Corona Zahlen Deutschland heute: RKI meldet aktuelle Fallzahlen - Inzidenz und Neuinfektionen am 15.12.2020

Wie steht es um die Corona-Zahlen in Deutschland am Dienstag, 15.12.2020? Das RKI hat die neuen Fallzahlen veröffentlicht.
Collage SWP; Quellen: Screenshot RKI Dashboard, DPAAm Mittwoch geht Deutschland in den harten Lockdown
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in einer Ansprache zur Solidarität aufgerufen
In Baden-Würtemberg und Bayern gibt es Ausgangsbeschränkungen
Wie sind die Corona-Zahlen in Deutschland heute, am Dienstag, 15.12.2020, laut RKI?
Die Zahlen sind zu hoch, die Krankenhäuser zum Teil schon sehr hoch ausgelastet. Die Corona-Pandemie in Deutschland hat im Herbst und nahenden Winter deutlich an Fahrt aufgenommen und trifft das Land härter als im Frühjahr. Der harte Lockdown, der am Mittwoch, 16. Dezember, in Kraft tritt, soll die Zahlen nach unten drücken. Die im November angedachten Lockerungen zu Weihnachten und Silvester sind in Teilen schon zurückgenommen. Inwieweit die Menschen in den jeweiligen Regionen Deutschlands gemeinsam feiern können, hängt nun auch stark vom regionalen Geschehen ab. Beispiel Bayern: Angesichts des hohen Infektionsgeschehen im Freistaat mit einer flächendeckenden Inzidenz von 200 plant MP Söder eine Ausgangssperre auch an Weihnachten.
Wie also steht es um die Neuinfektionen, Inzidenz und Todesfälle am Dienstag, 15. Dezember?
Corona Zahlen in Deutschland heute - Die aktuellen Fallzahlen vom Dienstag, 15.12.2020
Das Robert Koch-Institut (RKI) erfasst jeden Tag die aktuelle Corona-Lage in Deutschland, für die Bundesländer und Landkreise und bewertet nach eigenen Angaben auf der Homepage „alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein“. Zudem stellt das RKI Empfehlungen für die Fachöffentlichkeit zur Verfügung wie Fallzahlen und Informationen zu allgemeinen Infektionsschutzmaßnahmen, Diagnostik und Teststrategie und Prävention in Gesundheitseinrichtungen.
Neuinfektionen: Laut RKI-Angaben haben sich binnen eines Tages deutschlandweit mindestens 14.432 Personen neu mit dem Coronavirus infiziert. Zum Vergleich: Am Freitag wurden knapp 30.000 Neuinfektionen gemeldet, ein neuer Rekord in der Pandemie. Am Montag wurden 16.361 Menschen als infiziert gemeldet. An Sonntagen und Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Nach Angaben von „Zeit Online“ gibt es heute 18.943 Neuinfektionen. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
Infizierte: Die Gesamtzahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie in Deutschland beträgt laut jüngsten Werten des RKI 1.351.510 Fälle.
Tote: Die Zahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, liegt bei 22.475. Das sind 500 Tote mehr als am Vortag. Am Freitag waren beinahe 600 neue Todesfälle vermeldet worden.
Genesene: Die Zahl der Genesenen beläuft sich laut RKI auf etwa 1.003.300.
R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert wurde heute mit 1,06 angeben. (Vortrag: 1,12). Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
Corona-Zahlen in den Bundesländern: Das Infektionsgeschehen im Dashboard
Wie viele Infizierte gibt es heute in den einzelnen Bundesländern? Das Dashboard des RKI weist auf seiner interaktiven Karte auch die Corona-Zahlen für einzelne Bundesländer aus. Die Angaben werden täglich um 0 Uhr aktualisiert.
Inzidenz und Neuinfektionen - Die wichtigsten Kennzahlen der Corona-Pandemie erklärt
Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Zahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.
Reproduktionszahl (R-Wert)
Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.
Neuinfektionen
Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.
Siebentage-Inzidenz
Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden. Bundesweit liegt sie inzwischen bei 139.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.
Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung
Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.
Regierung weist Kritik des Handels an Corona-Hilfen zurück
Die Bundesregierung hat Kritik des Einzelhandels an den staatlichen Corona-Finanzhilfen beim harten Lockdown zurückgewiesen. Ein Sprecher von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte am Montag in Berlin, die Hilfen für Unternehmen seien seit Beginn der Krise großzügig und umfassend. Firmen bekämen mit der Verlängerung der Überbrückungshilfe III bis Ende Juni eine klare Unterstützungsperspektive, um Arbeitsplätze zu erhalten und ihren Betrieb fortzuführen.
Angesichts des harten Lockdowns ab Mittwoch hatte die Bundesregierung eine Ausweitung der Corona-Finanzhilfen angekündigt. Bei der Überbrückungshilfe III, die ab Januar gilt, soll der Höchstbetrag von 200.000 Euro auf 500.000 Euro erhöht werden. Der maximale Zuschuss ist demnach geplant für direkt und indirekt von Schließungen betroffene Unternehmen. Erstattet werden bis zu 90 Prozent betrieblicher Fixkosten wie Mieten und Pachten.
Der Einzelhandel sieht sich aber gegenüber etwa der Gastronomie benachteiligt. Die bisher vorgesehenen Gelder reichten bei weitem nicht aus, um eine Pleitewelle in den Innenstädten zu verhindern, kritisierte der Handelsverband Deutschland (HDE). Der HDE forderte für den Dezember die gleiche Unterstützung, welche die seit Anfang November geschlossene Gastronomie erhält. Bei den November-und Dezemberhilfen werden Umsatzausfälle erstattet.
Eine Sprecherin von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte, die November- und Dezemberhilfen seien eine außerordentliche Wirtschaftshilfe. Die Überbrückungshilfe III eigne sich für Bereiche mit geringen Margen und hohen Fixkosten, sagte sie mit Blick auf den Handel. Ab wann genau die bei der Überbrückungshilfe III geplanten Abschlagszahlungen beantragt werden könnten, sei derzeit noch unklar. Generell sind auch bei der Überbrückungshilfe III Verwaltungsvereinbarungen mit den Ländern erforderlich. Die Arbeiten hieran liefen.
Die Bundesregierung hatte unter Verweis auf die hohen Kosten bereits deutlich gemacht, das Modell der November- und Dezemberhilfen nicht fortführen zu wollen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Ende November im Bundestag gesagt, diese „Art von Hilfen“ könne nicht „bis Ultimo“ fortgeführt werden.