Corona Zahlen Deutschland heute: Aktuelle RKI-Fallzahlen - Fast 1000 Tote: Inzidenz und Neuinfektionen am 16.12.2020

Am Mittwoch hat das RKI die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland - und einen neuen Höchststand an Corona-Toten - veröffentlicht.
Fabian Strauch/dpa- Heute beginnt der Lockdown in Deutschland
- Davon betroffen sind unter anderem Schulen und der Einzelhandel, darunter auch Baumärkte
- Bei Verstößen gegen die Corona-Regeln drohen in Baden-Württemberg und Bayernhohe Bußgelder
- Wie hoch sind die Corona-Zahlen in Deutschland heute, am Mittwoch, 16.12.2020, laut RKI?
Geschäfte werden geschlossen, Schulen machen zu, Kontakte sollen noch mehr reduziert werden: Heute geht Deutschland in den Lockdown. Bis mindestens zum 10. Januar 2021 steht das öffentliche Leben weitestgehend still. Der Grund sind die trotz des Teil-Lockdowns hohen Infektionszahlen in Deutschland. Zur Veranschaulichung: Erst vergangenen Freitag wurde mit knapp 30.000 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert verzeichnet.
Unterdessen werden die Forderungen nach einer raschen Zulassung des Corona-Impfstoffes des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer in Deutschland lauter. In Großbritannien, Kanada und den USA hat der Impfstoff bereits eine Notfallzulassung erhalten. Dort wurden bereits die ersten Menschen geimpft.
Die europäische Arzneimittelagentur (EMA) berät nach eigenen Angaben nun schon am kommenden Montag über eine Zulassung des Corona-Impfstoffs. Das Treffen sei vom 29. auf den 21. Dezember vorgezogen worden, teilte die EMA am Dienstag mit. Dann solle wenn möglich auch schon eine Entscheidung getroffen werden.
Am Dienstag hatten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler bereits die Hoffnung auf eine Zulassung noch vor Weihnachten geweckt. „Unser Ziel ist, dass es noch vor Weihnachten eine Zulassung gibt und dass wir dann auch noch in diesem Jahr beginnen können zu impfen, auch hier in Deutschland“, sagte Spahn. Nach der Zulassung rechne er dann nach „maximal zwei bis vier Tagen“ mit einem Start der Impfungen. Ein konkretes Datum nannte er aber nicht.
Und so muss zunächst der Lockdown dafür sorgen, die Fallzahlen in Deutschland zu senken. Wie hoch also sind die Corona-Zahlen am heutigen Mittwoch, dem 16.12.2020?
RKI-Zahlen Deutschland: Heute so viele Corona-Tote wie noch nie - Aktuelle Fallzahlen vom Mittwoch, 16.12.2020
Das Robert Koch-Institut (RKI) erfasst jeden Tag die aktuelle Corona-Lage in Deutschland, für die Bundesländer und Landkreise und bewertet nach eigenen Angaben auf der Homepage „alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein“. Zudem stellt das RKI Empfehlungen für die Fachöffentlichkeit zur Verfügung wie Fallzahlen und Informationen zu allgemeinen Infektionsschutzmaßnahmen, Diagnostik und Teststrategie und Prävention in Gesundheitseinrichtungen.
Neuinfektionen: Laut RKI-Angaben haben sich binnen eines Tages deutschlandweit mindestens 27.728 Personen neu mit dem Coronavirus infiziert. Allerdings waren in den Daten von Dienstag keine Zahlen aus Sachsen enthalten gewesen, weswegen in den neuen Zahlen auch Nachmeldungen enthalten sein könnten, wie es hieß. Die bisherigen Höchstwerte von 29.875 gemeldeten Fällen und 598 Toten waren am Freitag erreicht worden. Am gestrigen Dienstag wurden 14.432 Menschen als infiziert gemeldet. Am Mittwoch vergangener Woche waren mehr als 20.000 Neuinfektionen gemeldet worden.
Infizierte: Die Gesamtzahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie in Deutschland beträgt laut jüngsten Werten des RKI 1.379.238 Fälle.
Tote: Die Zahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, liegt bei 23.427. Das sind 952 Tote mehr als am Vortag.
Genesene: Die Zahl der Genesenen beläuft sich laut RKI auf etwa 1.025.000.
R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert wurde heute mit 0,98 angeben. (Vortrag: 1,06). Der Wert sei aber aufgrund von noch ausstehenden Datenermittlungen nur eingeschränkt verwertbar. Er bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
Aktuelle Fallzahlen in Baden-Württemberg - mehr als 100 Corona-Tote
Welche Corona-Zahlen meldet das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg? Zuletzt wurden mit den neuesten Corona-Zahlen vom Dienstag auch im Südwesten viele Todesfälle im Zusammenhang mit Covid 19 gemeldet. Insgesamt gibt es aktuell mehr als 100 bestätigte Corona-Tote in BW. Die Fallzahlen im Überblick - Werte zu Inzidenz, Neuinfektionen und Toten am 15.12.2020.
Corona-Zahlen in den Bundesländern: Das Infektionsgeschehen im Dashboard
Wie viele Infizierte gibt es heute in den einzelnen Bundesländern? Das Dashboard des RKI weist auf seiner interaktiven Karte auch die Corona-Zahlen für einzelne Bundesländer aus. Die Angaben werden täglich um 0 Uhr aktualisiert.

In seinem Dashboard veröffentlicht das RKI jeden Tag die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland.
Screenshot; Quelle: RKIWas genau ist trotz Ausgangsbeschränkung im Lockdown in BW erlaubt?
Darf ich mit dem Hund Gassi gehen oder meine Freundin oder meinen Freund besuchen? Darf ich in BW Spazieren gehen oder nach 20 Uhr nach Hause fahren? Antworten auf die wichtigsten Fragen zu den aktuellen Ausgangsbeschränkungen und Corona-Regeln des Lockdowns, die von heute an in Baden-Württemberg gelten.
Inzidenz und Neuinfektionen - Die wichtigsten Kennzahlen der Corona-Pandemie erklärt
Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Zahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.
Reproduktionszahl (R-Wert)
Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.
Neuinfektionen
Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.
Siebentage-Inzidenz
Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.
Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung
Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.
Corona-Impfstoff vor Weihnachten: Drahtseilakt zwischen gründlicher Prüfung und Tempo - Ein Kommentar
Ein weiteres Mittel gegen die steigenden Zahlen heißt: Impfstoff. Und da hat sich jetzt etwas getan. Noch vor Weihnachten soll auch in der EU der erste Corona-Impfstoff zugelassen werden.
Nachdem erst Großbritannien mit einer Notzulassung für das Vakzin von Biontech vorgeprescht war, hatte man auch in Nordamerika mit Massenimpfungen begonnen. Eine merkwürdige Situation: Ein in Deutschland entwickelter Impfstoff wird zuerst anderswo verwendet. Nur: Das Ganze ist ein Drahtseilakt.
