Eissituation Ostsee 2026: Wo das Meer aktuell gefroren ist und wie sicher das Eis wirklich ist

Menschen spazieren auf der zugefrorenen Ostsee bei Sellin auf Rügen. Eissituation an der Ostsee 2026: Zwischen geschlossener Eisdecke und offener See.
Philip Dulian/dpaDer Winter 2026 bringt der Ostsee regional eine markante Eisbildung. Die „zugefrorene“ Ostsee zieht viele Besucher von nah und fern an. Die sozialen Medien werden geflutet von Fotos und Videos von den zugefrorenen Küsten Usedoms und Rügens. So ein seltenens Spektakel gibt es an der Ostseeküste sehr selten. Während die offene See vielerorts eisfrei bleibt, melden Fachbehörden in geschützten Küstenbereichen eine deutliche Zunahme der Eisbedeckung. Besonders Boddengewässer und Lagunen reagieren sensibel auf anhaltende Frostperioden. Wie die Eissituation an der Ostsee aktuell aussieht.
Bodden und Haff mit dichter Eisbedeckung
Nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie bilden sich im Greifswalder Bodden sowie in den südlich gelegenen Boddengewässern rund um Fischland-Darß-Zingst großflächige Eisdecken. Auch im Stettiner Haff wird von einer weitgehenden Eisbedeckung berichtet. Die Eisdicken variieren regional, erreichen in geschützten Bereichen jedoch teils zweistellige Zentimeterwerte, so der Eislagebericht Februar 2026.
Offene Ostsee meist nur mit Treibeis
Anders stellt sich die Lage auf der offenen Ostsee dar. Vor Küstenorten wie Warnemünde oder Kühlungsborn treiben häufig Eisschollen, während größere Wasserflächen offen bleiben. Wind, Strömung und Wellengang verhindern hier meist eine stabile, geschlossene Eisdecke.
Behörden warnen vor dem Betreten der Eisflächen
Trotz beeindruckender Bilder warnen Polizei und Rettungskräfte eindringlich davor, Eisflächen zu betreten. Selbst bei geschlossener Oberfläche können Strömungen unter dem Eis zu instabilen Bereichen führen. Besonders Übergänge zwischen Bodden und offener See gelten laut Polizeimeldungen aus Mecklenburg-Vorpommern als riskant.
Entwicklung abhängig von Wetterlage
Die weitere Entwicklung der Eislage hängt stark von Temperaturverlauf und Windbedingungen ab. Anhaltender Frost kann die Eisflächen weiter verstärken, milde Luft und Sturm sorgen dagegen binnen weniger Tage für Tauprozesse. Die Ostsee bleibt damit auch im Winter ein dynamisches Gewässer, dessen Zustand sich rasch ändern kann.


