Grippe
: Influenza A, B und C - dieser Typus ist am gefährlichsten

Grippe ist nicht gleich Grippe, es gibt unterschiedliche Typen der Influenza. Welche Grippe ist am gefährlichsten?
Von
Nicole Züge
Berlin
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Gegen einen dicken Schädel bei einem Infekt hilft Kälte auf der Stirn - oder man nimmt eine Schmerztablette. Wer aber auch Magenbeschwerden hat, sollte genau auf den Wirkstoff schauen.

Gegen einen dicken Schädel bei einem Infekt hilft Kälte auf der Stirn - oder man nimmt eine Schmerztablette. Wer aber auch Magenbeschwerden hat, sollte genau auf den Wirkstoff schauen.

Christin Klose/dpa

Das Auftreten eines mutierten Grippe-Virusstamms mit der Bezeichnung „H3N2-Subklade K“ besorgt aktuell Gesundheitsbehörden in Europa. Dabei fällt häufiger die Bezeichnung „Influenza A“. Was der Buchstabe A für Krankheitsverlauf und Schwere der Erkrankung bedeutet.

Neue Grippe-Variante A(H3N2): Das ist bekannt

Eine Risikobewertung der EU-Seuchenschutzbehörde (ECDC) zeigt: In Europa breitet sich derzeit eine neue Influenza-Mutation mit der Bezeichnung A(H3N2) stark aus. Auch in Deutschland wurden bereits erste Fälle nachgewiesen. Die aktuellen Symptome der Variante H3N2 hier in der Übersicht.

Das Robert Koch-Institut hat in dieser Saison bis Mitte November auch in Deutschland erste, vereinzelte Fälle von Grippe nachgewiesen und unter anderem auch A(H3N2) registriert. Die Mutation überträgt sich schneller und ist so verändert, dass aktuelle Grippeimpfstoffe eine geringere Wirksamkeit zeigen. Dennoch lohnt sich eine Grippeimpfung für bestimmte Risikogruppen auch jetzt noch.

Was bedeutet das „A“ in A(H3N2)?

Grippe entsteht durch Influenza-Viren, wobei unterschieden wird zwischen den Typen A, B und C.

  • Typ A, wie die aktuelle Variante A(H3N2) ist am gefährlichsten. Diese Viren können schwere Verläufe auslösen und große Wellen verursachen, von saisonalen Epidemien bis zu weltweiten Pandemien. Typ-A-Influenza kann bei Menschen und Tieren vorkommen. Schweine- und vogelgrippe gehören zum Beispiel in diese Gruppe. Treffen Tier- und Menschenviren auf engem Raum zusammen, können neue Subtypen entstehen.
  • Typ B verursacht meist leichtere bis mittelschwere Erkrankungen. Auch dieser Virustyp kann Epidemien auslösen, ist aber weniger variabel als Typ A.
  • Typ C führt in der Regel zu harmlosen Infektionen und spielt für die öffentliche Gesundheit kaum eine Rolle.

Für den Menschen relevant sind deshalb vor allem Typ A und B. Beide verändern sich regelmäßig – besonders Typ A. Diese Variabilität sorgt dafür, dass auf der Nordhalbkugel jedes Jahr zwischen Dezember und April neue Grippewellen auftreten.

Was bedeutet die Abkürzung H3N2?

Die Oberfläche von Influenzaviren ist mit zwei Eiweißstoffen besetzt: Hämagglutinin (H) und Neuraminidase (N). Mit ihrer Hilfe dockt das Virus an menschliche Zellen an, dringt ein, vermehrt sich und gibt neue Viren wieder frei. Unter dem Elektronenmikroskop sehen diese Eiweißstoffe wie kleine Stacheln aus. Jeder dieser „Spikes“ besteht aus mehreren H- oder N-Molekülen. Von Hämagglutinin sind bisher 18 Varianten bekannt (H1 bis H18), von Neuraminidase 11 (N1 bis N11). Die Kombination dieser Varianten bestimmt den Subtyp der Influenza-A-Viren.