Corona Zahlen Deutschland heute: Die aktuellen Fallzahlen: Neuinfektionen und Inzidenz laut RKI-Dashboard am 19.1.21

Seit Montag gilt in Bayern die Pflicht, in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen eine FFP2-Maske zu tragen. Wird diese Regeln auf ganz Deutschland ausgeweitet?
DPA- Beim Corona-Gipfel beraten Kanzlerin Angela Merkel und die Mininsterpräsidenten das weitere Vorgehen
- Aus Sicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn werden langsam erste Lockdown-Erfolge sichtbar
- Wie haben sich die aktuellen Fallzahlen in Deutschland entwickelt?
Am heutigen Dienstag, 19. Januar 2021, beraten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Vertreter der Bundesländer zum künftigen Vorgehen in der Corona-Pandemie. Wird der Lockdown verlängert? Kommt eine nächtliche Ausgangssperre? Werden Homeoffice und das Tragen von FFP2-Masken Pflicht?
Ganz langsam entwickeln die Corona-Fallzahlen in Deutschland eine positive Tendenz - und sinken leicht. In den vergangenen Tagen lagen die Werte immer unter denen der Vorwoche. Bleibt der Trend? Hier die aktuellen Daten:
Corona-Zahlen in Deutschland heute: RKI meldet Neuinfektionen, Tote und Inzidenz am 19.1.2021
Neuinfektionen: Wie das RKI berichtet, wurden binnen 24 Stunden mindestens 11.369 neu infizierte Menschen mit dem Coronavirus in Deutschland registriert. Zum Vergleich: Gestern wurden 7141 Neuinfektionen gemeldet, am Dienstag vor einer Woche, 12.1.21, waren 12.802 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert worden.
Zu beachten: Am Montag waren dem RKI offenbar zunächst nicht alle Neuinfektionen aus den Bundesländern gemeldet worden. Da diese den heutigen Fallzahlen zugerechnet werden, könnten diese höher ausfallen.
„Zeit Online“ berichtet, dass es aktuell 9.494 Neuinfektionen gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
Infektionen der letzten sieben Tage: Nach Angaben von „Zeit Online“ haben sich in den letzten sieben Tagen 118.055 Menschen mit dem Virus angesteckt.
Infizierte: Insgesamt wurden, wie das RKI berichtet, seit Beginn der Pandemie in Deutschland 2.052.028 positive Fälle registriert.
Tote: Die Gesamtzahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, beträgt heute deutschlandweit 47.622 Personen. Es sind 989 Tote mehr als am Tag zuvor. „Zeit Online“ zufolge gab es 649 neue Todesfälle zu verzeichnen. Der bisherige Höchstwert wurde am Freitag, 8. Januar 2021, mit 1188 Fällen innerhalb von 24 Stunden registriert.
R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert wurde am Diesntag mit0,89 angegeben. Am Montag lag er bei 0,93. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz ist weiter deutschlandweit sehr hoch. Der Wert beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt aktuell bei 131,5. Gestern war ein Wert von 134,4 gemeldet worden. Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden.
Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken.
Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch aktuell enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 256,3 und Sachsen mit 225,7 Den niedrigsten Wert haben Bremen (83,2) und Schleswig-Holstein (87,4) gefolgt von Hamburg mit 93,3
Diese Regeln beschließen Angela Merkel und Ministerpräsidenten beim Corona-Gipfel
Die derzeit bestehenden Maßnahmen sollen bis zum 15. Februar verlängert werden. Das geht aus einem Entwurf für die Videokonferenz der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel hervor, der „ntv“ vorliegt. Private Zusammenkünfte sollen weiterhin „im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit maximal einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person gestattet“ sein.
Neu ist die Pflicht zum Tragen von medizinischen Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Geschäften. Gemeint sind damit „sogenannte OP-Masken oder sogar virenfilternde Masken der Standards KN95 oder FFP2“. Eine FFP2-Maskenpflicht wie sie in Bayern seit Montag gilt, gibt es damit nicht. Allerdings reichen Alltagsmasken für den Einkauf oder die Fahrt zur Arbeit künftig nicht mehr aus.
In dem Entwurf wird betont, dass der Betrieb von Kitas und Schulen höchste Bedeutung für die Bildung der Kinder und die Vereinbarung von Familie und Beruf hat. Allerdings gebe es ernst zu nehmende Hinweise, dass das mutierte Coronavirus „sich auch stärker unter Kinder und Jugendliche verbreitet, als das bei dem bisher bekannten Virus der Fall ist“. Daher sollen die Schulen bis zum 15. Februar „grundsätzlich“ geschlossen bleiben. Eine Notfallbetreuung werde sichergestellt, Distanzlernen werde angeboten.
Erste Lockdown-Erfolge sichtbar - Spahn mahnt aber zur Vorsicht
Aus Sicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) deuten die Corona-Infektionszahlen eine erste Entspannung an. „Wir haben jetzt erste Erfolge, die sichtbar scheinen in der Statistik, in der Entwicklung, bei den Infektionszahlen„, sagte Spahn am Montag im ARD-„Morgenmagazin“. Die Intensivstationen seien um 10, 15 Prozent leerer geworden. „Aber wir sind lange noch nicht da, wo wir hinwollen, wo wir hin müssen, um es dauerhaft zu kontrollieren, damit es nicht gleich wieder hochflammt.“
Kinderkrankengeld-Tage wird verdoppelt
Die Regierung hat Hilfen für Eltern beschlossen, die in der Corona-Krise Kinder betreuen. Das gilt bei Kinderkrankengeld und Kinderkrankentagen.
Die Kennzahlen der Corona-Pandemie erklärt: Reproduktionszahl, Neuinfektionen, Inzidenz
Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.
Reproduktionszahl (R-Wert)
Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.
Neuinfektionen
Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.
Siebentage-Inzidenz
Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.
Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung
Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.
