Arbeitszeit: Wo arbeiten die Menschen am längsten? – der große Europa-Vergleich

Wer arbeitet in Europa am längsten? Und wie schneidet eigentlich Deutschland ab?
picture alliance / dpa | Martin GertenFast jeder würde wahrscheinlich gerne weniger arbeiten und lieber mehr Zeit für Freizeit, Freunde und Familie haben. Da stellt sich die Frage, wie viel die Menschen in den verschiedenen Ländern in Europa eigentlich durchschnittlich mit der Arbeit verbringen. Hier gibt es nämlich teilweise große Unterschiede. Wo wird in Europa am durchschnittlich am meisten gearbeitet, wo am wenigsten? Die Antwort gibt's im „Großen Europa-Vergleich“:
Vollzeiterwerbstätige arbeiten durchschnittlich 40,5 Stunden pro Woche
Laut dem Statistischen Bundeamt arbeiteten 2021 Vollzeiterwerbstätige in der EU durchschnittlich 40,5 Stunden pro Woche. Teilzeiterwerbstätige hingegen kamen auf 21,4 Stunden. Die gewöhnliche Wochenarbeitszeit aller EU-Erwerbstätigen betrug im Durchschnitt damit 37,0 Stunden.
In welchem Land in Europa wird am längsten gearbeitet?
Nach der Erhebung von Eurostat arbeiteten im EU-Vergleich 2021 die Erwerbstätigen in Griechenland (41,3 Wochenstunden) am längsten. Deutschland gehörte mit 34,8 Wochenstunden zu der Gruppe, in denen die wöchentliche Arbeitszeit etwas unter dem europäischen Durchschnitt von 37,0 Stunden lag. Den geringsten Wert haben mit 31,2 Wochenarbeitsstunden die Niederlande. Dieser Wert wird vom hohen Anteil der Erwerbstätigen in Teilzeit beeinflusst: mit 43,5 % verzeichneten die Niederlande 2021 die höchste Teilzeitquote der EU unter den Erwerbstätigen ab 15 Jahren:
- Griechenland: 41,3 Stunden
- Bulgarien: 40,4 Stunden
- Polen: 40,2 Stunden
- Rumänien: 40,1 Stunden
- Portugal: 39,7 Stunden
- Kroatien: 39,6 Stunden
- Slowakei: 39,5 Stunden
- Slowenien: 39,4 Stunden
- Tschechien: 39,4 Stunden
- Ungarn: 39,3 Stunden
- Malta: 39 Stunden
- Litauen: 38,9 Stunden
- Zypern: 38,7 Stunden
- Lettland: 38,5 Stunden
- Luxemburg: 38 Stunden
- Estland: 37,7 Stunden
- Schweden: 37,6 Stunden
- Spanien: 37,4 Stunden
- Italien: 37,2 Stunden
- EU-Durchschnitt: 37 Stunden
- Frankreich: 36,8 Stunden
- Belgien: 36,6 Stunden
- Irland: 36 Stunden
- Österreich: 35,9 Stunden
- Finnland: 35,4 Stunden
- Deutschland: 34,8 Stunden
- Dänemark: 34,4 Stunden
- Niederlande: 31,2 Stunden
Durchschnittliche Arbeitszeit sinkt im Laufe der Jahre
Im Laufe der Jahre hat sich die durchschnittliche gewöhnliche Wochenarbeitszeit in der EU leicht verringert. Im Jahr 2011 betrug sie noch 37,6 Stunden. Wenn wir die Daten getrennt betrachten, reduzierte sich die durchschnittliche Arbeitszeit der Vollzeiterwerbstätigen zwischen 2011 und 2021 von 41,4 Stunden auf 40,5 Stunden. Hingegen stieg im gleichen Zeitraum die durchschnittliche Arbeitszeit der Teilzeiterwerbstätigen von 20,2 Stunden auf 21,4 Stunden an.
Der Rückgang der gewöhnlichen Wochenarbeitszeit aller Erwerbstätigen ist teilweise auf einen Anstieg des Anteils von Teilzeiterwerbstätigen zurückzuführen. Die Teilzeitquote in der EU stieg zwischen 2011 und 2021 leicht von 18,3 % auf 18,6 %. Allerdings fiel der Rückgang der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit aller Erwerbstätigen aufgrund einer Zunahme der durchschnittlich geleisteten Wochenstunden bei Teilzeitbeschäftigten vergleichsweise gering aus.
Der große Europa-Vergleich
Lebenserwartung, Durchschnittseinkommen, Geburtenrate, Anzahl der Ferientage, Sex-Häufigkeit: Wir vergleichen in unserer Reihe die einzelnen Länder in Europa miteinander. Hier sind die bislang erschienen Beiträge des großen Europa-Vergleichs:
das niedrigste Renteneintrittsalter
Wo arbeiten die Menschen am längsten