Corona Zahlen Deutschland heute: Neuinfektionen, Inzidenz und Tote: Aktuelle Fallzahlen laut RKI-Dashboard am Sonntag, 24.01.2021

Auf der Karte mi den 7-Tage-Inzidenzen sind mehr helle Flecken zu sehen - die Zahlen sinken also. Aber wie ist hoch sind die Neuinfektionen am Sonntag, 24.1.21, in Deutschland? Das RKI hat auf seinem Dashboard die aktuellen Fallzahlen bekannt geben.
Screenshot RKI, Handout-National Institute of Allergy and Infectious Diseases/AFP, dpaDie Corona-Zahlen in Deutschland gehen leicht zurück; Gesundheitsminister Jens Spahn mahnt jedoch, dass die Pandemie noch nicht vorbei ist
Virologe Christian Drosten kritisiert die Homeoffice-Regelung
Wie lange dauert der bis 14.2.2021 geplante Lockdown in Deutschland noch? Darüber wird schon vor dem nächsten Corona-Gipfel diskutiert. Erste Politiker fordern ein Ende des Lockdowns im Februar.
In BW gibt es Streit um die Öffnung von Schulen. Bildungsvertreter fordern, Schulen erst ab 22.2.2021 schrittweise zu öffnen. Und Thüringen geht davon aus, Schulen bis Ostern geschlossen zu lassen.
Die Bundesregierung setzt auf ein neues US-Medikament gegen Corona. Der Antikörper, den Deutschland bereits gekauft hat, soll wie eine Impfung wirken.
Wie sind die Infektionszahlen am Sonntag, 24.1.21.?
Die Zahl der Corona-Toten in Deutschland hat die 50.000er Marke längst überschritten. Auch wenn die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland leicht gesunken ist und erste Landkreise bereits unter eine Inzidenz von 50 gesunken sind - oder sich dieser annähern - sind die Infektionszahlen nach wie vor hoch.
Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hat sich trotz angespannter Corona-Lage optimistisch über eine Rückkehr zum normalen Leben im Sommer geäußert. Dafür müssten Fallzahlen schnell gesenkt werden. Mit guter Kontrolle über das Infektionsgeschehen könne man schrittweise die Beschränkungen lockern. „Der Frühling macht es uns einfacher, und es kommen immer mehr Impfungen hinzu. Wir könnten im Sommer zu unserem normalen Leben zurückkehren“, sagte Braun dem „Spiegel“.
Corona-Mutation aus Brasilien in Deutschland angekommen
Allerdings warnen Experten vor den hochansteckenden und potenziell gefährlichen Mutationen des Coronavirus aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien. Die Variante aus England ist bereits in Deutschland angekommen, ebenso die aus Afrika. Am Freitag wurde gemeldet, dass auch die Mutation aus Brasilien erstmals in Deutschland nachgewiesen worden sei, und zwar bei einem Reiserückkehrer in Hessen.
Das RKI meldet Neuinfektionen, Tote und 7-Tage-Inzidenz am Sonntag, 24.1.2021
Neuinfektionen: Wie das RKI berichtet, wurden binnen 24 Stunden mindestens 12.257 neu infizierte Menschen mit dem Coronavirus in Deutschland registriert. Zum Vergleich: Am Samstag wurden 16.417 Neuinfektionen gemeldet, am Sonntag vor einer Woche, dem 17.1.21, waren 13.882 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert worden.
Zu beachten: Am Wochenende fallen die Zahlen in der Regeln niedriger aus, da nicht alle Gesundheitsämter ihre Zahlen an das RKI melden und auch weniger Tests vorgenommen und ausgewertet werden.
„Zeit Online“ berichtet, dass es aktuell 11.955 Neuinfektionen gebe. Die Zahlen von Zeit Online basieren nach eigenen Angaben auf den direkten Meldungen aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.
Infektionen der letzten sieben Tage: Nach Angaben von „Zeit Online“ haben sich in den letzten sieben Tagen 99.108 Menschen mit dem Virus angesteckt.
Infizierte: Insgesamt wurden, wie das RKI berichtet, seit Beginn der Pandemie in Deutschland 2.134.936 positive Fälle registriert.
Tote: Die Gesamtzahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, beträgt heute deutschlandweit 51.870 Personen. Es sind 349 Tote mehr als am Tag zuvor. „Zeit Online“ zufolge gab es 507 neue Todesfälle zu verzeichnen - 78 weniger als am selben Tag der Vorwoche.
Am Samstag vor einer Woche waren vom RKI noch 445 neue Todesfälle gemeldet worden. Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am Donnerstag, 14.1. erreicht worden.
R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert steigt wieder. Er wurde am Sonntag mit 1,01 angegeben. Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 101 weitere Menschen anstecken. Am Samstag lag er bei 0,97, am Freitag bei 0,87. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz ist weiter deutschlandweit sehr hoch. Der Wert beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt aktuell bei 111,1. Gestern war ein Wert von 112,6 gemeldet worden. Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden.
Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken. Dann gilt eine Region nicht mehr als Risikogebiet.
Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch laut Zeit aktuell groß: Das Bundesland mit den meisten Neuinfektionen war Nordrhein-Westfalen mit 2853 neuen Fällen, dahinter lagen Bayern mit 1616 und Baden-Württemberg mit 1293 Neuinfektionen.
Das sind die Corona-Zahlen weltweit laut Johns-Hopkins-Universität
Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am Sonntagmorgen (Stand 6 Uhr) weltweit
- 98,74 Millionen (Vortag: 98,17) Infektionen mit dem Coronavirus bisher.
- Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 2.12 Millionen Menschen. Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
- USA:24.991.659 Infizierte und 417.399 Tote, das sind 3395 Tote mehr als am Vortag.
- Indien: 10.639.648 Infizierte und 153.339 Tote.
- Brasilien: 8.816.254 Infizierte und 216.445 Tote.
- Deutschland folgt auf dem 10. Rang mit laut JHU bisher 2.137.691 Infizierten (Vortag: 2.125.261) und 51.873 Toten (Vortag: 51.713).
Berliner Klinik in Quarantäne wegen Mutation
Unterdessen musste in Berlin ein ganzes Krankenhaus abgeriegelt werden: Das Berliner Vivantes Humboldt-Klinikum nimmt nach mehreren entdeckten Infektionen mit der gefährlichen britischen Coronavirus-Variante keine Patienten mehr auf. Routinescreenings in der Station für Innere Medizin und Kardiologie ergaben positive Nachweise bei bislang 14 Personen, wie die Klinik bestätigte. Auf Weisung des Gesundheitsamtes Berlin-Reinickendorf das Humboldt-Klinikum unter Quarantäne gestellt.
Thüringen: Schulen bis Ostern geschlossen?
In Thüringen gibt es vermutlich länger als bisher geplant keinen Präsenzunterricht in den Schulen. „Ich gehe davon aus, dass wir zumindest noch bis Ostern in dieser Situation verharren, dass wir mindestens bis Ostern mit diesem System der geschlossenen Schulen arbeiten müssen“, sagte Bildungsminister Helmut Holter (Linke) nach Angaben des MDR vom Freitag im Thüringen Journal. Häusliches Lernen und Distanzlernen werde anhalten. Gleichzeitig sagte Holter: „Es werden bestimmte Schülerinnen und Schüler in der Schule sein. Das sind insbesondere die Abschlussklassen und die, die besonderen Förderbedarf haben.“ Eltern, Kinder und Lehrer müssten sich darauf einstellen, länger durchhalten zu müssen, auch wenn das eine riesige Herausforderung und Belastung für alle sei.
Corona-Zahlen laut RKI Dashboard: Aktuelle Fallzahlen für Bundesländer und Landkreise
Das RKI liefert während der Corona-Pandemie in seinem Dashboard täglich die neuen Fallzahlen - für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Hier geht es zum RKI-Dashboard. Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Ziel des Instituts: Die Bevölkerung in Deutschland vor Krankheiten zu schützen und ihren Gesundheitszustand zu verbessern. Ein Team aus 1100 Menschen, mit 90 verschiedenen Berufen, arbeitet und forscht jeden Tag gemeinsam daran.
Reiseverband: Tourismus braucht Perspektiven für Neustart
Die deutschen Reisebüros und -veranstalter fordern einen Tourismusgipfel für einen Neustart im Reisegeschäft nach der zweiten Corona-Welle. Eine Gruppe aus Politik und Branchenexperten müsse ein Konzept für sicheres Reisen erarbeiten, teilte der Verband am Freitag. Der Tourismus brauche Perspektiven für den Neubeginn. „Mit Nachdruck sollte die EU und Deutschland daran arbeiten, das Tempo für die Impfungen zu erhöhen“, hieß es. Sie brächten einen wichtigen Schritt zu mehr Normalität.
Die EU-Staaten hatten sich am Donnerstagabend verständigt, nicht notwendige Reisen weiter einzuschränken, die Grenzen aber offen zu lassen. Neue Virusvarianten sollen gezielter aufgespürt werden und die Impfkampagne besser in Schwung kommen. Es soll einen EU-Impfpass geben, aber vorerst keine Vorteile für Geimpfte etwa beim Reisen.
„Es wird noch eine Weile dauern, bis alle, die sich auch impfen lassen möchten, geimpft sein werden“, hieß es beim Reiseverband. Es sei eine Strategie für die Übergangszeit notwendig. „Wir sind überzeugt, dass eine intelligente, risikobasierte Teststrategie hier die Lösung ist.“
Die Kennzahlen der Corona-Pandemie: Was sind Reproduktionszahl, Neuinfektionen, Inzidenz und Co.?
Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.
Reproduktionszahl (R-Wert)
Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.
Neuinfektionen
Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.
Siebentage-Inzidenz
Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.
Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung
Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.



