• In Berlin beginnt die dritte Runde der Corona-Impfungen.
  • In Brandenburg werden die Impfungen ebenfalls vorbereitet
  • Seit Mittwoch werden die sogenannten Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus für vulnerable Gruppen angeboten.
  • Die Regierung verspricht sich davon angesichts steigender Coronazahlen einen besseren Schutz vor allem für Risikogruppen.
Das Land Berlin – und bald auch andere Bundesländer in ganz Deutschland – beginnt mit den Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus. Mobile Impfteams haben am Mittwoch in Pflegeeinrichtungen begonnen. „Und wieder steht der Schutz der besonders vulnerablen Gruppen ganz oben an“, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). Das Angebot einer dritten Impfung gegen das Coronavirus richte sich an Menschen, deren vollständige Impfung mindestens sechs Monate zurückliege und die hochbetagt, pflegebedürftig und/oder immunerkrankt seien – insbesondere in Pflegeeinrichtungen, erläuterte eine Mitarbeiterin der Gesundheitsverwaltung.
Vier Hilfsorganisationen übernehmen die Impfungen. Die Termine in den Pflegeheimen werden im Auftrag der Verwaltung durch das Deutsche Rote Kreuz, das die Hilfsorganisationen koordiniert, vereinbart.
Zunächst sind also nur die Risikogruppen dran. Ein Überblick über die wichtigsten Fragen und Antworten zur dritten Impfung mit den verschiedenen Impfstoffen wie Moderna, Biontech, Astrazeneca und Johnson&Johnson gegen das Coronavirus.

3. Corona-Impfung: Was sind eigentlich Auffrischungsimpfungen?

Bei einer Auffrischung erhalten Patienten eine weitere Dosis eines zugelassenen Impfstoffs. Diese dritte Spritze soll die Antwort sein auf einen nachlassenden Immunschutz vor allem bei sogenannten vulnerablen Gruppen. Denn Studien haben laut Gesundheitsministerium gezeigt, dass sich durch einen solchen Booster deutlich mehr Antikörper bilden können. Für Auffrischungsimpfungen hatte sich Anfang August die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) ausgesprochen.

Priorisierung dritte Impfung: Wer bekommt in Berlin und Brandenburg eine Auffrischungsimpfung?

Gedacht sind sie für Menschen, die bei der Erst- und Zweitimpfung zur ersten Prioritätengruppe gehört haben und bei denen die vollständige Impfung mindestens sechs Monate zurückliegt. Für alle anderen vollgeimpften Personen reicht der Schutz nach Ansicht der Wissenschaft noch einige Zeit aus. Maßgeblich ist das Datum der jüngsten Corona-Impfung.
Das Land Brandenburg notiert zudem, dass Menschen, die nur mir Astrazeneca oder Johnson & Johnson geimpft wurden, zudem zur dritten Impfung mit einem mRNA-Impfstoff gebeten werden. Denn: Eine sogenannte Kreuzimpfung kann zu deutlich höheren Anti-Körpern führen.

Corona-Risikogruppen: Um wie viele Menschen geht es konkret?

Die Auffrischungen werden vor allem für sogenannte vulnerable Gruppen empfohlen. Hier liegt der Fokus auf Menschen mit Immunschwäche, auf Pflegebedürftige und über 80-Jährige.
In Berlin kommen Auffrischungsimpfungen für bis zu 200.000 Menschen in Frage. Bei den besonders vulnerablen Gruppen wird von rund 30.000 Menschen in Einrichtungen ausgegangen. Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz sagte, dass Hausärzte aufgefordert seinen, die Impfungen bei ihren pflegebedürftigen und älteren Patienten sicherzustellen. „Es sind gleichzeitig auch genügend Möglichkeiten vorhanden in den beiden Impfzentren Tegel und Messe, so dass wir im September diese Impfungen dort anbieten können“, so Matz.

Moderna, Biontech, Astrazenca, Johnson: Gibt es denn überhaupt genug Impfstoff?

Ja, für die Auffrischungsimpfungen ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums genügend Impfstoff – auch an mRNA-Vakzinen wie Biontech und Moderna vorhanden.

3. Impfung nötig? Wissenschaftler haben zweifel an Notwenigkeit für alle

Kommt ganz drauf an, von welcher Gruppe die Rede ist. Für die meisten Geimpften ist eine Auffrischung im Herbst nach Überzeugung des Virologen Christian Drosten nicht nötig. „Die Schutzwirkung der Corona-Vakzinen ist viel besser als beispielsweise bei den Influenza-Impfstoffen“, sagte er Mitte August. Bei alten Menschen sowie bestimmten Risikopatienten hält Drosten eine Auffrischungsimpfung in diesem Herbst jedoch durchaus für sinnvoll. „Nach einem halben Jahr geht das über die Impfung erworbene Antikörper-Level vor allem bei sehr alten Menschen deutlich runter.“
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