Glenn Hughes in Neuruppin: Classic-Rock à la Deep Purple im Kulturhaus

Der britische Rockmusiker Glenn Hughes bei einem Auftritt im Admiralspalast Berlin im Jahr 2018.
Britta Pedersen/picture alliance/dpa- Glenn Hughes tritt am 6. September 2025 im Kulturhaus Neuruppin auf.
- Hughes bekannt als "The Voice Of Rock `n`Roll", spielte bei Trapeze, Deep Purple, Black Sabbath.
- Mit Black Country Communion und The Dead Daisies feierte er weitere Erfolge.
- In Neuruppin spielt er mit Gitarrist Soren Anderson und Schlagzeuger Ash Sheehan.
- Ein neues Soloalbum wird voraussichtlich im Frühling/Sommer 2025 erscheinen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Er wurde bekannt als „The Voice Of Rock `n`Roll“: Glenn Hughes (73) hat den Soul in die Welt des Hardrock und Heavy Metal eingebracht. Der singende Bassist aus England hat in seiner Karriere häufig den Pfad gewechselt und mit vielen sehr unterschiedlichen Musikern zusammengearbeitet. Mit seiner eigenen Band wird er am 6. September 2025 in Neuruppin Höhepunkte aus diesem bunten Flickenteppich einer Karriere spielen. Es sind etliche Klassiker darunter.
Sein Erfolg begann mit der Band Trapeze, die in den frühen 1970er-Jahren nicht nur im Vereinigten Königreich, sondern auch in Kontinentaleuropa und den USA mit einem harten Bluesrock-Sound, der stilistisch an die Band Free erinnert, in größeren Hallen auftrat.
Zu den bekanntesten Songs, die mit Hughes in Verbindung gebracht werden, gehören die Deep-Purple-Klassiker „Burn“, „Might Just Take Your Life“ und „Stormbringer“. Hughes trat der Band, die damals zu den erfolgreichsten der Welt gehörte, im Frühling 1973 gemeinsam mit Sänger David Coverdale bei – als Nachfolger von Bassist Roger Glover und Sänger Ian Gillan.
Überhaupt scheint Neuruppin ein gutes Pflaster für Deep-Purple-Fans zu sein. Im Februar spielt dort Hughes` ehemaliger Bandkollege Ian Paice. Der Purple-Schlagzeuger tritt dort mit der Band Purpendicular auf. Im Spätsommer folgt also Glenn Hughes aus der sogenannten Mark-III-Besetzung von Deep Purple.
Kurze Zwischenstation bei Black Sabbath
Nach der vorübergehenden Auflösung von Deep Purple im Jahr 1976 startete Glenn Hughes eine Solokarriere. Mit dem irischen Blues-Gitarristen Gary Moore (1952–2011) hat er auf dessen Soloalbum „Run For Cover“ von 1985 zusammengearbeitet. 1985 nahm Hughes` Laufbahn außerdem eine neuerliche Wendung: Tony Iommi von Black Sabbath rief ihn an, um ihn zu fragen, ob er einige Stücke als Gast auf dessen erstem Soloalbum singen wollte. Hughes sagte zu. Wenig später entschied das Management von Iommi, die Platte unter dem Namen Black Sabbath zu veröffentlichen. So war Hughes plötzlich und ungeplant Sänger der legendären Heavy-Metal-Band.
Doch nicht für lange. Hughes zog sich damals eine Verletzung zu, und er hat später in Interviews mehrfach selbst erklärt, dass seine hohe, softe, soulige Stimme für die Doom-Metal-Klassiker aus dem Repertoire von Black Sabbath wie „War Pigs“ oder „Iron Man“ nicht gepasst hätte. Auf der Tour zum Album übernahm bereits Ray Gillen das Mikrofon.
Einen ganz unerwarteten und geradezu surrealen Erfolg hatte Glenn Hughes im Jahr 1991, als er mit der ebenfalls britischen Dance-, House- und Techno-Formation The KLF die Single „America: What Time Is Love“ veröffentlichte. Glenn Hughes drückte dem Stück mit markerschütterndem Schrei-Gesang über wummernden Beats seinen Stempel auf. In Deutschland gelangte der Track bis auf Platz sechs der Charts, in Großbritannien auf Platz vier. Plötzlich war Hughes, der damals schon als Alt-Rocker galt und ein bisschen im Abseits des Musikgeschäfts stand, wieder in aller Munde.
Ein neuer Frühling mit Black Country Communion
Noch einmal richtig neu durchstarten sollte der singende Bassist im Jahr 2010 mit einer unerwartet erfolgreichen Band-Neugründung: Mit Black Country Communion fand eine Supergroup aus etablierten Stars der Rockmusikszene zusammen, die keineswegs nur nerdige, Gitarre spielende Fans beglücken sollte. Eine Seltenheit.
Hughes und seine Mitstreiter – an der Gitarre Joe Bonamassa, an den Keyboards Derek Sherinian (ehemals Dream Theater) und am Schlagzeug Jason Bonham, Sohn des frühverstorbenen Led-Zeppelin-Schlagzeugers John Bonham – harmonieren auch als Songschreiber gut miteinander. Stilistisch orientiert sich Black Country Communion tatsächlich weitgehend am britischen Classic Rock in der Nachfolge von Deep Purple und Led Zeppelin, allerdings mit Einflüssen aus Country- und Bluesmusik, für die vor allem der US-Gitarrist Joe Bonamassa, Jahrgang 1977, verantwortlich zeichnet.

Die Hardrock-Band Black Country Communion: Jason Bonham (v. l.), Joe Bonamassa, Glenn Hughes und Derek Sherinian.
picture alliance/dpa/Another DDrei gefeierte Alben erschienen in den Jahren 2010, 2011 und 2012, dann zerlegte sich die Band vorübergehend, weil ihr Stellenwert neben den Solokarrieren der einzelnen Mitglieder strittig war – Joe Bonamassa erlebte damals gerade große Erfolge als Solokünstler. 2017 aber schien ein viertes, im vergangenen Jahr schließlich ein fünftes Album. Zwischenzeitlich war Glenn Hughes der australisch-amerikanischen Band The Dead Daisies als Sänger und Bassist beigetreten, die der Gitarrist und Unternehmersohn David Lowy mit wechselnden Rock-Veteranen am Laufen hält.

Doug Aldrich (v. l.), Deen Castronovo, Glenn Hughes und David Lowy von der australisch-US-amerikanischen Hard-Rock-Band The Dead Daisies. Zur Zeit der Aufnahme dieses Fotos bewarb die Band gerade ihr Album „Holy Ground“, das im Januar 2021 erschienen ist.
picture alliance/dpa/The Dead Daisies Pty Ltd./oktoberpromotionNeues Album in den Startlöchern
Fans in Neuruppin dürfen gespannt sein, welche Stationen seiner Laufbahn Glenn Hughes auf der aktuellen Tour besonders in den Vordergrund rücken wird. Ins Kulturhaus kommt er indessen in einer Minimalbesetzung mit dem Gitarristen Soren Anderson und dem Schlagzeuger Ash Sheehan. Epische Instrumentalparts mit langen, von der klassischen Musik inspirierten Duellen zwischen Hammond-Orgel und Gitarre im Stile von Deep Purple werden daher kaum zu hören sein.
Für den bevorstehenden Frühling oder Sommer – das genaue Veröffentlichungsdatum steht noch nicht fest – hat Glenn Hughes ein neues Soloalbum ankündigen lassen. Einige Lieder daraus werden in Neuruppin sicher zu hören sein.
„Glenn Hughes – The Chosen Years“ am Sonnabend (6. September) im Kulturhaus Neuruppin, Beginn um 19.30 Uhr, Infos: www.kulturhaus-neuruppin.de

