Corona RKI Zahlen
: Die Neuinfektionen in Deutschland am 18.11. - Zahl der Toten auf Rekordwert?

Das RKI hat die Werte für Mittwoch, den 18.11.2020, bekanntgegeben. Die Zahl der Toten könnte einem Medienbericht nach so hoch wie nie liegen.
Von
Sven Kaufmann
Berlin/ Ulm
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Die aktuellen Corona-Zahlen des RKI für Deutschland am Mittwoch, den 18.11.2020.

Screenshot; Quelle: RKI

Corona-Zahlen - Entwicklung im Lockdown Light

Deutschland im Lockdown light: Seit Anfang November gelten in der ganzen Bundesrepublik härtere Regeln, um das Infektionsgeschehen einzuschränken. Am Montag berieten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder in einem Corona-Gipfeltreffen über die Wirksamkeit des aktuellen Lockdowns.

Dabei ging es nicht um Lockerungen, sondern um eine Verlängerung der aktuellen Maßnahmen sowie um Verschärfungen einzelner Beschränkungen. Thema der Diskussion waren auch Regeln für Weihnachten und Silvester. Welche Regeln für die Feiertage besprochen wurden, lest ihr hier. Weitere Themen, die Gegenstand der Corona-Schaltkonferenz am 16.11. waren:

Corona RKI-Zahlen aktuell: So viele Neuinfektionen gibt es am 18.11.2020 in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt in seinem Dashboard täglich die aktuellen Zahlen der Corona-Pandemie bekannt: Wie hat sich der Wert der Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag verändert? Wie hoch sind die Fallzahlen insgesamt? Wie viele Tote und Genesene sind dazu gekommen? Wie hat sich der Wert der 7-Tage-Inzidenz entwickelt? Ein detailierter Überblick über die wichtigsten Kennzahlen des Coronavirus in Deutschland am Mittwoch, den 18.11.2020:

  • Neuinfektionen: Nach Angaben des RKI meldeten die Gesundheitsämter 17.561 Neuinfektionen. Zum Vergleich: Am Vortag lagen sie bei 14.419. Am Mittwoch vor einer Woche hatte die Zahl der Neuinfektionen bei mehr als 18.000 gelegen und vor 14 Tagen bei mehr als 16.000.
  • Infizierte: Seit Pandemie-Beginn haben sich deutschlandweit laut RKI mindestens 833.307 Personen mit dem Coronavirus infiziert.
  • Todesfälle: Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion liegt bei 13.119. Das sind 305 Tote mehr als am Vortag. Zeit Online, das eigene Zahlen-Erhebungen auf der Basis der von den Landkreisen übermittelten Daten vornimmt, kommt sogar auf 345 Tote. Das wäre laut Zeit Online ein Rekordwert an Todesfällen binnen 24 Stunden.
  • Genesene: Die Zahl der Genesenen beläuft sich laut RKI auf etwa 546.500.

RKI-Zahlen für Deutschland: So hoch liegt der R-Wert aktuell laut Dashboard

Sieben-Tage-R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert - Stand Dienstag - bei 0,97 (Vortag: 0,99). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Aktuelle Corona-Zahlen für Bundesländer und Landkreise bietet das Dashboard des RKI.

Screenshot; Quelle: RKI

Detaillierte Informationen zu den Corona-Entwicklungen einzelner Bundesländer, Landkreise und Säte bietet das RKI-Dashboard. Welche Regionen in Bayern und Baden-Württemberg besonders hohe Fallzahlen verzeichnen, lest ihr hier.

Zentrale Kennziffern der Corona-Pandemie in Deutschland

Seit Beginn der Pandemie werden jeden Tag Zahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.

Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.

In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 23.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentageinzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden. Bundesweit liegt sie inzwischen bei 139.

Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.

Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.

Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.

Corona in Europa: Das Vorgehen in anderen Ländern

Das Coronavirus macht auch vor anderen Ländern nicht Halt. In Schweden wurde bislang mit lockeren Maßnahmen gegen die Pandemie gekämpft. Wie die zweite Welle Schweden beeinflusst, lest ihr hier.

In der Schweiz haben sich die Fallzahlen ohne einen Lockdown halbiert. Während die Infektionszahlen sinken, steigt allerdings die Zahl der Todesfälle. Mehr dazu hier.

Lockdown in Österreich: Die aktuelle Lage im Nachbarland

Auch Österreich befindet sich seit Dienstag im Lockdown. Dort gelten die strikten Beschränkungen Wie Ausgangssperren und Kontaktbegrenzungen vorerst bis 6. Dezember.