Angriff in Doha: Reisewarnung für Katar? So reagiert das Auswärtige Amt

Israel hat ein Hamas-Quartier in der Hauptstadt Katars, Doha, angegriffen. Das Auswärtige Amt reagiert. Ob es eine Reisewarnung gibt und was Reisende jetzt zum wichtigen Asien-Drehkreuz Doha wissen müssen.
Christian Charisius/dpaIsrael hat am frühen Dienstagabend (9.9.) erstmals Ziele in Katar angegriffen. Bei Luftschlägen in Doha traf die israelische Armee nach eigenen Angaben ranghohe Hamas-Mitglieder. Gegen den Angriff regte sich international Kritik. Katars Regierungschef Scheich Mohammed bin Abdulrahman al-Thani forderte noch am Dienstagabend eine Reaktion „aus der gesamten Region“, das Land sehe sich aber weiterhin in der Rolle des Vermittlers zwischen Hamas und Israel.
Kurz nach den Ereignissen reagierte das Auswärtige Amt auf den Angriff in Doha mit einer aktuellen Warnung in den Reisehinweisen. Was die Warnung für Reisende bedeutet und welche Konsequenzen eine weitere Eskalation für Urlaubsreisen Richtung Katar, der VAE oder Asien haben könnte.
Angriff in Katar: Das rät das Auswärtige Amt deutschen Reisenden
Das Auswärtige Amt reagiert am Dienstagabend unverzüglich auf den Angriff in Doha und informiert deutsche Reisende in seinen Reisehinweisen für Katar. Im genauen Wortlaut heißt es in der Version von Dienstag (9.9. um 17:40 Uhr): „Am 9. September 2025 kam es infolge eines Angriffs der israelischen Luftwaffe auf das politische Büro der Hamas zu Explosionen im Wohnviertel Westbay Lagoon/Legtaifiya im Stadtgebiet von Doha. Eine erneute Verschärfung der Sicherheitslage in der Region kann nicht ausgeschlossen werden; dies schließt auch weitere sicherheitsrelevante Vorfälle in Katar sowie ggf. Beeinträchtigungen des regionalen Flugverkehrs mit ein.“
Das Auswärtige Amt rät, sich in die Krisenvorsorgeliste „ELEFAND“ einzutragen. Das schafft für Reisende nach Katar die Voraussetzung, dass sie im Krisen- bzw. Katastrophenfall von Auslandsvertretungen schnell informiert und ggf. in Krisenbewältigungsmaßnahmen einbezogen werden können.
Zudem sollen Reisende lokale Medien zu verfolgen und den Anweisungen von Sicherheitskräften folgen. „Meiden Sie betroffene Gebiete, Menschenansammlungen und seien Sie an belebten Orten besonders aufmerksam“, heißt es in den Hinweisen, die allerdings keine Reisewarnung enthalten.
Das bedeutet für Reisende, die demnächst nach Katar reisen oder Doha als Drehkreuz zur Weiterreise nutzen: Die Reisen bzw. Flüge sind nicht kostenfrei stornierbar. Denn, allein die Angst vor einem weiteren Angriff oder möglichen Komplikationen auf dem Reiseweg rechtfertigt keine Rückzahlung des Reisepreises.
Katar: Ist der Luftraum geschlossen?
Nach aktuellem Stand ist der Flughafen in Doha weiterhin in Betrieb. Die Fluggesellschaft Qatar Airways teilte gegenüber der Deutschen Presseagentur mit, es habe keine Flugausfälle oder sonstige Beeinträchtigungen gegeben.
Welche Folgen wären bei einer Schließung des Flughafens Doha zu erwarten?
Marcel Conrad, Chief Content Manager beim Reisesicherheits-Analysten A3M hatte bereits nach den iranischen Raketenangriffen auf US-Stützpunkte in Katar Ende Juni 2025 gewarnt, dass eine Schließung des Luftraums über Katar oder gar die Schließung des Flughafens weitreichende Folgen haben kann.
Für zahlreiche Deutsche ist Doha im Herbst und Winter ein beliebtes Reiseziel. Der Flughafen der Hauptstadt ist außerdem ein wichtiges Drehkreuz für Reisen nach Asien. Über Katar führt, die bei Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern favorisierte, Südroute über Ägypten, Saudi-Arabien, Katar, die VAE und den Oman nach Pakistan.
Sollte diese Route gestört sein, käme auch die Nordroute über Türkei, Armenien, Aserbaidschan und Turkmenistan für Reisen Richtung Asien infrage. Die war allerdings bei Schließung der Südroute im Juni schon nach kurzer Zeit deutlich stärker belastet. Reisende waren mit längeren Flugzeiten, Verspätungen und Ausfälle konfrontiert.
Selbst Flüge in die Golfregion und ins östliche Mittelmeer könnten beim Szenario „Luftraumschließung über Katar“ betroffen sein, weil Flugrouten und damit auch die Flugsicherung überlastet sind, so Marcel Conrad weiter. „Das kann sogar Flüge nach Griechenland oder in die Türkei betreffen“, warnte der Experte bereits im Sommer.
