Drohnenabwehr an acht Flughäfen
: So könnten Fluggäste betroffen sein

So könnten Fluggäste an den acht deutschen Flughäfen, an denen die neue Spezialeinheit zur Drohnenabwehr stationiert sein soll, die neuen Maßnahmen zu spüren bekommen.
Von
Lisa Klopp-Jaber
Berlin
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Ein Airbus der Fluggesellschaft Lufthansa mit Flugziel Frankfurt hebt vom FLughafen «Willy Brandt» Berlin Brandenburg (BER) ab. In Berlin und Brandenburg haben die Sommerferien 2025 begonnen. +++ dpa-Bildfunk +++

So könnten Fluggäste die Drohnenabwehr an den Flughäfen zu spüren bekommen.

Soeren Stache/dpa

Seit dem 2. Dezember 2025 ist die neue Spezialeinheit der Bundespolizei zur Drohnenabwehr offiziel im Dienst. Die Spezialeinheit soll mit KI-gestützten Störsystemen, Detektionstechnik, automatischen Abfangdrohnen, dem Abschießen von Drohnen und schneller Verlegung arbeiten. Dabei soll sich die Einheit moderner Technik und mehrerer Abwehrmethoden bedienen. Zu der geplanten Detektionstechnik, also den Systemen zur frühzeitigen Erkennung von Drohnen, werden beispielsweise Radar, akustische Sensoren und andere Überwachungssysteme gehören. Mit KI-gestützten Störsystemen (Signal- und Steuerungssignal-Störungen), soll die Kontrolle über Drohnen unterbrochen werden. Neben Störsystemen werden auch automatische Abfangdrohnen oder vergleichbare physische Gegenmaßnahmen zur Anwendung kommen. Verdächtige Drohnen sollen also auch aktiv abgefangen oder abgeschossen werden.

Diese Flughäfen werden bald eine Spezialeinheit zur Drohnenabwehr haben

Bisher wurden nur ein paar Flughäfen und Infrastrukturtypen, an denen die neue Spezialeinheit für Drohnenabwehr der Bundespolizei stationiert sein soll, öffentlich genannt. Folgende Flughäfen sollen zusätzlichen Schutz durch die Spezialeinheit Bundespolizei erhalten. (Stand: 2.12.2025). Laut Regierungsangaben und Berichten sollen acht große Verkehrsflughäfen besonders gesichert werden.

  • Frankfurt am Main Airport (FRA): Als größter deutscher Flughafen ist er Teil der kritischen Infrastruktur. Dort wurden bereits erste Drohnen-Verstöße registriert.
  • München Flughafen (MUC): MUC ist ein wichtiges internationales Drehkreuz. Drohnenvorfälle gaben Anlass für Schutzmaßnahmen.
  • Berlin-Brandenburg Airport (BER): Der Berliner Flughafen war im November 2025 in den Schlagzeilen, nachdem eine Drohne den Luftraum verletzte und der Flugbetrieb ausgesetzt wurde.
  • Köln/Bonn Airport (CGN/BNJ): Er gehört zu den acht Flughäfen, die zur kritischen Infrastruktur zählen und daher mit Abwehrtechnik ausgestattet werden soll.
  • Düsseldorf Airport (DUS): DUS ist Teil der Liste der Flughäfen unter dem Schutzstandard im Abwehrkonzept.
  • Hamburg Airport (HAM): Der Flughafen ist ein wichtiges Luftverkehrs-Drehkreuz im Norden und ebenfalls auf der Liste der acht Flughäfen.
  • Leipzig/Halle Airport (LEJ): Gehört zu den Flughäfen, die als kritisch eingestuft wurden und Schutz erhalten sollen.
  • Stuttgart Airport (STR): Ebenfalls Teil der acht identifizierten Airports mit geplanter Drohnenabwehrtechnik.

Warum gerade diese acht deutsche Flughäfen

Die genannten Flughäfen zählen laut Regierung zu den größeren Verkehrsflughäfen und zu „kritischer Infrastruktur“, die besonders empfindlich gegenüber Drohnen-Störungen sind. In den letzten Monaten hatte es mehrere dokumentierte Drohnen-Zwischenfälle gegeben. Unter anderem wurde am BER der Flugverkehr aufgrund einer Drohne lahmgelegt, was die Dringlichkeit verdeutlicht hat. Der Ansatz der neuen Einheit ist, flexibel und bundesweit einsetzbar zu sein. Also nicht nur an fixen Flughäfen, sondern überall dort, wo Drohnen-Bedrohungen für Infrastruktur oder Luftverkehr erkannt werden.

So sind Fluggäste von der neuen Drohnenabwehr betroffen

Fluggäste könnten an Sicherheit beim Abflug oder bei der Landung dazu gewinnen. Durch die Drohnenabwehr soll das Risiko sinken, dass Drohnen den Flugbetrieb stören oder gefährden. Drohnensichtungen an Flughäfen führen gehäuft zu Verspätungen, Umleitungen oder Sperrungen. Ausfälle von Starts und Landungen und Tausende gestrandete Reisende sollen mit der neuen Drohnenabwehreinheit verhindert werden. Der Betriebsablauf an den Flughäfen soll damit stabiler und zuverlässiger werden.

Bei einem Drohnenalarm kann es sein, dass Sicherheitsmaßnahmen greifen. Das könnte temporär zu Einschränkungen, Verzögerungen oder Sperrung bestimmter Flughafenbereiche führen. Im Fall konkreter Drohnensichtungen bleibt es trotzdem möglich, dass Starts oder Landungen verschoben, umgeleitet oder gestrichen werden. Flughäfen könnten zudem neue Verfahren oder strengere Kontrollen einführen, was Wartezeiten oder Änderungen im Ablauf mit sich bringen könnte.