Drei Festnahmen: Auto rast in Menschenmenge - Was ist in Hannover passiert?

Was ist in Hannover passiert? Ein Auto rast gezielt in eine Menschengruppe. Mehrere Verletzte, Schüsse der Polizei und drei Festnahmen.
Moritz Frankenberg/dpaEin dramatischer Vorfall hat am späten Montagabend (26. Oktober) einen Großeinsatz in der Region Hannover ausgelöst. Gegen 23:30 Uhr raste ein BMW in der Mecklenhorster Straße in Neustadt am Rübenberge offenbar absichtlich in eine Gruppe von Menschen. Nach Polizeiangaben wurden vier bis fünf Personen verletzt, einige von ihnen schwer. Die Verletzten kamen in Krankenhäuser, Lebensgefahr besteht nach bisherigen Erkenntnissen nicht.
Was ist in Neustadt am Rübenberge passiert?
Zum Zeitpunkt des Vorfalls führten Polizeibeamte in der Nähe eine allgemeine Verkehrskontrolle durch. Sie bemerkten das Geschehen und eröffneten das Feuer auf den BMW, um das Fahrzeug zu stoppen. Der oder die mutmaßlichen Täter ließen das beschädigte Auto zurück und flüchteten zu Fuß. Eine unmittelbar eingeleitete Fahndung blieb zunächst erfolglos. Am Tatort wurden zudem mehrere beschädigte Fahrzeuge entdeckt. Unter anderem waren Reifen platt, Heckscheiben zerstört und Einschusslöcher zu erkennen.
Drei Festnahmen nach Vorfall bei Hannover
Im Zuge der Ermittlungen suchten Polizeibeamte die Anschrift des Fahrzeughalters auf. Dort trafen sie drei Personen an, die vorläufig festgenommen wurden. Ob und in welcher Form sie an der Tat beteiligt waren, ist bislang unklar. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei kannten sich die Beteiligten offenbar. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Fahrer die Menschengruppe gezielt ansteuerte. Einen wahllosen Angriff oder einen Anschlag vermutet die Polizei derzeit nicht. Wie die Polizei mitteilte, gehören die Tatbeteiligten Großfamilien an, die teilweise bereits im Zusammenhang mit Clankriminalität polizeilich aufgefallen sind. Ob ein vorausgegangener Streit Auslöser der Tat war, ist bislang nicht geklärt.
Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Tötungsdelikts
Die Staatsanwaltschaft Hannover hat ein Ermittlungsverfahren wegen eines versuchten Tötungsdelikts eingeleitet. Der genaue Ablauf und die Beteiligung einzelner Personen werden weiterhin untersucht. In der Nacht waren zahlreiche Einsatzkräfte vor Ort, darunter schwer bewaffnete Polizisten, Feuerwehr und Rettungsdienst. Auch ein Polizeihubschrauber und ein Polizeihund sollen eingesetzt worden sein. Die Polizei sperrte die Einsatzstelle für mehrere Stunden ab, um Spuren zu sichern. Nach derzeitigem Ermittlungsstand bestand keine Gefahr für die Bevölkerung. Die Hintergründe des mutmaßlich gezielten Angriffs sind weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.
