Ausfall beim Behördenfunk: Polizei und Feuerwehr bundesweit von Störung betroffen

Bundesweit ist es zu einer Störung des Digitalfunks der Behörden gekommen. Polizei, Feuerwehr und der Rettungsdienst sind von den Ausfällen betroffen.
Maurizio Gambarini/dpa- Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst sind bundesweit von einem Ausfall des Digitalfunks betroffen.
- Ursache und Ausmaß der Störung sind noch unklar, Experten suchen nach der Ursache.
- Mehrere Bundesländer, darunter Berlin und Sachsen, melden Störungen.
- Feuerwehr und Polizei nutzen alternative Kommunikationssysteme.
- Der Ausfall zeigt die Anfälligkeit der digitalen Infrastruktur.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In Deutschland ist es am Dienstag (6. Mai 2025) bundesweit zu einer Störung des Digitalfunks der Behörden gekommen. Das teilte das Bundesinnenministerium mit. Die Ursache der Netzstörung war am frühen Abend noch unklar. „Derzeit liegen dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) keine Informationen zu einem Cyberangriff als Ursache der Störung vor“, sagte eine Sprecherin der Behörde.
Betroffen waren unter anderem neben Berlin, Brandenburg und Sachsen auch Thüringen, Sachsen-Anhalt, Bremen, Hamburg, und das Saarland. Am Abend kam aus einigen Ländern Entwarnung.
Tatsächlich liegt aktuell eine Störung im BOS-Digitalfunknetz vor“, teilte ein Sprecher der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) mit. Und: „Die BDBOS und alle Partner befinden sich mit höchster Priorität in der Ursachenanalyse, um die Störung schnellstmöglich zu beheben.“ BOS steht für „Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben“.
Die Notruf-Nummern von Polizei und Feuerwehr, die über ein anderes System laufen, waren von dem Ausfall nicht betroffen. Für ihre interne Kommunikation mussten die Mitarbeiter von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten zeitweilig auf andere Kommunikationsmittel ausweichen.
Notruf bundesweit nicht von Störung betroffen
Zunächst konnten noch keine konkreten Informationen zu den Gründen der Störung gegeben werden. Unklar blieb damit auch, ob es sich um einen Defekt oder eine möglicherweise gezielte Störung wie einen Hackerangriff handelt.
Dem BSI ist die großflächige Störung im Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben bekannt. Das Nationale IT-Lagezentrum im BSI steht dazu im Kontakt mit der Bundesanstalt sowie dem Lagezentrum des Bundesinnenministeriums. Die zuständigen Stellen und Dienstleister arbeiten mit Hochdruck an der Analyse und Bewältigung der Störung.
„Der Digitalfunk BOS macht eine bundesweite und organisationsübergreifende Verständigung möglich“, schreibt die Behörde. „Das eröffnet vielfältige Möglichkeiten und vereinfacht die Zusammenarbeit – nicht nur bei einfachen Einsätzen im Alltag, sondern gerade auch bei komplexen Einsatzlagen, in Krisensituationen und in Katastrophenfällen.“
Störung beim Digitalfunk trifft auch die Berliner Polizei
Wie mehrere Lagezentren und Leitstellen von Rettungsdienst und Feuerwehr mitteilten, sind mehrere Bundesländer betroffen. Allerdings waren die Ausfälle nicht flächendeckend und in den verschiedenen Regionen auch unterschiedlich lang andauernd.
Die Berliner Feuerwehr teilte mit, ebenfalls betroffen zu sein. Die Feuerwehr sei aber durchgehend handlungsfähig, sie könne zur Kommunikation andere Systeme nutzen. Wenn der Digitalfunk ausfalle, sei es möglich, auf andere Systeme auszuweichen. „Wir sind jetzt dabei, die Ursache zu suchen“, sagte der Sprecher. Der Digitalfunk werde für die interne Kommunikation genutzt, etwa zwischen der Leitstelle und den Einsatzfahrzeugen oder zwischen den Einsatzkräften untereinander. Auch die Berliner Polizei sprach von einer Störung. Am Abend lief es dann wieder problemlos in der Hauptstadt. „Seit kurz nach 18 Uhr kann wieder störungsfrei gefunkt werden“, teilte die Polizei auf der Plattform X mit.
Der Berliner Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Stephan Weh, sagte: „Der weitreichende Zusammenbruch des Digitalfunks ist der Super-Gau für unsere Sicherheitsbehörden und zeigt uns, wie anfällig unsere digitale Infrastruktur ist und wie fahrlässig es ist, sich auf Monopollösungen zu verlassen.“ Kommunikation sei heute wichtigstes Einsatzmittel. „Von ihr können Ende des Tages Leben und Tod abhängen.“
In Sachsen und Thüringen Kommunikation etwas erschwert
Probleme gab es streckenweise auch in Sachsen. Dort sei die Kommunikation zwischen den Einsatzkräften dadurch etwas erschwert gewesen, das habe sich jedoch nicht auf die Einsatzfähigkeit ausgewirkt, hieß es aus dem Lagezentrum des Innenministeriums in Dresden. Thüringen ist laut dem Lagezentrum ebenfalls betroffen. Ein Sprecher des Thüringer Innenministeriums sagte, am Abend habe der Digitalfunk im Freistaat an einigen Stellen bereits wieder funktioniert. Laut der Rettungsleitstelle Gera war der Funkverkehr zeitweise unterbrochen. Daher habe man auf andere Kanäle ausweichen müssen.
In der Rettungsleitstelle Westmecklenburg in Schwerin hieß es, man sei zwar betroffen von dem Ausfall, aber voll handlungsfähig. Man habe noch andere Wege, mit den Kollegen zu kommunizieren. Die Feuerwehr sei für die Bürger normal zu erreichen und genauso schnell wie sonst am Einsatzort, sagte ein Sprecher.

