Corona Zahlen Deutschland heute
: Aktuelle Neuinfektionen, Fallzahlen, Tote und 7-Tage-Inzidenz laut RKI am 30.12.20

Wie viele Neuinfektionen gibt es? Wie hoch ist die 7-Tage-Inzidenz? Und wie viele Tote werden heute gemeldet? Das RKI hat am Mittwoch, 30.12.20, die aktuellen Corona-Zahlen in Deutschland veröffentlicht.
Von
Tobias Knaack mit DPA, AFP
Ulm
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Das RKI hat am Mittwoch, 30.12.20, die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland veröffentlicht. Wie hoch sind die Fallzahlen und die Inzidenz? (Symbolbild)

DPA
  • Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland ist noch immer auf sehr hohem Niveau
  • Bei der Zahl der Todesfälle binnen eines Tages gibt es einen neuen Rekordwert
  • Und SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach sagt, dass ohne die beiden Lockdowns und die ergriffenen Maßnahmen und Regeln bisher bereits 250.000 Menschen in der Bundesrepublik gestorben wären
  • Im deutschen Bundesland Sachsen, aber auch in anderen Ländern Europas steigt die Sorge vor einer dritten Welle
  • Wie hoch sind die Corona-Zahlen in Deutschland heute, am Mittwoch, 30.12.20?

Zahlen - Mit Corona standen sie in Deutschland und auf der Welt im Jahr 2020 so stark im Blickpunkt wie selten zuvor: Fallzahlen, Kennwerte, Verläufe. Einer der ersten Begriffe dabei: die Herdenimmunität. Schon im Februar sprach der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité darüber, dass sich wahrscheinlich 60 bis 70 Prozent der Menschen infizieren müssten, bis die Corona-Welle von allein abebben würde. Über Dunkelziffern wurde und wird diskutiert, über die Fallzahlen, die Zahl der Todesfälle beziehunsweise der Toten - und ob sie mit, an oder im Zusammenhang mit Corona gestorben sind -, über R-Werte und Sieben-Tage-Inzidenzen. Der Blick auf Fallzahlen ist vielen Menschen in Deutschland, Europa und der Welt in der globalen Pandemie zur täglichen Routine geworden.

Mathematik-Professor Christian Hesse von der Uni Stuttgart sagt, dass die dass die Wissenschaft der Statistik aufgrund der vielen Zahlen rund um Neuinfektionen, Tote und Inzidenzen in der Corona-Krise in Deutschland von enormer Bedeutung ist.

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Denn auch Menschen, die sonst um Mathematik und Zahlen einen großen Bogen machen, setzen sich nun intensiv mit solchen Angaben auseinander, berichtet die Nachrichtenagentur DPA. Sie klicken sich durch immer neue Tabellen und Grafiken. Fachleute sehen darin ein gutes Zeichen: „Eine Gewinnerin der Corona-Krise ist die Wissenschaft der Statistik„, sagt etwa Mathematik-Professor Christian Hesse von der Universität Stuttgart. „Verlässliche Daten können Gold wert sein und Datenanalytiker sind moderne Goldgräber. Sie finden im Wirrwarr unübersichtlicher Datenberge die Nuggets belastbaren Wissens, das die Schlüssel-Ressource für sachgerechtes Handeln der Politiker ist.“

Die Corona-Krise zeige, dass Zahlenkompetenz überlebenswichtig sei. „Folgte man im Blindflug ohne Datengrundlage den emotional aufgeladenen Mythen der Wissenschaftsskeptiker, würde die Menschheit in der aktuellen Krise vielleicht sogar in existenzielle Not geraten“, so Hesse. Er geht von einem langfristig wachsenden Interesse an Daten und ihrer sachgerechten Interpretation aus.

Corona Zahlen Deutschland: Neuinfektionen, Todesfälle und Inzidenz laut RKI am Mittwoch, 30.12.20

Nachdem über die Weihnachtsfeiertage laut RKI deutlich weniger getestet und übermittelt worden war, stellt sich die Frage: Wie hoch sind die Corona-Zahlen heute, am Mittwoch, 30.12.20? Und wie stehen sie im Vergleich zu den Fallzahlen vom Mittwoch der Vorwoche, dem 23.12.20?

Neuinfektionen: Wie das RKI berichtet, wurden binnen 24 Stunden mindestens 22.459 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland registriert. Zum Vergleich: Am Dienstag waren knapp 13.000 Neuinfektionen gemeldet worden. Am Mittwoch der vergangenen Woche, dem 23.12.20, waren mehr als 24.000 neue Corona-Fälle binnen eines Tages von den Gesundheitsämtern registriert und übermittelt worden.

Zeit Online meldete am Mittwoch insgesamt 18.654 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Die Daten von Zeit Online basieren eigenen Angaben nach auf den direkten Angaben der Land- und Stadtkreise und sollen somit weniger stark von verzögerten Meldeketten betroffen sein als die Daten RKI.

In den vergangenen sieben Tagen haben sich Zeit Online zufolge 134.927 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert.

Infizierte: Insgesamt wurden, wie das RKI berichtet, seit Beginn der Pandemie in Deutschland1.687.185 positive Fälle registriert.

Tote: Die Gesamtzahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, beträgt heute deutschlandweit 32.107 Personen. Das sind 1129 Tote mehr als am Tag zuvor - neuer Rekord. Das waren 167 mehr als am Mittwoch vergangener Woche (16.12.20), als hinsichtlich der Todesfälle der bisherige Höchststand von 952 registriert worden war. Die Nachrichtenseite Zeit Online kam für den heutigen Mittwoch bei eigenen Recherchen sogar auf 1136 Todesfälle mehr binnen eines Tages. Am Dienstag waren 852 Todesfälle binnen 24 Stunden gemeldet worden, die im Zusammenhang mit Corona stehen.

Die meisten Todesfälle registrierten Angaben von „Zeit Online“ zufolge die Ämter in der Region Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 43 Toten, in der Hauptstadt Berlin (41 neue Todesfälle) und Dresden Stadt mit 29.

Genesene: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich laut RKI wieder 1.302.600 Menschen von der Erkrankung erholt.

R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert wurde mit 0,67 (Vortag: 0,74) angeben. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Nun zeigt, sich vermutlich, worauf das RKI in seinem Bericht am vergangenen Samstag hingewiesen hatte, dass während der Feiertage Covid-Fälle nur verzögert angezeigt, erfasst und übermittelt werden, „so dass der R-Wert zudem ggf. unterschätzt wird“.

7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz ist weiter deutschlandweit sehr hoch. Der Wert beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt aktuell bei 141,3. Gestern war ein Wert von 149,2 gemeldet worden. Ihr bisheriger Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken.

Zahl der Corona-Todesfälle: Sorge vor einer dritten Welle

In Deutschland - genauer: in Sachsen -, aber auch in anderen Ländern Europas wie Italien steigt derweil die Sorge vor einer möglichen dritten Welle. In Sachsen äußerte Ministerpräsident Kretschmer seine Sorgen mit Blick auf die kommenden Wochen.

Gesundheitsminister Jens Spahn stimmte ebenfalls darauf bereits ein und sagte am Dienstagabend in den ARD-„Tagesthemen“, bei der Eindämmung der Pandemie sei Deutschland „bei weitem noch nicht da, wo wir hin müssen“. Deshalb werde es nach dem 10. Januar „ohne Zweifel Maßnahmen geben“. In welchem Umfang, müssten Bund und Länder bei ihrer geplanten Konferenz am kommenden Dienstag entscheiden.

Der verschärfte Lockdown mit strengen Kontaktbeschränkungen, der Schließung der meisten Geschäfte, Schulen und Kitas sowie der schon länger geltenden Schließung von Restaurants, Theatern, Museen und anderen Freizeiteinrichtungen gilt zunächst bis zum 10. Januar. Am 5. Januar wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten beraten, wie es anschließend weiter geht.

Das sind die Corona-Zahlen weltweit laut Johns-

Hopkins-Universität

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am Mittwochmorgen (Stand 6:00 Uhr) weltweit

  • knapp 82 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bisher.
  • Gestorben sind demnach auf der Welt bisher beinahe 1,8 Millionen Menschen. Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
  • USA: 19.556.928 Infizierte und 338.561 Tote
  • Indien: 10.244.852 Infizierte und 148.439 Tote
  • Brasilien: 7.563.551 Infizierte und 192.681 Toten
  • Deutschland folgt auf dem 10. Rang mit laut JHU 1.692.109 bisher Infizierten und 32.267 Toten

RKI Dashboard - Aktuelle Corona-Zahlen Bundesländer und Landkreise in Deutschland

In der Corona-Pandemie liefert das RKI in seinem Dashboard täglich die neuen Fallzahlen - für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Hier geht es zum RKI-Dashboard.

Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Ziel sei es, die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten zu schützen und ihren Gesundheits­zu­stand zu verbessern. Daran arbeiten und forschen im RKI jeden Tag gemein­sam 1100 Menschen aus 90 verschiedenen Berufen.


Deutschland insgesamt, die Bundesländer, dazu die Landkreise: In seinem Dashboard veröffentlicht das RKI täglich die neuen Corona-Zahlen für die Bundesrepublik.

Screenshot;Quelle: RKI

Lauterbach kritisiert Grenzwert von 50

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält in der Corona-Pandemie die Orientierung am Infektionsgrenzwert 50 für zu leichtsinnig. Der Mediziner sprach sich am Mittwoch für einen Grenzwert unter 25 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und Woche aus. 50 ist der Grenzwert, an dem sich Bund und Länder als Zielmarke orientieren, weil davon ausgegangen wird, dass die Gesundheitsämter bis zu dieser Größenordnung noch Infektionsketten verfolgen können und die Lage beherrschbar bleibt. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Mittwochmorgen liegt dieser Wert derzeit bei 141,3. Auch eine Reihe internationaler Experten hat bereits einen niedrigeren Orientierungswert gefordert.

R-Wert und Neuinfektionen - Erklärung der wichtigsten Kennzahlen der Corona-Pandemie

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Zahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.

Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.

In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.

Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.

Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.

Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.

Corona-Zahlen in Deutschland - Lauterbach: Ohne Lockdown 250.000 Tote

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht davon aus, dass die Zahl der mit oder am Coronavirus gestorbenen Menschen in Deutschland heute ohne die seit März ergriffenen Maßnahmen um ein Vielfaches höher wäre. Die Zahl lasse sich zwar schwer ermitteln, weil die Menschen sich aus Angst vor dem Virus stark zurückgezogen hätten, sagte Lauterbach der Deutschen Presse-Agentur. „Sicherlich wären aber bisher 250.000 Menschen in Deutschland gestorben und wir hätten noch immer keine vollständige Herdenimmunität“, fügte er hinzu.

Die Zahl der mit oder an dem Coronavirus gestorbenen Menschen in Deutschland hatte zu Wochenbeginn die Grenze von 30 000 überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden 348 weitere Todesfälle - damit stieg die Zahl auf 30 126, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen bekannt gab. Darüber hinaus wurden 10 976 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der Neuinfizierten und der Opfer sind aber nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar, da das RKI während der Feiertage und zum Jahreswechsel hin mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern rechnete.