Foodwatch vergibt Goldenen Windbeutel: Negativpreis für ungesunden Kindersnack

Der „Goldene Windbeutel“ von Foodwatch geht zum dritten Mal an Alete. Das Unternehmen wirbt für ein angeblich gesundes Kinderprodukt "Obsties Erdbeere Banane mit Joghurt".
Foodwatch<strong></strong>Foodwatch deckt verbraucherfeindliche Praktiken der Lebensmittelindustrie auf und setzt sich für gesunde und transparente Lebensmittel ein. Bereits zum dritten Mal geht der Negativpreis „Goldener Windbeutel“ an den gleichen Hersteller, der Nahrung für Babys und Kleinkinder herstellt.
Die Rede ist vom allseits bekannten Unternehmen Alete. Es steht nicht das erste Mal in der Kritik. Bereits 2014 und 2017 wurden ungesunde Kinderprodukte von Alete mit dem „Goldenen Windbeutel“ ausgezeichnet. Das Produkt, um das es in diesem Jahr 2024 geht, nennt sich „Obsties“ und erweckt mit dem Zusatz „ohne Zuckerzusatz“ den Eindruck, es sei ein gesunder Snack für Kinder. Allerdings besteht dieses Produkt größtenteils aus Zucker, nämlich zu 71,8 Prozent.
„Goldener Windbeutel“ geht an Alete für die dreisteste Werbelüge
Den „Gewinner“ dieses Negativpreises wählen die Verbraucher. Es stehen vor jeder Wahl mehrere Produkte zur Auswahl mit Informationen zu ihren Inhaltsstoffen und Werbeversprechen. Laut der Online-Umfrage von Foodwatch stimmten über 57 Prozent der 55.000 Teilnehmenden für das Produkt „Obstie Erdbeer-Banane mit Joghurt“, das als besonders irreführend angesehen wird.
Die Verbraucher empören sich über die falsche Behauptung, dass ein Fruchtsnack für Kinder „ohne Zuckerzusatz“ sei, obwohl er hauptsächlich aus Zucker besteht. Auch nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dürften die Alete Obsties nicht an Kinder beworben werden.
Dr. Rebekka Siegmann von foodwatch äußerte sich in der Pressemitteilung ebenfalls zu dem diesjährigen Gewinner: „Für Alete sind aller schlechten Dinge offensichtlich drei: Der Babynahrungshersteller erhält bereits zum dritten Mal den Goldenen Windbeutel für ein ungesundes Kinderprodukt. Wie oft sollen wir Alete denn noch mit dem Negativpreis auszeichnen, damit der Konzern keine Zuckerbomben mehr an Kinder vermarktet?”
Kritik an Aletes Verwendung von „ohne Zuckerzusatz“
Obwohl der Snack fast 72 Prozent Zucker enthält, verteidigt Alete die Bezeichnung „ohne Zuckerzusatz“. Foodwatch argumentiert, dass Fruchtzucker in verarbeiteten Produkten genauso problematisch ist wie Haushaltszucker.
Der Molkereikonzern Deutsche Milchkontor (DMK), zudem auch Alete gehört, erklärt, dass die Obsties als Snack und nicht als Obstersatz betrachtet werden sollten. Die Packung enthält Hinweise zur empfohlenen täglichen Menge und Nährwertangaben, welche in diesem Fall fünf Gramm einer Packung wären.
Foodwatch fordert Einführung von Werbeschranken
Foodwatch fordert die Einführung von Werbeschranken für ungesunde Lebensmittel, insbesondere im Hinblick auf Kinder. Diese Maßnahmen sollen auch die Verpackungsgestaltung betreffen, um den Konsum von Junkfood einzudämmen. Eine ungesunde Ernährung im Kindesalter kann im späteren Leben zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen wie z. B. Typ-2-Diabetes führen.

Das Abstimmungsergebnis im Detail: Das waren die Nominierten für den Goldenen Windbeutel 2024 – Alete, Langnese, Rügenwalder Mühle, Offset Nutrition, Heisse Tasse
FoodwatchDie Verbraucherorganisation vergibt den „Goldenen Windbeutel“ bereits zum 13. Mal und setzt sich für verbesserte Kennzeichnungsregeln ein, um Verbraucher vor irreführender Werbung zu schützen.
Auf der Webseite von Foodwatch kann man sich ausgiebig über Themen wie Schadstoffe & Lebensmittelsicherheit, Kennzeichnung & Siegel, Täuschung & Irreführung informieren sowie sich aktiv z. B. mit Unterschriften gegen diverse Verbraucher-Täuschungen einsetzen.
