A100 Eröffnung Berlin
: Proteste angekündigt - das sind die Argumente der Gegner

Der 16. Bauabschnitt der A100 wird heute feierlich eröffnet. Gegner haben bereits Proteste angekündigt. Welche Argumente führen sie an?
Von
Nicole Züge
Berlin
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Vor der Eröffnung des 16. Abschnitts der A100

Vor der Eröffnung des 16. Abschnitts der A100 werden die letzten Schilder installiert. Der Abschnitt der Berliner Stadtautobahn ist 3,2 km lang und führt vom Dreieck Neukölln bis zur Anschlussstelle Treptower Park.

Britta Pedersen/dpa

Am heutigen Mittwoch (27.08.2025) wird der 3,2 Kilometer lange, 16. Bauabschnitt der Berliner Stadtautobahn A100 eröffnet. Zum Festakt mit Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (beide CDU) werden Proteste erwartet. Mehrere Gruppen wollen mit Kundgebungen gegen den Weiterbau der A100 demonstrieren. Welche Argumente haben die Gegner des Ausbaus?

A100 Eröffnung: Der 16. Bauabschnitt im Überblick

  • Der 16. Bauabschnitt der A100 verbindet Neukölln mit Treptow und hat 721 Millionen Euro gekostet. Der Bau dauerte mehr als ein Jahrzehnt.
  • Mit dem Abschnitt soll der Berliner Osten besser an das Autobahnnetz angebunden werden.
  • Der 3,2 Kilometer lange Abschnitt führt vom Dreieck Neukölln bis zur Anschlussstelle Treptower Park. Er umfasst mit den zwei weiteren Auf- und Abfahrten Grenzallee und Sonnenallee insgesamt drei Anschlussstellen.
  • Ein Großteil der Trasse verläuft in einem bis zu sieben Meter tiefen „Trog“.

Proteste gegen weiteren Ausbau der A100 angekündigt

Gegen die Inbetriebnahme des Abschnitts und in Hinblick auf Pläne für einen 17. Bauabschnitt der A100 haben bereits mehrere Gruppen Proteste angekündigt. Das Bündnis „A100 wegbassen“ etwa will am Mittwochvormittag an der Treptower Ausfahrt des neuen Abschnitts mit einem großen Schriftzug das buchstäbliche „ENDE“ des weiteren Autobahnausbaus fordern. Zudem ist eine Kundgebung vor dem Hotel Estrel auf der Sonnenallee geplant, in dem die Feierlichkeiten zur Eröffnung abgehalten werden sollen.

Auch die Berliner Grünen sind gegen den weiteren Ausbau der Stadtautobahn und teilen mit: „Schon heute ist die A100 der teuerste Autobahnabschnitt Deutschlands. Jeder weitere Meter bedeutet mehr Lärm, Abgase und zusätzlichen Verkehr für die Menschen.“

Auch die Umweltorganisation Greenpeace betont den Einfluss auf die Menschen, die an und in der Nähe der Trasse leben müssen: „Diese Trasse zerschneidet die Stadt, heizt sie auf - klimatisch wie sozial. Statt jetzt mit dem nächsten Abschnitt weitere Milliarden Euro in eine aus der Zeit gefallene Stadtautobahn zu pumpen, auf der Menschen auch künftig im Stau stehen werden, könnte Berlin mit diesem Geld zu einer modernen Großstadt wie Paris werden, mit einer Mobilität für Menschen statt für Autos“, teilte Mobilitätsexpertin Lena Donat mit.

Das sagen die Befürworter des 17. Bauabschnitts

Die Befürworter der Verlängerung verweisen auf eine bessere Anbindung des Berliner Ostens an das Autobahnnetz, schnellere Wege zum Flughafen BER und in Richtung Dresden, Cottbus und Frankfurt/Oder. Sie versprechen weniger Verkehr auf Stadtstraßen und damit auch Entlastung für Anwohnende. Senat und Wirtschaft fordern zudem den nächsten, 17. Abschnitt, um das Ziel einer großräumigen Verkehrslenkung zu erreichen.

So sieht es auch der Regierende Bürgermeister Kai Wegner. „Das Ziel, das wir mit der Verlängerung der A100 verfolgen, ist, den Verkehr aus den Wohngebieten rauszuziehen. Würde es beim 16. Bauabschnitt bleiben, würde dieses Ziel nicht erreicht“, betonte Wegner auf einer Veranstaltung der Autobahn-Gesellschaft am Montag.