Großeinsatz in der Südstadt: Schüsse in Köln - Was ist passiert?

Schüsse auf ein Café in Köln: Die Polizei fahndet nach dem Täter und prüft mögliche Zusammenhänge mit weiteren Fällen. Das ist bislang bekannt.
---/dpaMehrere Schüsse auf ein Café in der Kölner Südstadt haben am Montagmorgen einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Der Täter ist weiterhin auf der Flucht. Verletzt wurde nach bisherigen Angaben niemand. Die Schüsse fielen am gegen 7:30 Uhr an der Bonner Straße, nahe der Kurfürstenstraße. Zeugen alarmierten daraufhin die Polizei. Am Tatort fanden die Einsatzkräfte mehrere Einschusslöcher an dem Café und stellten Patronenhülsen sicher. Zum Zeitpunkt der Tat sollen sich keine Menschen in dem Lokal befunden haben. Die Polizei sperrte den Bereich rund um die Bonner Straße zeitweise großräumig ab. Auch angrenzende Straßen waren von den Maßnahmen betroffen. Später wurde die Bonner Straße wieder für den Verkehr freigegeben.
Täter flüchtet zu Fuß
Nach Zeugenaussagen soll ein dunkel gekleideter Mann nach den Schüssen zu Fuß in Richtung Zugweg geflüchtet sein. Beschrieben wird er als etwa 1,70 bis 1,80 Meter groß. Er soll einen Kapuzenpullover beziehungsweise Kleidung mit Kapuze getragen haben. Die Polizei fahndet nach dem Mann. Eine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung bestehe nach Angaben der Einsatzkräfte nicht. Laut „Bild“ sollen insgesamt vier Schüsse abgegeben worden sein. Die Zeitung berichtet zudem unter Berufung auf eigene Informationen von sichergestellten 9-Millimeter-Patronen.
Zeugen berichten von dramatischen Momenten

Nach Schüssen auf ein Café in der Kölner Südstadt sucht die Polizei nach dem Täter.
---/dpaBesonders dramatisch erlebten Mitarbeiterinnen und Kunden einer benachbarten Bäckerei die Tat. Angestellte berichteten, dass sie sich nach den Schüssen auf den Boden geworfen hätten. Eine Mitarbeiterin erklärte, sie habe den mutmaßlichen Täter anschließend in Richtung Zugweg davonlaufen sehen. Ein Kunde habe noch vom Boden aus die Polizei verständigt.
Mehrere ähnliche Vorfälle in Köln und Umgebung
Der Angriff auf das Café ist nicht der erste Vorfall dieser Art in Köln innerhalb kurzer Zeit. In den vergangenen Wochen wurde unter anderem auf ein Juweliergeschäft in Köln-Mülheim sowie auf ein Wohnhaus in Köln-Vingst geschossen. Auch im rund 30 Kilometer entfernten Erftstadt-Köttingen waren erst am Sonntag Schüsse gefallen. Dort sollen zwei Männer gegen 4:45 Uhr auf ein Einfamilienhaus geschossen haben. Getroffen wurden nach Polizeiangaben auch ein geparktes Auto und ein weiteres Haus. Die Staatsanwaltschaft wertet diesen Fall als versuchtes Tötungsdelikt, eine Mordkommission ermittelt. Ob zwischen den verschiedenen Taten ein Zusammenhang besteht, ist bislang nicht geklärt.
Gibt es Verbindungen zur organisierten Kriminalität?
Auch ein möglicher Zusammenhang mit organisierter Kriminalität wird geprüft. Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen hatte zuletzt von einem neuen Kriminalitätsphänomen im Zusammenhang mit sogenannten türkischen „Gen-Z“-Banden beziehungsweise kriminellen Gruppierungen berichtet. Seit Februar wurden nach Angaben des LKA rund 20 Straftaten in Nordrhein-Westfalen entsprechenden Strukturen zugerechnet. Dabei soll es unter anderem um Schutzgelderpressung gehen. In mehreren Fällen wurden Schusswaffen eingesetzt, in anderen Fällen Munition als Drohung hinterlassen. Ob der Angriff auf das Café in der Kölner Südstadt tatsächlich in diesen Zusammenhang gehört, ist derzeit jedoch nicht bestätigt. Die Polizei erklärte lediglich, mögliche Verbindungen zu anderen Taten der vergangenen Wochen würden untersucht.
