Erst 1956
: Heute vor 70 Jahren wurde Hitler für tot erklärt

Heute vor 70 Jahren wurde Adolf Hitler offiziell für tot erklärt - während nun ein Brand seines ehemaligen „Teehauses“ am Obersalzberg für Schlagzeilen sorgt.
Von
Katrin Jokic
Berlin
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Eine der letzten Aufnahmen von Adolf Hitler vom 20. April 1945, seinem Geburtstag, zeigt ihn bei der Auszeichnung von Mitgliedern der Berliner Hitler-Jugend, die zum Ende des Zweiten Weltkrieges in Volkssturmeinheiten zusammengefaßt wurden (Archivfoto).

Eine der letzten Aufnahmen von Adolf Hitler vom 20. April 1945, seinem Geburtstag, zeigt ihn bei der Auszeichnung von Mitgliedern der Berliner Hitler-Jugend, die zum Ende des Zweiten Weltkrieges in Volkssturmeinheiten zusammengefaßt wurden (Archivfoto).

picture-alliance/ dpa | Heinrich Hoffmann

Adolf Hitler nahm sich am 30. April 1945 im Berliner Führerbunker das Leben. Doch erst elf Jahre später, am 25. Oktober 1956, stellte das Amtsgericht Berchtesgaden seinen Tod offiziell fest. Sowjetische Geheimhaltung und gezielte Falschinformationen hatten zuvor zahlreiche Verschwörungstheorien befeuert. Genau 70 Jahre nach der Gerichtsentscheidung sorgt nun ein Brand am ehemaligen „Teehaus“ Hitlers auf dem Obersalzberg für Schlagzeilen.

Als die Rote Armee im April 1945 Berlin einkesselte, hatte sich Adolf Hitler längst in den Führerbunker unter der Reichskanzlei zurückgezogen. Am 30. April beging der NS-Diktator dort gemeinsam mit seiner kurz zuvor geheirateten Frau Eva Braun Suizid. Hitler erschoss sich, Braun nahm Gift. Ihre Leichen wurden anschließend von Vertrauten im Garten der Reichskanzlei mit Benzin übergossen und verbrannt.

Obwohl sowjetische Soldaten die sterblichen Überreste fanden und Hitler anhand seines Gebisses identifiziert werden konnte, blieben die genauen Todesumstände lange umstritten. Der sowjetische Diktator Josef Stalin ließ trotz entsprechender Erkenntnisse Zweifel an Hitlers Tod verbreiten. Zeitweise behauptete er, Hitler könne aus Berlin entkommen sein. Daraus entstanden zahlreiche Verschwörungstheorien über eine angebliche Flucht nach Südamerika oder andere Verstecke.

Erst nach der Rückkehr wichtiger Augenzeugen aus sowjetischer Gefangenschaft konnten die Ereignisse umfassender rekonstruiert werden. Unter anderem berichteten Hitlers Kammerdiener Heinz Linge und sein Adjutant Otto Günsche über die letzten Stunden im Bunker.

Am 25. Oktober 1956, heute vor genau 70 Jahren, stellte das Amtsgericht Berchtesgaden schließlich offiziell fest, dass Adolf Hitler am 30. April 1945 um 15:30 Uhr in Berlin gestorben war. Damit war sein Tod auch juristisch geklärt.

Hitlers ehemaliges „Teehaus“ abgebrannt

In Berchtesgaden, wo Hitler einst seinen zweiten Machtmittelpunkt unterhielt, sorgt nun ein weiteres Kapitel der NS-Geschichte für Schlagzeilen. In der Nacht zum Samstag, dem 24. Oktober 2026, wurde das historische Kehlsteinhaus am Obersalzberg durch einen Großbrand weitgehend zerstört.

Das 1938 errichtete Gebäude, auch als „Hitlers Teehaus“ bekannt, diente während der NS-Zeit als Repräsentations- und Gästehaus. Seit 1952 wurde es als Berggaststätte genutzt und beherbergte zudem eine historische Ausstellung.

Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus. Ein 33-jähriger Tatverdächtiger wurde festgenommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gibt es Hinweise auf eine psychische Erkrankung des Mannes. Auch mögliche politische Motive werden geprüft. Verletzt wurde bei dem Feuer niemand. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann geht davon aus, dass das denkmalgeschützte Gebäude wieder aufgebaut wird.

Damit treffen an diesem Wochenende zwei Ereignisse der deutschen Geschichte aufeinander: Vor genau 70 Jahren wurde Hitlers Tod in Berchtesgaden amtlich festgestellt. Nur zwei Tage vor diesem Jahrestag brannte mit dem Kehlsteinhaus eines der bekanntesten erhaltenen Bauwerke aus dem Umfeld der nationalsozialistischen Führung weitgehend nieder.