9. November: Warum ist heute ein Schicksalstag deutscher Geschichte?

Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer. Warum der 9.11. in Deutschland als Schicksalstag gilt, erfahrt ihr hier.
Patrick Pleul/dpaEs gibt einige Ereignisse in der deutschen Geschichte, welche auf den 9. November fallen. Doch welche Bedeutung steckt möglicherweise noch hinter dem Schicksalstag deutscher Geschichte und welche Ereignisse sind besonders markant? Alle Infos dazu haben wir im Folgenden zusammengefasst:
9. November 1918 - Ausrufung der Republik in Deutschland
Genannt wird sie die Novemberrevolution: Die Bewegung, die nach der Niederlage des Deutschen Reichs im Ersten Weltkrieg das Land erfasste. Gefordert wurde ein Ende der Monarchie und die Abdankung des Kaisers. Am 9. November 1918 überrollte die Revolution auch Berlin: Kaiser Wilhelm II musste abdanken und der Vorsitzende der SPD, Philipp Scheidemann, rief vom Balkon des Reichstags die Republik aus. Damit endete die Monarchie in Deutschland und der Beginn der Weimarer Republik konnte schon bald eingeläutet werden.
9. November 1938 - Reichspogromnacht
Die junge Republik hatte es nach ihrer Ausrufung nicht einfach und die Weimarer Republik währte nur kurz. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten begann wieder ein neues Kapitel, das dunkelste der deutschen Geschichte. Die Verfolgung der Juden in Hitlerdeutschland begann zwar schon direkt nach der Machtergreifung 1933, doch in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 nahm sie an Fahrt auf. Mitglieder der SA und der SS organisierten in dieser Nacht gewalttätige Übergriffe auf die jüdische Bevölkerung, es wurden Geschäfte, Wohnungen, Synagogen verwüstet und in Brand gesetzt. Tausende Menschen wurden im Anschluss verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt. Der 9.11.1938 wird Reichspogromnacht oder Reichskristallnacht genannt. Der zweite Name kommt daher, dass die zerstörten Fenster der jüdischen Gebäude wie Kristalle die Straßen säumten.
9. November 1989 - Der Fall der Berliner Mauer
Wie alle wissen endete die NS-Diktatur letztlich in einem schrecklichen Krieg, der Zweite Weltkrieg, wodurch auch das Grauen des Holocaust zum Vorschein kam und die Weltöffentlichkeit schockierte. Nach dem Krieg 1945 wurde Deutschland aufgeteilt – zunächst in vier Teile, später nur noch in zwei: Ost und West. Es begann ein neuer Konflikt: Der Konflikt zwischen Kapitalismus im Westen, angeführt von den USA, und dem Kommunismus im Osten unter der Führung der Sowjetunion. Die Grenze dieser beiden Systeme verlief in Berlin mit der Berliner Mauer. Errichtet am 13. August 1961 trennte sie Berlin 28 Jahre lang in Ost und West, in DDR und BRD. Doch am 9. November 1989 fand auch diese Zeit ein Ende: Über Wochen baute sich in der DDR eine friedliche Revolution auf, die mit dem Fall der Berliner Mauer am Schicksalstag endete. Tausende Ostberliner gingen an die Grenzübergänge und forderten die Öffnung der Schlagbäume. An der Bornholmer Straße konnten gegen 23.30 Uhr die Kontrolleure nicht mehr gegen die Bürgerinnen und Bürger standhalten – und der Damm brach. Damit zerfiel auch das Regime der DDR.
1848, 1923, 1974 - Weitere Schicksalstage der Geschichte
Für Deutschland sind die oben genannten die drei wichtigsten 9. November. Mit dem Fall der Berliner Mauer am 9.11.1989 wurde das Datum als Schicksalstag für Deutschland besiegelt. Damit konnten viele Geschichtswissenschaftler nicht widerstehen und suchten nach weiteren Ereignissen, die am 9. November in Deutschland passierten und die von ähnlicher Bedeutung waren. Hier sind noch einige Beispiele:
- 9. November 1848: Hinrichtung von Robert Blums und das Ende der Märzrevolution in Deutschland
- 9. November 1923: Scheitern des gewaltsamen Putschs der NSDAP unter der Führung von Adolf Hitler
- 9. November 1974: Tod eines Mitglieds der linksextremistischen Terrorgruppe RAF, Holger Meins, der nach einem Hungerstreik in Haft starb
