Erneuerbare Energien
: Stromverbrauch in Deutschland von Wind- und Solar-Energie steigt rasant

Erneuerbare Energien decken aktuell dreiviertel des Stromverbrauchs in Nord- und Ostdeutschland. Wie hoch der allgemeine Verbrauch ist und ob der Ausbau von Wind- und Solar weiter geht.
Von
dpa, dom
Berlin
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Erneuerbare Energien decken aktuell 72 Prozent des Stromverbrauchs in Nord- und Ostdeutschland. Alles über den allgemeinen Stromverbrauch und ob der Ausbau von Wind- und Solar-Energie weiter geht.

MARIO TAMA / dpa

Der erneuerbare Anteil vom Stromverbrauch in Nord- und Ostdeutschland ist in 2023 weiter gestiegen. Zu nahezu drei Vierteln (72 Prozent) konnte der Verbrauch in den Ländern Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg aus grünen Stromquellen gedeckt werden, wie der ostdeutsche Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz am Montag, den 11.03.2024, in Berlin mitteilte.

Erneuerbare Energien: Mehr Ausbau von Solaranlagen als von Windkraftwerken

Während der Ausbau von Windenergie an Land im Übertragungsnetzgebiet stagnierte, gab es einen deutlichen Zuwachs an Photovoltaik-Kapazitäten.Solaranlagen mit einer Kapazität von zusammen knapp 2,9 Gigawattstunden wurden im vergangenen Jahr neu installiert, wie 50Hertz weiter mitteilte. Das war fast eine Gigawattstunde mehr Zubau als im Jahr davor. Auch in Brandenburg gibt es aktuell viele Pläne für die Umsetzung von erneuerbaren Energie-Projekten:

Trotz dieses Zuwachses stammt der erneuerbare Strom in den 50Hertz-Bundesländern weiterhin zu fast drei Vierteln aus Windenergie. Mit der Inbetriebnahme des Ostsee-Windparks Arcadis Ost konnten 2023 auch dort die Kapazitäten gesteigert werden. An Land wurden hingegen kaum neue Anlagen gebaut. „Da sind wir nicht auf dem Zielpfad, den wir uns politisch gemeinsam vorgenommen haben“, sagte 50Hertz-Chef Stefan Kapferer.

Stromverbrauch war 2023 allgemein geringer

Während immer mehr grüner Strom produziert wird, ging der Stromverbrauch im vergangenen Jahr leicht zurück. 94 Terawattstunden verbrauchten die acht Bundesländer 2023 insgesamt. „Damit ist der Verbrauch in den vergangenen Jahren praktisch nicht gestiegen“, betonte Kapferer. Grund dafür sei etwa der schleppende Hochlauf der stromintensiven Elektromobilität.

Diese Entwicklung stelle das Stromsystem vor Herausforderungen. „Wir werden in den Mittagsstunden sehr rasch Erzeugungsmengen haben, die wir leider im Moment nicht nutzen können.“

50Hertz will 2024 Investitionen in erneuerbare Energien fast verdoppeln

Gleichwohl setzt 50Hertz weiter auf den Neu- und Ausbau der Übertragungsnetze. Allein im laufenden Jahr 2024 will das Unternehmen die eigenen Investitionen in die Infrastruktur im Vergleich zu 2023 auf 3,3 Milliarden Euro nahezu verdoppeln. Bis 2028 sollen knapp 21 Milliarden Euro in die Ertüchtigung fließen. Für die dafür notwendigen Kredite muss 50Hertz inzwischen mehr Zinsen zahlen.

Mehrere Ratingagenturen hatten das Unternehmen zuletzt herabgestuft. Das lag Finanzchef Marco Nix zufolge vor allem an der geringen Ertragskraft des Unternehmens, mit der die hohen Investitionssummen nicht so leicht zu stemmen seien.