Eislaufen in Berlin: So sicher ist das Eis auf dem Müggelsee wirklich

Eissegler und viele Menschen auf Schlittschuhen waren am 25. Januar auf dem Müggelsee unterwegs.
Doreen MatschukAm Wochenende waren wieder hunderte Menschen auf zugefrorenen Seen in und um Berlin unterwegs. Das Eis auf manchen Gewässern ist so dick wie seit vielen Jahren nicht mehr. Auch auf dem Müggelsee spielte sich so einiges ab. Eissegler, Eis-Windsurfer, groß und klein auf Schlittschuhen – doch ist das Eis wirklich dick genug? Wie sicher ist es?
Winterandrang auf Berlins Seen: Ist das Eis wirklich sicher?
Seit dem Jahresbeginn 2026 haben wir fast durchgehend Minustemperaturen in Berlin und Brandenburg. Die meisten Seen und Flüsse in der Region sind bereits mit einer vermeintlich dicken Eisschicht gedeckt. Viele wagten sich bereits früh auf das Eis, manche nicht ohne Folgen. Laut verschiedenen Medienberichten gab es vereinzelte Fälle, bei denen Menschen oder auch Tiere ins Eis eingebrochen sind. Viele konnten sich selbst retten.
Müggelsee als Winter-Hotspot in sozialen Netzwerken
Trotz mehrerer Tage mit Plusgraden nach der letzten Kälteperiode, trauten sich am 24. und 25. Januar erneut viele Menschen auf das Eis am Strandbad Müggelsee. In sozialen Netzwerken wurde teilweise auch mit Glühwein-Ständen geworben und viele Videos von fröhlichen Menschen auf dem zugefrorenen Müggelsee gepostet. Wer bekommt da nicht Lust, ein Teil dieses Spektakels zu sein?
Betreten der Eisflächen auf eigene Gefahr
Die Berliner Feuerwehr und Polizei warnen weiterhin davor, Eisflächen zu betreten. In Berlin und Brandenburg werden generell keine zugefrorenen Gewässer offiziell zum Betreten freigegeben. Das Betreten erfolgt immer auf eigene Gefahr.
17,5 Zentimeter Eis auf dem Müggelsee
Die Berliner Wasserschutzpolizei schreibt explizit, dass Eisstärken nicht bekannt gegeben werden, weil die Dicke auf einem Gewässer stark variieren kann, z. B. durch Strömungen, Zu-/Abflüsse, Sonneneinstrahlung, Warmwassereinleitungen etc., so wie es auch auf dem Müggelsee der Fall sein kann.
Der Tagesspiegel schreibt jedoch, dass am 22. Januar 17,5 Zentimeter Eisdicke am Großen Müggelsee gemessen wurden. Wo genau diese Messung stattfand und von wem, ist allerdings unklar.
Mindestens 15 Zentimeter Eisdicke werden empfohlen
Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) empfiehlt, stehende Gewässer erst ab einer Eisdicke von mindestens 15 Zentimetern zu betreten, bei fließenden Gewässern sollten es mindestens 20 Zentimeter sein. Auch wenn das Eis zunächst sicher erscheint, ist es wichtig, wachsam zu bleiben. Bei ungewöhnlichen Geräuschen wie Knacken oder Knirschen ist es ratsam, das Eis unverzüglich zu verlassen.
Lese-Tipp: Hier lesen Sie alles Wichtige zum Thema Sicherheit auf dem Eis.
Tückischer sozialer Effekt
Je mehr Menschen sich auf dem Eis befinden, desto größer wird der Eindruck von Sicherheit. Die Masse erzeugt eine trügerische Normalität – wer viele andere sieht, fühlt sich automatisch sicherer. Das Eis auf natürlichen Gewässern bleibt jedoch weiterhin ein Naturphänomen und ist schwierig zu kontrollieren.
Sicherheit auf dem Eis: Verantwortung geht vor Risiko
Ob das Eis eines Sees sicher genug ist, um ihn zu betreten, ist somit pauschal nicht zu beantworten, da die Dicke von vielen Faktoren abhängt und an verschiedenen Stellen unterschiedlich sein kann.
Das Wichtigste ist: Nie alleine aufs Eis gehen und am besten für den Ernstfall vorbereitet sein.
Die DLRG hat dazu eine Infoseite für Kinder und Erwachsene mit Eisregeln herausgegeben. Diese finden Sie hier.
