Corona Zahlen 23.12.20
: RKI Dashboard meldet aktuelle Fallzahlen für Deutschland: 24.740 Neuinfektionen am 23.12.20

Wie sind die aktuellen Corona-Zahlen am 23.12.2020? Das RKI Dashboard meldet die Fallzahlen heute: Tote, Neuinfektionen, Inzidenz und Co. in Deutschland am Mittwoch.
Von
Chris Wille, Tobias Knaack mit DPA, AFP
Berlin / Ulm
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Wie sind die aktuellen Corona-Zahlen in Deutschland einen Tag vor Heiligabend? Das RKI vermeldet auf seinem Dashboard die Zahl der Neuinfektionen, Toten, die Inzidenz und mehr am 23.12.20. (Symbolbild)

Tom Weller, DPA
  • Die Corona-Zahlen in Deutschland sind trotz des Lockdowns immer noch sehr hoch
  • Bei der Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gibt es einen neuen Rekord
  • Wie hoch sind die aktuellen Fallzahlen am Mittwoch, 23.12.20?

Seit Wochen sind die Corona-Fallzahlen in Deutschland sehr hoch. Mehrfach wurden neue Rekordwerte erreicht - bei der Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus, der Zahl der Todesfälle an oder mit Corona sowie bei der Inzidenz. Die Bundesregierung hofft jetzt mit dem erneuten Lockdown und den verschärften Corona-Regeln die steigenden Infektionszahlen in den Griff zu bekommen. Doch wie genau ist die Lage aktuell in Deutschland, wie viele Neuinfektion gibt es und wie hoch ist die Inzidenz?

Corona Zahlen in Deutschland heute - Die aktuellen Fallzahlen von Mittwoch, 23.12.2020

Das Robert Koch-Institut (RKI) erfasst täglich die aktuelle Corona-Lage in Deutschland, den Bundesländern sowie den Landkreisen und bewertet nach eigenen Angaben „alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein“.

Neuinfektionen: Laut RKI Dashboard haben sich innerhalb eines Tages in ganz Deutschland nachweislich mindestens 24.740 Personen neu mit dem Coronavirus infiziert. Zum Vergleich: Gestern, am Dienstag, den 22.12.2020 wurden fast 20.000 Neuinfektionen gemeldet. Am Mittwoch vor einer Woche hatten sich fast 28.000 Personen neu mit dem Coronavirus infiziert. Den Höchstwert mit 33.777 gemeldeten Infektionen hatte es am Freitag gegeben, darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

„Zeit Online“ nennt heute Morgen 22.641 Neuinfektionen. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die RKI-Statistiken von verzögerten Meldeketten betroffen - und können deshalb abweichen. Damit steigt die Zahl der gemeldeten Fälle nun den 20. Tag in Folge über das jeweilige Vorwochenniveau.

Laut „Zeit“ gab es 177.775 bestätigte Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen.

Infizierte: Die Gesamtzahl der Infektionen seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland beträgt laut RKI 1.554.920 Fälle.

Tote: Die Zahl der Menschen, die an oder mit einer Corona-Infektion gestorben sind, liegt am Mittwoch, den 23.12.2020, bei 27.968. Das sind 962 Tote mehr als am Dienstag. Dies ist etwas höher als der bisherige Rekord. Er lag bei 952 Verstorbenen und war vor einer Woche vom RKI bekanntgegeben worden. Aktuell gab es laut Zeit Online insgesamt 951 Tote zu verzeichnen.

Genesene: Die Zahl der Genesenen beläuft sich laut RKI auf etwa 1.160.100.

R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht immer ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Der aktuelle 7-Tage-R-Wert wurde mit 0,95 (Vortag: 0,98) angeben. Dieser Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz steigt immer noch weiter an. Der Wert beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt aktuell bei 195,1. Gestern, am Dienstag, betrug der Wert 197,6, am Montag 197,1 und am Sonntag 169. Am Mittwoch der Vorwoche lag die 7-Tage-Inzidenz noch bei 180.

Aktuelle Corona-Zahlen für Deutschland und die Bundesländer im RKI-Dashboard

Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Ziel sei es, die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten zu schützen und ihren Gesundheits­zu­stand zu verbessern. Daran arbeiten und forschen im RKI jeden Tag gemein­sam 1100 Menschen aus 90 verschiedenen Berufen.

In Zeiten der Corona-Pandemie liefert das RKI in seinem Dashboard jeden Tag die aktuellen Fallzahlen - für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Hier geht es zum RKI-Dashboard.

In seinem Dashboard weist das RKI die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland, die Bundesländer und die Landkreise aus.

Screenshot; Quelle: RKI

Corona in Sachsen: Wegen der hohen Todeszahlen werden Leichen außerhalb des Krematoriums gelagert

Derweil spitzt sich im Corona-Hotspot Sachsen die Situation weiter zu. Wegen der dramatisch hohen Todeszahlen im ostsächsischen Zittau müssen dort Leichen außerhalb des Krematoriums zwischengelagert werden. Die Toten sollen „im Bereich des Hochwasserstützpunkts“ gelagert und „bei Freigabe zur Einäscherung“ ins Krematorium gefahren werden, teilte die Stadt Zittau am Dienstagabend mit. Darauf habe sich die Geschäftsführung des Krematoriums mit Oberbürgermeister Thomas Zenker kurzfristig geeinigt. Am Hochwasserstützpunkt befindet sich eine große Halle, in dem Materialien gelagert werden, die im Fall eines Hochwassers gebraucht würden.

Besonders im Dezember explodierte nach Angaben der Stadt die Zahl der Toten. Während im vergangenen Jahr im Dezember 45 Menschen starben, waren es in diesem Monat bislang schon 115. Die Zahl der notwendigen Einäscherungen übersteige derzeit „mitunter die Kapazitäten des Zittauer Krematoriums“, hieß es. Es gebe deutlich höhere Sterbefallzahlen, mehr Aufnahmegespräche, Leichenschauen und Beurkundungen in den Standesämtern. Alle Beteiligten seien an den „Belastungsgrenzen“.

Corona in Zittau: Sonderschichten im Standesamt angesichts der Totenzahlen

Oberbürgermeister Zenker erklärte: „Die Kolleginnen in unserem Standesamt haben inzwischen Sonderschichten übernommen, um die anfallenden Sterbefälle ordnungsgemäß zu beurkunden. Wir sind organisatorisch an unseren Leistungsgrenzen angekommen und bitten alle Betroffenen um Verständnis.“ Zittau liegt im äußersten Südosten Sachsens im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien. Vor einer Woche hatte ein Arzt aus der Stadt mit Äußerungen über eine sogenannte Triage für Aufsehen gesorgt. Der Begriff bedeutet, dass Mediziner aufgrund von knappen Ressourcen entscheiden müssen, wem sie zuerst helfen.

Sachsen ist seit Wochen mit großem Abstand der Corona-Hostspot in Deutschland. Für sechs der zehn Landkreise im Freistaat meldete das Robert Koch-Institut am Dienstag einen Inzidenzwert von mehr als 500. Der Wert gibt an, wie viele Menschen sich je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen mit dem Virus infiziert haben. An der Spitze lagen demnach am Dienstag der Landkreis Bautzen (637,5) und Zwickau (620), gefolgt vom Landkreis Görlitz (582,1), in dem Zittau liegt. Bundesweit meldete das RKI für Dienstag eine Inzidenz von 198.

Corona-Zahlen in Baden-Württemberg unverändert hoch

Die Fallzahlen in Baden-Württemberg sehen nicht wirklich besser aus. Auch im Südwesten liegt die Inzidenz der allermeisten Kreise weit über dem Grenzwert von 50 Infektionen je 100.000 Einwohner. Zuletzt wurde ein neuer Rekord bei der Zahl der Corona-Toten in BW erreicht. Zahlreiche Pflege- und Altenheime melden immer weitere Infektions- und Todesfälle. Die Polizei Kontrolliert die Einhaltung der neuen Corona-Regeln. Über Weihnachten wurden diese zwar gelockert, aber RKI-Chef Lothar Wieler mahnte in der vergangenen Pressekonferenz vor Kontakten und appellierte, Heiligabend und die beiden Weihnachtsfeiertage nur im kleinsten Kreis der Familie zu verbringen. Alle Infos zur Corona-Lage in BW auf einen Blick.

Wirkt der Corona-Impfstoff Cominarty von Biontech gegen die Mutation aus Großbritannien?

Eine neuartige Mutation des Coronavirus ist in Großbritannien und Südafrika aufgetaucht. Sie ist sehr komplex und infiziert die Menschen schneller. Das sorgt für Zweifel, ob der neue Corona-Impfstoff auch gegen diese Variante des Virus wirksam ist. Ugur Sahin ist Vorstandsvorsitzender und Biontech-Mitgründer und sieht es als „außerordentlich wahrscheinlich“ an. Falls der Impfstoff „Cominarty“ jedoch nicht wirken sollte, könnte eine wirkungsvolle Variante bereits innerhalb von sechs Wochen entwickelt werden, erklärte Sahin.

Die wichtigsten Corona-Kennzahlen: Was bedeuten Neuinfektionen, Inzidenz und Co.?

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Zahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Doch was genau bedeuten die einzelnen Kennzahlen? Hier die Erklärung:

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.

In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

7-Tage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz(7-Tage-Inzidenz) ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.

Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.

Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.

Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.

Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden können, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.