Die Corona-Zahlen in Sachsen-Anhalt steigen aktuell nicht auf dem Niveau wie in den Nachbarländern Thüringen und Sachsen, trotzdem zeigt die Entwicklung auch hier nach oben. Seit etwa zehn Tagen ist auch in Sachsen-Anhalt die Inzidenz über die 300er-Marke gestiegen, inzwischen ist sie sogar höher als 500. Aus diesem Grund hat die Landesregierung am Dienstag, 09.11.2021, in Magdeburg die Eckpunkte für eine neue Corona-Verordnung vorgestellt. Hier gibt es die alle Infos zu den neuen Regeln.

Inzidenz, Hospitalisierung, Impfquote – die aktuellen Corona-Zahlen des RKI für Sachsen-Anhalt

Das Robert-Koch-Institut hat am Montag. 22.11.2021 folgende Fallzahlen für das Bundesland Sachsen-Anhalt bekanntgegeben:
  • 7-Tage-Inzidenz: 531,8
    • Gesamtzahl der Infektionen: 136.531
    • Neuinfektionen: 2734 (Stand: 16.11.)
    • Todesfälle gesamt: 3.688
    • Neue Todesfälle: 36
      • Impfquote (Erstimpfung): 65,6 Prozent
      • Impfquote (vollständig): 64,2 Prozent
      • Hospitalisierungsrate:11,9 (Stand: 21.11.)

Sachsen-Anhalt: Diese Maßnahmen gelten im Kampf gegen Corona

Folgende Änderungen der bestehenden Eindämmungsverordnung hat das Kabinett am 9. November vorgestellt:

Tägliche Testung für ungeimpfte Pflegekräfte

Beschäftigte in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen sowie Behinderteneinrichtungen, die keinen Impf- oder Genesenennachweis vorweisen können, müssen sich künftig täglich vor Dienstantritt testen. Das hat das Kabinett mit der geänderten Corona-Eindämmungsverordnung beschlossen, die bis einschließlich 17. Dezember 2021 gilt.

Maskenpflicht in Schulen

Im Schulgebäude muss unter anderem auf den Gängen ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Eine Stoffmaske als Mund-Nasen-Bedeckung ist nicht mehr ausreichend, teilte die Staatskanzlei am Dienstag mit. Während des Unterrichts kann der Mund-Nasen-Schutz abgesetzt werden.
Zudem wird die Testfrequenz erhöht, um Infektionsfälle frühzeitig zu identifizieren. Künftig muss an mindestens drei Tagen in der Woche vor Unterrichtsbeginn ein negatives Testergebnis vorgewiesen werden.

Mindestabstand im Freien

Die Regelung zum Mindestabstand bleibt dem Grunde nach gleich. Im Freien darf der Mindestabstand jedoch nunmehr unterschritten werden, wenn ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz getragen wird. Diese Regelung trägt den unterschiedlichen Infektionsrisiken Rechnung und kann den Besuch von Fußballspielen auch bei größerer Auslastung ermöglichen. Darüber hinaus gilt bei Veranstaltungen in Innenräumen weiterhin, dass Abstände einzuhalten sind und ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen ist. Diese Regelungen entfallen, wenn die 2G-Regeln angewendet werden, das heißt nur Geimpften und Genesenen Einlass gewährt wird.
Zudem entfällt die grundsätzliche Untersagung von Volksfesten. Hintergrund ist der Wegfall der epidemischen Lage von nationaler Tragweite.

Weihnachtsmärkte in Sachsen-Anhalt

Weihnachtsmärkte dürfen weiterhin für den Publikumsverkehr öffnen. Diese sind nun in der Verordnung klarstellend genannt. Überall dort, wo ein Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, ist ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Eine 3-G- oder 2-G-Regelung sieht die Verordnung für Weihnachtsmärkte nicht vor.

Testpflicht in Sachsen-Anhalt

Nach der bisherigen Regelung konnten die Landkreise und kreisfreien Städte im Rahmen einer Verordnung festlegen, dass von der Testpflicht bspw. in der Innengastronomie oder beim Zugang zu Kultureinrichtungen abgewichen werden kann. Diese Verordnung muss nunmehr bei hohem Infektionsgeschehen und einer hohen Belastung des Gesundheitssystems aufgehoben werden. Das bedeutet: Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz über 100 liegt und gleichzeitig entweder die Sieben-Tage-Inzidenz der Hospitalisierungen einen Wert von fünf oder der landesweite Anteil der Corona-Patienten an den belegten Intensivbetten einen Wert von fünf Prozent überschreitet, darf nicht mehr von den Testpflichten abgewichen werden. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Hospitalisierungen bildet die landesweite Anzahl der in ein Krankenhaus aufgenommenen Covid-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen ab.
Von der Testpflicht ausgenommen sind unter anderem vollständig geimpfte oder genesene Personen sowie Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres.

Busreisen und Corona

Künftig genügt es, wenn bei Fahrten in Reisebussen vor Antritt der Fahrt ein negatives Testergebnis vorgelegt wird. Damit entfällt die Testpflicht alle 72 Stunden bei Reisebusreisen. Mit der Regelung wird eine Angleichung an die Testpflicht in Beherbergungsbetrieben vorgenommen, in denen bei touristischen Übernachtungen ebenfalls nur zu Beginn ein negatives Testergebnis bzw. ein Impf- oder Genesenennachweis vorgelegt werden muss.

Corona in Sachsen-Anhalt: Bis wann gilt die neue Verordnung?

Die Corona-Verordnung gilt vorerst bis zum 17. Dezember 2021.

3G am Arbeitsplatz und im ÖPNV – neues Infektionsschutzgesetz tritt in Kraft

Das neue Infektionsschutzgesetz zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist unter Dach und Fach. Der Bundesrat billigte die Neuregelung, die der Bundestag am Donnerstag beschlossen hatte, am Freitag trotz der Kritik von Unionsseite einstimmig. Die Novelle beinhaltet 3G am Arbeitsplatz und in öffentlichen Verkehrsmitteln, zudem können die Länder Maßnahmen wie Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen beibehalten. Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, forderte derweil eine "Notbremse", um die vierte Corona-Welle in den Griff zu bekommen.
Mit dem Beschluss des Bundesrats ist der Weg für das Inkrafttreten der Neuregelung frei. Die 3G-Regel am Arbeitsplatz wird ab kommenden Mittwoch, 24.11. gelten, wie Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte. Gemäß der ebenfalls eingeführten 3G-Regel in den öffentlichen Verkehrsmitteln müssen Fahrgäste, die nicht geimpft und genesen sind, ein negatives Testergebnis vorlegen.

Abstand, Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht – diese Regeln gelten

Mit dem neuen Gesetz können die Länder zugleich weiter Abstandsgebote und Maskenpflicht anordnen und verlangen, dass etwa bei Kultur- und Freizeiteinrichtungen Impf-, Genesenen- oder Testnachweise vorgelegt werden müssen. Die Anwendung von 2G- und 2G-Plus-Regeln soll nach einer Vereinbarung von Bund und Ländern an bestimmte Hospitalisierungsraten geknüpft sein.
Bei einer konkreten epidemischen Gefahr können die Länder mit Beschluss der Landtage auch künftig Zugangsbeschränkungen für Betriebe, Einrichtungen oder Veranstaltungen erlassen. Auch dürfen die Länder in solchen Fällen Kontaktbeschränkungen im privaten und öffentlichen Raum anordnen.