Grippewelle aktuell: An diesen Symptomen erkennen Sie eine Influenza-Infektion

Die Influenza-A-Variante H3N2 sorgt aktuell für einen deutlichen Anstieg von Grippeinfektionen. An welchen Symptomen sich eine Erkrankung zeigt, ob die Grippeimpfung wirkt und welche Anzeichen einen schweren Verlauf andeuten. (Symbolbild)
Philip Dulian/dpaEin mutierter Grippevirus-Stamm mit dem Namen „H3N2-Subklade K“ treibt die Infektionszahlen in Deutschland weiter nach oben. Das Robert Koch-Institut meldet in seinem ersten Wochenbericht des Jahres zahlreiche Neuinfektionen. Der Influenza-Erreger breitete sich zuvor in mehreren europäischen Ländern aus. Dort häuften sich auch die schweren Krankheitsverläufe. Welche Symptome für die aktuelle Grippewelle typisch sind und ob eine Impfung jetzt noch sinnvoll ist.
Grippewelle 2026: Diese Symptome sind typisch
Die Grippewelle hat laut Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) in der 48. Kalenderwoche 2025 begonnen. Über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel ging die Aktivität aller sogenannten „akut respiratorischen Erkrankungen“ (dazu zählen Grippe, Covid-19 sowie das RS-Virus) zunächst zurück. Das ist laut den Experten des RKI ein typisches Muster. Im weiteren Verlauf des Januar stiegen die Influenzafälle deutschlandweit erneut an. Mittlerweile wird die Grippevariante „A(H3N2)“ am häufigsten nachgewiesen.
Diese Influenza-Symptome sind aktuell typisch für H3N2:
- Plötzlich auftretendes Fieber: Ähnlich wie bei anderen Grippeviren, kann sich bei H3N2 plötzlich auftretendes Fieber zeigen, welches mäßig bis hoch ausfällt und zu allgemeinem Unwohlsein führt. Vor allem bei Erwachsenen ist dies ein Warnsignal, dass es sich nicht nur um einen harmlosen Schnupfen, sondern eventuell um Grippe handeln könnte.
- Körperschmerzen: Derartige Schmerzen sind charakteristisch für diese neue Virus-Variante. Da die Symptome denen von Covid-19 ähnlich sind, sollte unbedingt ein Test durchgeführt werden.
- Schüttelfrost: H3N2 verursacht häufig Schüttelfrost, welcher sehr plötzlich und in Verbindung mit den übrigen Symptomen auftritt.
- Husten: Wie auch bereits bei anderen Grippevirus-Varianten bekannt, tritt bei dieser Mutation sehr häufig starker, teilweise lang anhaltender Husten auf.
Weitere Symptome einer Influenza-Erkrankung wie allgemeine Schwäche, Schweißausbrüche, Rhinorrhö (Nasenausfluss), selten auch Übelkeit/Erbrechen und Durchfall können hinzukommen. Allerdings kommen nach Auskunft des Robert-Koch-Instituts auch viele weitere, meist virologische Atemwegserreger bei einer solchen Symptomatik infrage.
Influenza A: Mediziner fordern neue STIKO-Empfehlungen
Die aktuelle Variante der Influenza‑A‑Grippeviren hat bereits im November die Seuchenschutzbehörde der EU (ECDC) in Warnstellung versetzt. Grund war der ungewöhnlich frühe und starke Anstieg der Infektionen in mehreren Ländern. In Großbritannien waren insbesondere Schulkinder und ältere Menschen von schweren Verläufen betroffen. Auch deswegen fordern aktuell Interessenvertreterverbände wie die „Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin“ (DIVI) eine Ausweitung der Impfempfehlungen für alle Menschen ab sechs Monaten.
Bisher wird etwa die Impfung für Kinder in Deutschland nur dann von der Ständigen Impfkommission empfohlen, wenn es Vorerkrankungen gibt. Auch für gesunde Erwachsene gilt diese Empfehlung.
Woran erkennt man einen schweren Influenza-Verlauf?
Ein schwerer Grippeverlauf entsteht meist, wenn zur Virusinfektion eine bakterielle Infektion hinzukommt. Ein Warnsignal ist laut HNO-Ärzte im Netz ein erneuter Fieberanstieg um den dritten Krankheitstag. Weitere Anzeichen hängen vom Infektionsort ab. Möglich sind Ohrenschmerzen bei einer Mittelohrentzündung, Gesichtsschmerzen bei einer Nasennebenhöhlenentzündung oder eine Lungenentzündung. Auch eitrige Bronchitis zählt zu den Komplikationen.
Schwere Verläufe können zudem Herz und Kreislauf schädigen. Dazu gehören Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche, Lungenödeme oder Kreislaufschock. Seltener sind Magen-Darm-Beschwerden oder Entzündungen des Nervensystems wie eine Hirnhautentzündung. Da das Virus jedes Organ betreffen kann, sind auch Durchfall, Erbrechen oder Leberschwellungen möglich. Verschlechtern sich die Symptome nach einigen Tagen, ist ein Arztbesuch dringend nötig. Bei Kindern und älteren Menschen gilt besondere Vorsicht.
Wirkt die Grippeimpfung?
Aus Deutschland gibt es aktuelle Daten zur Wirksamkeit der Impfung. Laut RKI deuten Untersuchungen darauf hin, dass bei Viren der A(H3N2)-Subklade K ein Schutz vor einer Infektion nach der Grippeschutzimpfung etwas verkürzt sein könnte, „vor allem bei jüngeren Personen, die noch nicht so viele Antigenkontakte hatten.“ Es werde allerdings auch hier erwartet, dass der Grippeimpfstoff weiterhin Schutz vor schweren Erkrankungen biete.
Alle Menschen, für die die Ständige Impfkommission (Stiko) eine Grippeschutzimpfung empfiehlt, sollten sich möglichst jetzt noch impfen lassen. Die Stiko rät unter anderem Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranken, Schwangeren, Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen sowie medizinischem Personal dazu. Um die volle Wirksamkeit zu entfalten, dauert es allerdings bis zu zwei Wochen.
