagram-Video, das Xavier Naidoo beim Betreten der Bühne zeigt.
Es ist ein Mitschnitt seines Konzerts in Köln Mitte Dezember 2025. Rund 16.000 Menschen feierten den Sänger beim Auftakt seiner „Bei meiner Seele“-Tour in der ausverkauften Lanxess-Arena, über 117.000 Menschen hinterließen ein „Gefällt mir“ unter dem geposteten Video.
War was? Die Frage scheint berechtigt. Augenscheinlich ist die Tour Naidoos Rückkehr ins Pantheon des deutschen Pop, doch aus dem war er zuvor gestürzt.
Die ausverkauften Konzerte, zu denen auch zwei in Berlin zählen (am 20. und 21. Januar in der Uber Arena), stehen in starkem Kontrast zur Abkehr eines Großteils des kulturellen Mainstreams vom Mannheimer Musiker. Ein Missverständnis war dies nicht, vielmehr das Ergebnis jahrelanger Radikalisierung des Soul-Sängers.
Heute steht Naidoo allein auf der Bühne, früher mit Reichsbürgern
Spätestens ab Mitte der 2010er-Jahre fiel Naidoo immer wieder durch Nähe zu verschwörungsideologischem Denken auf. In seinem Song „Marionetten“ bediente er etwa das Motiv einer geheimen Elite, die Politik und Medien steuert - eine Erzählung, die als antisemitischer Code kritisiert wurde. Textzeilen über „Puppenspieler“ und „Volksverräter“ wurden in rechten Milieus begeistert aufgegriffen.

Ausverkauftes Comeback von Xavier Naidoo in der Kölner Lanxess-Arena
Rolf Vennenbernd/dpaNaidoo stand gemeinsam mit Reichsbürgern auf der Bühne, leugnete zunächst die Corona-Pandemie. In Videos machte er Behauptungen über angebliche Kinderentführungen durch Eliten und griff damit Verschwörungsmythen auf, wie sie im Umfeld von QAnon kursieren. Neben scharfer Kritik führten diese Aussagen zu strafrechtlichen Prüfungen und zu seinem Rauswurf aus der Jury von „Deutschland sucht den Superstar“. Der einst gefeierte Sänger verschwand von der Bildfläche.
2022 dann die öffentliche Distanzierung. In einem Video gab sich Naidoo geläutert und erklärte, sich von Nationalismus, Rassismus, Homophobie, Antisemitismus und Verschwörungsideologien gelöst zu haben. Seine Kritikerinnen und Kritiker besänftigte er damit nicht, ihnen ging das Statement nicht weit genug.
Xavier Naidoo selbst hält sich bei seinen Konzerten bedeckt
Über die Frage, ob Xavier Naidoo wirklich geläutert ist oder seinen Reueakt als Vehikel nutzt, um eine lukrative Musikkarriere wiederaufzunehmen, spaltet sich die öffentliche Wahrnehmung. Schon vor seinen Konzerten in Köln forderte die Organisation Werteinitiative, die sich für jüdische Belange in Deutschland einsetzt, deren Absage. Veranstalter und Promoter wiederum sind bereit, große Summen in Konzerte zu investieren, obwohl gegen Naidoo noch Verfahren wegen Volksverhetzung anhängig sind.
Naidoo selbst nutzte die riesige Plattform, die Konzerte vor Tausenden darstellen, indes nicht, um sich eingehender zu seinem Sinneswandel zu äußern. „Ihr seid schuld, dass ich wieder hier steh'“, ließ er seine Anhänger in Köln wissen. Die zurückliegenden Jahre beschrieb er lediglich als Zeit, in der er sich um seine Familie kümmern durfte. War was? Gänsehaut bekommen da wohl Fans wie Kritiker gleichermaßen.

