Feinstaubwolke über Berlin und Brandenburg
: Woher kommt die schlechte Luftqualität?

Die Feinstaubkonzentration in Berlin und Brandenburg ist aktuell sehr hoch. Woher kommt die schlechte Luftqualität und wie gefährlich ist sie?
Von
Doreen Matschuk
Berlin
Jetzt in der App anhören
Der Berliner Fernsehturm verschwindet in tief hängenden Wolken. (zu dpa: «Initiative stellt Gesetzentwurf für hitzesicheres Berlin vor») +++ dpa-Bildfunk +++

Eine Feinstaubwolke über Ost-Deutschland: Wie es dazu kommt und wie giftig sie wirklich ist. Alles zur aktuell schlechten Luftqualität in Berlin und Brandenburg. (Symbolbild)

Christoph Soeder/dpa

Eine Feinstaubwolke hält sich seit Tagen über dem Osten Deutschlands – vor allem in Berlin und Brandenburg ist die Luftqualität aktuell mäßig bis sehr schlecht. Woher das kommt und wie gefährlich sie wirklich ist.

Schon seit mehreren Tagen warnen Wetter-Apps vor schlechter Luftqualität in Berlin und Brandenburg. Der Grund dafür ist eine zu hohe Konzentration an Feinstaub. Warum es ausgerechnet im Winter öfter dazu kommt – ein Zusammenspiel aus mehreren Faktoren.

Besonders im Winter erhöht sich die Feinstaubbelastung

Feinstaub entsteht durch viele verschiedene Quellen, zum Beispiel durch Heizen (besonders mit Holz), Straßenverkehr und teilweise auch durch Luftverschmutzung, die aus anderen Regionen wie Osteuropa herangetragen wird. Im Winter ist die Belastung oft höher, weil mehr geheizt wird und auch der Verkehr mehr Emissionen verursacht.

Wetter ist ebenfalls verantwortlich für Luftqualität

Wie stark die Luft belastet ist, hängt auch stark vom Wetter ab. Aktuell ist es recht windstill und somit ist der Luftaustausch eingeschränkt. Dazu kommt, dass über kalter, bodennaher Luft eine wärmere Luftschicht liegt, die wie ein Deckel wirken kann. Das erschwert ebenfalls den Luftaustausch mit den oberen Schichten. Schadstoffe können sich nicht gut verteilen und sammeln sich in den unteren Luftschichten an. Wenn außerdem kaum Regen fällt, werden die Partikel nicht aus der Luft ausgewaschen – dadurch steigt die Feinstaubbelastung zusätzlich.

Hier ist die Feinstaubbelastung besonders hoch

Besonders in Flusstälern und dicht besiedelten Gebieten steigt die Feinstaubkonzentration auf gesundheitsgefährdende Werte. Am 06. und 07.02.2026 waren im Zentrum Berlins die Grenzwerte von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter überschritten. Auch in den Ballungsgebieten, wie Potsdam, Brandenburg an der Havel und Cottbus waren die Feinstaubgrenzwerte am 06.02. viel zu hoch und es herrschte eine sehr schlechte Luftqualität.

Kurzzeitig entspannte sich die Lage, doch am heutigen Montag (09.02.) steigen die Werte erneut an. Die tagesaktuellen Messungen an den Messstationen in Berlin und Brandenburg kann man sich auf der Webseite vom Umweltbundesamt genauer anschauen.

Zu hoher Feinstaubwert schädlich für die Gesundheit

Auch wenn der Feinstaub nicht sichtbar ist, ist er genau aus diesem Grund so gefährlich für die Gesundheit. Hohe Feinstaubwerte sind besonders für Menschen mit Atemwegserkrankungen oder Herzproblemen kritisch. Langfristig können sie schwerwiegende Schäden verursachen, von chronischen Lungenproblemen bis zu einem erhöhten Herzinfarktrisiko.

Experten raten, körperliche Anstrengungen zu vermeiden und Wohnräume gut abzudichten, um die Belastung zu minimieren.

Feinstaub wird sich bald reduzieren

Spätestens ab Mittwoch sollte es zu einer spürbaren Reduktion der Feinstaubbelastung kommen, da der Wetterbericht Regen ankündigt. Die stehenden Luftmassen werden durchmischt und der Feinstaub wird aus der Luft gespült.