Eberhard Vogel ist tot: Ehemaliger DDR-Fußball-Nationalspieler gestorben
Eberhard Vogel, ehemaliger DDR-Fußball Nationalspieler, steht mit dem Orginalball der Olympiaqualifikation von 1972 auf dem Gelände des Ernst Abbe Sportplatzes in Jena. Er spielte und spielte: 440 Mal lief Eberhard Vogel in der DDR-Oberliga auf und wurde somit zum Rekordspieler. Jetzt ist er gestorben.
Bodo Schackow/dpa- Eberhard Vogel ist tot – die Familie meldete seinen Tod nach langer Krankheit am Dienstag.
- Der frühere Linksaußen spielte 440 Oberligaspiele und ist Rekordspieler mit 188 Toren.
- Für die DDR bestritt er 74 Länderspiele mit 25 Toren und nahm an der WM 1974 teil.
- Er gewann 1967 den DDR-Titel, dreimal den FDGB-Pokal und zweimal olympisches Bronze.
- Als Nachwuchstrainer wurde er 1986 Europameister und 1989 EM-Zweiter, später Assistent der DDR.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Seinen Platz in den Geschichtsbüchern des Fußballs hatte Eberhard Vogel schon lange sicher. Der bescheidene, immer hochprofessionelle einstige Stürmer des FC Karl-Marx-Stadt und des FC Carl Zeiss Jena hat im Alter von 83 Jahren den langen Kampf gegen eine heimtückische Krankheit verloren. Was bleibt, sind die Erinnerungen an viele schöne Tore und unzählige Flügelläufe, mit denen er nicht nur die Verteidiger in 440 DDR-Oberliga-Spielen narrte, sondern mit denen er sich auch Respekt und Anerkennung im Ausland verschaffte.
So sehr, dass selbst der legendäre Pele Vogel als Sturmpartner zu seinem FC Santos holen wollte. In den 1970er Jahren war das. Damals flatterte aus Brasilien ein für damalige Verhältnisse unmoralisches Angebot des Pele-Clubs in Jena ins Haus.
Verhandlungsbasis: Zwei Millionen D-Mark - 1,5 Millionen für Carl Zeiss, eine halbe Million für Vogel als Handgeld. „Also, das Geld hätte ich schon gerne gehabt“, sagte Vogel einst der „Leipziger Volkszeitung“: „Ich war aber sehr heimatverbunden, wollte nicht weg von meinen Eltern und Freunden. Und ganz nebenbei: Mein Vater hätte mich erwürgt, wenn ich abgehauen wäre. Aber ein Wechsel wurde nie wirklich Thema.“
Eberhard Vogel: Ein Rekordspieler mit vielen Erfolgen
Vogel wurde auch so glücklich. Zahlen belegen das. Die 440 Oberliga-Einsätzen machten ihn zum Rekordspieler der DDR. 188 Punktspieltore bedeuten Platz zwei hinter Joachim Streich (229 Treffer). 74 DDR-Auswahl-Einsätze mit 25 Toren und 24 Spiele für die Olympia-Auswahl mit zehn Treffern stechen aus seinen Karrieredaten hervor.
Der DDR-Meistertitel mit Karl-Marx-Stadt 1967 und die drei FDGB-Pokalsiege mit Jena (1972, 1974, 1980) werden getoppt von den beiden olympischen Bronzemedaillen 1964 und 1972 sowie dem Finale im Europapokal der Pokalsieger 1981 mit Jena gegen Dynamo Tiflis (1:2). Und auch bei der WM 1974 gehörte er zum Aufgebot.
„Er war ein begnadeter Stürmer, der in jeder Weltklassemannschaft gespielt hätte“, sagte einmal sein einstiger Mitspieler und späterer Trainer Hans Meyer in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur und legte noch einen Superlativ nach: „Die Art, wie er die Linksaußenposition interpretierte, wäre reif für Lehrfilme gewesen.“
Als Trainer bezog Meyer seinen Stürmer in seine Überlegungen ein, der unterstützte ihn nach Kräften. In Vogels letzter Saison - 1982 war er schon 39 - überließ es Meyer ihm, ob er auflaufen oder von der Bank kommen wollte. Je älter Vogel wurde, umso professioneller lebte er für den Fußball. Nie groß verletzt, auf den Fußball fokussiert - und gute Gene, so hatte Vogel einst einmal beschrieben, warum er seinen Körper so lange auf so hohem Niveau im Fußball halten konnte. „Er war ein bescheidener, ehrlicher Charakter, der eine phänomenale Entwicklung machte, weil er die richtige Einstellung für seinen Job mitbrachte“, sagte Meyer.
Nur als Nachwuchstrainer erfolgreich
Vogels Trainerkarriere war dagegen nur im Nachwuchsbereich von größerem Erfolg gekrönt. Von 1983 bis 1990 arbeitete er für den DDR-Fußball-Verband. 1986 wurde er mit der Junioren-Auswahl um Matthias Sammer Europameister, im Jahr darauf mit der U20 WM-Dritter. Schließlich holte die U16 1989 noch EM-Silber. Das Ende des DDR-Fußballs erlebte Vogel als Assistenztrainer der letzten Nationalmannschaft an der Seite von Eduard Geyer.
Nach der Wende gab es als Club-Trainer in Jena, bei Hannover 96, beim 1. FC Magdeburg oder beim Dresdner SC oder auch als Auswahltrainer in Togo jeweils Gastspiele, die nie länger als eine Saison dauerten. Immerhin schaltete er mit Magdeburg den von Ottmar Hitzfeld trainierten FC Bayern München in der 2. DFB-Pokal-Runde 2000/2001 aus und stieg mit Jena 1996 in die 2. Liga auf.
