Corona Lockdown Berlin
: Verkaufsoffener Sonntag fällt flach

Corona-Angst in der deutschen Hauptstadt: Bürgermeister Michael Müller droht mit einem Lockdown schon vor Weihnachten.
Von
Michael Maier
Berlin
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Menschen laufen in der Tauentzienstraße. Der verkaufsoffene Sonntag fällt flach.

Fabian Sommer, dpa

Emotionaler Appell von Michael Müller: „Wie viele Tote ist uns ein Shopping-Erlebnis wert?“, fragte der Regierende Bürgermeister im Hinblick auf den nächsten verkaufsoffenen Sonntag am 20. Dezember in Berlin. „Ich habe mir am Wochenende angeguckt, was los ist auf dem Tauentzien, es geht so nicht! Es ist ein dichtes Gedränge auf den Straßen“, klagte Müller, der sich bei der nächsten Senatssitzung am Dienstag mit dem Thema Einzelhandel beschäftigen will.

Im Gespräch ist dabei offenbar ein Lockdown ab 23.12. oder sogar ab 21.12. für Berlin und auch für das benachbarte Brandenburg. Klar ist bereits, dass der Lockdown bis mindestens 10. Januar dauern wird und dass voraussichtlich nur lebensnotwendige Geschäfte öffnen dürfen. Angesichts der Überlegungen hat der Handelsverband HDE vor einer Torschlusspanik vor Weihnachten gewarnt. Auch IFO-Chef Clemens Fuest, der unter dem Dach der Wissenschaftsakademie Leopoldina eigentlich zu den Befürwortern eines Lockdowns über Weihnachten und Neujahr gehört, plädiert inzwischen für einen normalen Betrieb vor den Feiertagen.

Corona-Ferien in Berlin wohl bis 10. Januar

Dass es nicht nur im Handel, sondern auch an den Schulen in Berlin zu einem Lockdown kommen wird, ist laut Müller ausgemachte Sache: „Aus diesem Grund komme ich zu dem Ergebnis, dass wir unsere Schulferien bis zum 10. Januar verlängern müssen beziehungsweise es auch eine Variante ist, die Ferien am 4. enden zu lassen, aber die Schülerinnen und Schüler dann in einer digitalen Form oder auf andere Weise zu unterrichten“, erklärte er bei einer Plenarsitzung. Offen ist indes noch, ob sich die Länder bei einem Weihnachtsgipfel mit Angela Merkel auf bundesweit einheitliche Corona-Regeln verständigen oder sich zu einem regional differenzierten Vorgehen entscheiden werden. Umstritten ist insbesondere ein möglicher Beginn der Weihnachtsferien bereits am 16. Dezember.

Verkaufsoffener Sonntag: Regeln in BW, NRW & Co.

  • In Baden-Württemberg ist der verkaufsoffene Sonntag immer an ein regionales Event oder einen traditionellen Festtag gebunden. Wegen Corona entfallen jedoch alle Aktivitäten in diese Richtung.
  • In NRW hat das OVG Münster alle verkaufsoffenen Sonntag vor Weihnachten nach einer Klage der Gewerkschaft Verdi untersagt.
  • In Hessen will die Landesregierung trotz Forderungen aus dem Handel nach einer „Entzerrung des Weihnachtsgeschäfts“ keinen verkaufsoffenen Sonntag genehmigen.