Corona Zahlen Deutschland heute: RKI-Fallzahlen am 30.1.21: Neuinfektionen, Tote und 7-Tage-Inzidenz – Verzögerung bei Meldung

Wie hoch sind die Corona-Zahlen in Deutschland heute? Das RKI hat die Fallzahlen vom 30.1. veröffentlicht (Symbolbild)
DPA- In Deutschland ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den vergangenen Tagen relativ stabil
- Sorge bereitet Experten vor allem die zunehmende Zahl an Patienten, bei denen Coronavirus-Mutationen nachgewiesen werden
- Vom heutigen Samstag an gilt daher eine strengere Einreisesperren für Reisende aus Corona-Mutationsgebiete
- Am Samstagmorgen hatte sich die Aktualisierung der Fallzahlen des RKI zunächst verzögert. Die aktuellen Zahlen lagen erst gegen 9 Uhr vor.
- Wie hoch sind die Corona-Zahlen heute, am Samstag, 30.1.21?
Die Corona-Fallzahlen in Deutschland sinken leicht, dennoch kann noch keine Entwarnung in der Pandemie gegeben werden. Sorge bereiten vor allem Mutationen des Coronavirus, die schneller übertragen werden können. Diese breiten sich zunehmend in Deutschland aus. Die Impfungen hingegen kommen nur schleppend voran. Daher treffen sich am Montag, 1.2., Vertreter von Bund und Ländern zu einem Impfgipfel.
Wie die Corona-Lage heute, am Samstag, 30.1.2021, ist, erfahrt ihr hier:
Corona-Zahlen Deutschland heute: Die Zahlen vom 30.1. - und der Vergleich zum Samstag der Vorwoche
Neuinfektionen: Das RKI hat am Samstagmorgen 12.321 neue Corona-Fälle in Deutschland von den Gesundheitsämtern übermittelt bekommen. Gestern waren 14.022 Neuinfektionen gemeldet worden und am Samstag der Vorwoche, am 23.1.21, insgesamt 16.417 Neuinfektionen binnen 24 Stunden.
„Zeit Online“ berichtet, dass es aktuell 12.982 Neuinfektionen gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
Die Fallzahlen sind an Wochenenden jedoch oft niedriger. Das liegt daran, dass nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten am Wochenende übermitteln.
Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.
Infizierte: Insgesamt wurden, wie das RKI berichtet, seit Beginn der Pandemie in Deutschland 2.205.171 positive Fälle registriert.
Tote: Die Gesamtzahl der Menschen, die bisher mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, beträgt deutschlandweit 56.546 Personen. Das sind 794 Tote mehr als am Tag zuvor. „Zeit Online“ zufolge gab es 811 neue Todesfälle zu verzeichnen. Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am Donnerstag, 14.1., erreicht worden.
Die Zahl der Genesenen beziffert das RKI auf 1.911.800
R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Der sogenannte R-Wert lag am Samstagmorgen noch nicht vor. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt aktuell bei 90,9. Gestern war ein Wert von 94,4 gemeldet worden. Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden.
Zeit Online nennt eine 7-Tage-Inzidenz von 99,3.
Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken. Dann gilt eine Region nicht mehr als Risikogebiet.
Corona-Zahlen laut RKI Dashboard: Aktuelle Fallzahlen für Bundesländer und Landkreise
Das Robert Koch-Institut liefert während der Corona-Pandemie in seinem Dashboard täglich die neuen Fallzahlen - für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Hier geht es zum RKI-Dashboard. Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Ziel des Instituts: Die Bevölkerung in Deutschland vor Krankheiten zu schützen und ihren Gesundheitszustand zu verbessern. Ein Team aus 1100 Menschen, mit 90 verschiedenen Berufen, arbeitet und forscht jeden Tag gemeinsam daran.

In seinem Dashboard veröffentlicht das RKI seit Monaten jeden Tag die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland.
Screenshot; Quelle:RKIDie neuesten Corona-Zahlen weltweit und für Deutschland laut Johns-Hopkins-Universität
Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am Samstagmorgen (Stand 7.22 Uhr) weltweit 102.069.448 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bisher.
Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 2.206.459 Millionen Menschen. Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
USA: 25.939.791 Infizierte
Indien: 10.733.130 Infizierte
Brasilien: 9.118.513 Infizierte
Deutschland folgt weiterhin auf dem weltweit 10. Rang mit laut JHU bisher 2.207.393 Infizierten und 56.286 Toten.
Die Kennzahlen der Corona-Pandemie: Was sind Reproduktionszahl, Neuinfektionen, Inzidenz und Co.?
Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.
Reproduktionszahl (R-Wert)
Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.
Neuinfektionen
Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.
Siebentage-Inzidenz
Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.
Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung
Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.
Seehofer ruft zu Verzicht auf Auslandsreisen auf
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat zum Verzicht auf Auslandsreisen aufgerufen. „Im Moment kann ich nur dringend an die Bevölkerung appellieren, jede nicht zwingend notwendige Reise ins Ausland unbedingt zu unterlassen“, sagte Seehofer der „Augsburger Allgemeinen“ (Samstagsausgabe). „Ich sehe das in dieser schwierigen Zeit sogar als Bürgerpflicht“, fügte er hinzu. „Jetzt ohne wirklich zwingenden Grund in Mutationsgebiete zu reisen, das muss ich deutlich sagen, wäre geradezu töricht.“
Der Minister schloss Reiseverbote für die Zukunft nicht aus. „Für ein generelles Ausreiseverbot sind die verfassungsrechtlichen Anforderungen sehr hoch“, sagte Seehofer. „Im Moment konzentrieren wir uns auf Einreisen aus Ländern mit Virusmutationen“, fügte er hinzu. „Es geht um die Abwehr von hoch infektiösen, mutierten Viren.“
Seehofer verteidigte in diesem Zusammenhang die Einreisesperren für Bürger mehrerer Länder, in denen besonders ansteckende Varianten des Coronavirus stark verbreitet sind. „Das Beförderungsverbot ist eine drastische Maßnahme, aber es ist zum Schutz unserer Bevölkerung absolut notwendig“, sagte der CSU-Politiker. „Es geht um die Abwehr von hoch infektiösen, mutierten Viren“.
Der Bundesinnenminister bemängelte, dass es keine einheitliche Regelung in der EU gebe. „Das ist schade. Die großen Fragen sollten wir eigentlich im Rahmen der EU für alle gemeinsam lösen.“
FDP-Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff übte Kritik an den von der Bundesregierung verhängten Einreisesperren. „Die Ausbreitung der neuen Corona-Mutanten muss gebremst werden, aber pauschale Einreiseverbote sind nicht der richtige Weg“, sagte Lambsdorff der „Rheinischen Post“. Mutationsgebiete müssten ausgewiesen und klar benannt werden. „Dann muss die Einreise von dort so reduziert werden, dass verbindlich alle Einreisenden noch am Flughafen getestet werden können“, sagte Lambsdorff.
Noch sinnvoller wären nach Ansicht des FDP-Politikers Testungen vor Abflug. „Dass all das bisher trotz zahlreicher Ankündigungen nicht sichergestellt wurde, muss sich die Bundesregierung ankreiden lassen.“ Wichtig sei zudem, die Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie mit den Partnern in der EU zu besprechen, „denn wenn es erneut zu einem deutschen Alleingang käme, wäre das kontraproduktiv“, sagte Lambsdorff.
