Corona Lockdown Berlin: Handel und Schule - Müller will mit diesen Regeln die Hauptstadt herunterfahren

Voraussichtlich schon vor Weihnachten wird es in Berlin zu weiteren Corona-Einschränkungen kommen, kündigte der regierende Bürgermeister Michael Müller an.
Paul Zinken/dpaBerlin ist einer der Corona-Hotspots Deutschlands, nun geht die Hauptstadt offenbar in den Lockdown. Voraussichtlich noch vor Weihnachten wird es in Berlin weitere Corona-Einschränkungen geben, das kündigte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Donnerstag im Berliner Abgeordnetenhaus an. Er folgt damit unter anderem Sachsen, das härtere Maßnahmen für den 14. Dezember angekündigt hatte. „Wir werden den Einzelhandel herunterfahren müssen. Jenseits vom Lebensmitteleinzelhandel müssen alle andere Shoppingangebote geschlossen werden und zwar bis zum 10. Januar, es geht nicht anders“, sagte Müller in der Plenarsitzung. Ab wann das gelten soll, stehe noch nicht fest. Ein verkaufsoffener Sonntag am 20. Dezember in Berlin wird indes offenbar komplett gestrichen.
Werden Schulferien bis zum 10. Januar verlängert?
Auch an den Schulen muss es Sicht des SPD-Politikers Konsequenzen geben: „Es gibt wahnsinnig viele Kontakte durch Schulgeschehen, durch den Unterricht. Und wir müssen Kontakte vermeiden“, sagte Müller. „Aus diesem Grund komme ich zu dem Ergebnis, dass wir unsere Schulferien bis zum 10. Januar verlängern müssen beziehungsweise es auch eine Variante ist, die Ferien am 4. enden zu lassen, aber die Schülerinnen und Schüler dann in einer digitalen Form oder auf andere Weise zu unterrichten.“ Müller kündigte an, er wolle das am Dienstag dem Senat vorschlagen. „Wir werden das miteinander beraten. Ich denke, es ist ein gangbarer Weg.“
Mit den am Donnerstag angekündigten Maßnahmen ist Berlin das zweite Land, das so weitreichende Pläne ins Auge fasst. In Sachsen, zurzeit bundesweit das Land mit den höchsten Zahlen, sollen Schulen, Kitas, Horte und viele Geschäfte vom kommenden Montag an geschlossen werden. In Bayern gelten schon seit Mittwoch strengere Regeln wie Ausgangsbeschränkungen, Alkoholverbot in Innenstädten und Ausgangssperren in Hotspots. Voraussichtlich am Wochenende wollen Bund und Länder über eine gemeinsame Linie beraten.
Corona-Lockdown in Berlin: Ab wann die neuen Regeln gelten, ist noch nicht klar
Ab wann die verschärften Corona-Regeln in Berlin greifen sollen, steht Müller zufolge noch nicht fest. „Ich kann Ihnen noch nicht konkret den Tag sagen, ob es nun der 23. ist oder der 20., weil wir das auch mit Brandenburg abstimmen müssen und abstimmen wollen“, sagte er. Der Senat will sich am kommenden Dienstag mit der Frage befassen.
Auch an den Schulen in Berlin müsse es Konsequenzen geben: „Es gibt wahnsinnig viele Kontakte durch Schulgeschehen, durch den Unterricht. Und wir müssen Kontakte vermeiden“, sagte Müller. „Aus diesem Grund komme ich zu dem Ergebnis, dass wir unsere Schulferien bis zum 10. Januar verlängern müssen beziehungsweise es auch eine Variante ist, die Ferien am 4. enden zu lassen, aber die Schülerinnen und Schüler dann in einer digitalen Form oder auf andere Weise zu unterrichten.“
Der Teil-Lockdown ab 2. November mit der Schließung von Gaststätten, Kultur- und Freizeiteinrichtungen hätten zwar etwas gebracht. „Wir konnten die Infektionsdynamik abbremsen. Aber das ist nicht genug“, sagte Müller. Er verwies auf volle Intensivstationen und zweistellige Todeszahlen pro Tag in Berlin im Zusammenhang mit dem Coronavirus. „Das ist alles nichts, womit man sich abfinden kann.“