Einigung erzielt
: Kein Streik bei den KVB mehr

Nach wochenlangen Tarifkonflikten im öffentlichen Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen ist eine Einigung erzielt worden.
Von
Lukas Böhl
Köln
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Sonne in Köln - Wetter: 28.03.2025, Nordrhein-Westfalen, Köln: Ein Strassenbahn der KVB (Kölner Verkehrsbetriebe) fährt am Dom vorbei über Deutzer Brücke. Foto: Oliver Berg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Streiks in Köln sind beendet.

Oliver Berg/dpa

Weitere Streiks – auch bei den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB) – sind damit vorerst vom Tisch. Wie die Gewerkschaft ver.di NRW und der Kommunale Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen (KAV NW) am Donnerstagabend (26. März) mitteilten, wurde am Ende eines dritten Verhandlungstages ein Tarifabschluss erreicht. Rund 30.000 Beschäftigte in etwa 30 Nahverkehrsbetrieben profitieren davon. Voraussetzung ist noch die Zustimmung der Gewerkschaftsmitglieder.

Deutliche Entlastung für Beschäftigte

Kern des Abschlusses ist eine spürbare Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Besonders im Fokus steht die Arbeitszeit: Sie wird schrittweise reduziert – bei gleichbleibendem Lohn. Ab Juli 2027 sinkt die Wochenarbeitszeit zunächst auf 38,5 Stunden, ein Jahr später auf 38 Stunden.

Auch andere Punkte zielen auf Entlastung ab: Die gesetzliche Ruhezeit wird ab September 2026 von zehn auf elf Stunden erhöht. Der Sonntagszuschlag steigt ab Januar 2027 auf 30 Prozent. Die Zahl der Gewerkschaftstage wird von sieben auf acht erhöht. Künftig sollen auch kurzfristig Beschäftigte unter den Tarifvertrag fallen. Die Laufzeit des Tarifvertrags beträgt vier Jahre bis Ende 2029.

„Meilenstein“ für den Nahverkehr

ver.di wertet das Ergebnis als Erfolg. Verhandlungsführer Heinz Rech sprach von einem „Meilenstein“ für den öffentlichen Nahverkehr in NRW. Die Reduzierung der Arbeitszeit sei ein deutliches Signal – gerade in einer Zeit, in der in vielen Branchen eher über längere Arbeitszeiten diskutiert werde.

Die vergangenen Streiks hätten den nötigen Druck erzeugt, um zentrale Forderungen durchzusetzen. Gleichzeitig räumte Rech ein, dass die Verhandlungen für beide Seiten anspruchsvoll gewesen seien.

Auswirkungen auf Fahrgäste

Für Fahrgäste bedeutet die Einigung vor allem eines: Planungssicherheit. Die zuletzt häufigen Warnstreiks, die auch in Köln zu Einschränkungen geführt hatten, sind vorerst beendet.

Ob der Tarifabschluss endgültig in Kraft tritt, hängt nun von der Zustimmung der ver.di-Mitglieder ab. Eine Ablehnung gilt jedoch als eher unwahrscheinlich.